Bildergalerie: Neues altes Werk

Die Neuedition von Vesalius' Anatomieatlas

Mitunter wird von Unkundigen gefragt, warum es im Zeitalter von hochauflösender Fotografie und winzigen Mikrokameras, die durch den Körper geschickt werden, denn noch anatomische Zeichnungen braucht. Und gibt es überhaupt einen Grund, warum man einen 470 Jahre alten Band mit anatomischen Zeichnungen neu auflegt? Immer noch ist die didaktische Aufarbeitung der Anatomie über Zeichnungen das beste Mittel, um angehende Mediziner zu schulen.

Anatomisch korrekt

Mitunter wird von Unkundigen gefragt, warum es im Zeitalter von hochauflösender Fotografie und winzigen Mikrokameras, die durch den Körper geschickt werden, denn noch anatomische Zeichnungen braucht. Und gibt es überhaupt einen Grund, warum man einen 470 Jahre alten Band mit anatomischen Zeichnungen neu auflegt? Immer noch ist die didaktische Aufarbeitung der Anatomie über Zeichnungen das beste Mittel, um angehende Mediziner zu schulen.

Im 16. Jahrhundert war Andreas Vesalius' »De humani corporis fabrica« das anatomische Standardwerk schlechthin. Der Apothekersohn aus Brüssel hatte in Padua nach zahlreichen Sektionen 1543 den Anatomieatlas verfasst. Mehr als 20 Jahre haben Daniel Garrison und Malcolm Hast (Northwestern University, Chicago) darauf aufgewendet, die 1543er und 1555er Ausgaben von Vesalius‘ Anatomieatlas kritisch zu vergleichen und die lateinischen Texte in verständliches Englisch zu übertragen.

Fleißarbeit

Im 16. Jahrhundert war Andreas Vesalius' »De humani corporis fabrica« das anatomische Standardwerk schlechthin. Der Apothekersohn aus Brüssel hatte in Padua nach zahlreichen Sektionen 1543 den Anatomieatlas verfasst. Mehr als 20 Jahre haben Daniel Garrison und Malcolm Hast (Northwestern University, Chicago) darauf aufgewendet, die 1543er und 1555er Ausgaben von Vesalius‘ Anatomieatlas kritisch zu vergleichen und die lateinischen Texte in verständliches Englisch zu übertragen.

© Holzschnitt von Jan Stephan van Calcar aus De humani corporis fabrica, Basel 1543

Der Karger Verlag in Basel, ein weltweit aktiver Verlag für Medizin und Naturwissenschaften, hat sich der Herkulesaufgabe angenommen, den Vesalius in die neue medizinische Welt zu übertragen. Die Holzdrucke der berühmten "Muskelmänner" und weiterer Detailabbildungen wurden dafür digital bearbeitet. Auch die Initialen wurden übernommen.

Neuedition

Der Karger Verlag in Basel, ein weltweit aktiver Verlag für Medizin und Naturwissenschaften, hat sich der Herkulesaufgabe angenommen, den Vesalius in die neue medizinische Welt zu übertragen. Die Holzdrucke der berühmten "Muskelmänner" und weiterer Detailabbildungen wurden dafür digital bearbeitet. Auch die Initialen wurden übernommen.

© 2014, Karger Verlag Basel

Ein ausgeklügeltes System vereinfacht die Gegenüberstellung der beiden Ausgaben, und selbst kürzlich entdeckte Randnotizen zu einer möglichen (damaligen) dritten Auflage wurden berücksichtigt.

"Dritte" Auflage nach 470 Jahren

Ein ausgeklügeltes System vereinfacht die Gegenüberstellung der beiden Ausgaben, und selbst kürzlich entdeckte Randnotizen zu einer möglichen (damaligen) dritten Auflage wurden berücksichtigt.

© 2014, Karger Verlag Basel

Darüber hinaus helfen die heute gebräuchlichen Nomina Anatomica und Terminologia Anatomica, die Verwendung der Fachbegriffe in Vesalius‘ Text einwandfrei einzuordnen.

Mit Hand und Fuß

Darüber hinaus helfen die heute gebräuchlichen Nomina Anatomica und Terminologia Anatomica, die Verwendung der Fachbegriffe in Vesalius‘ Text einwandfrei einzuordnen.

© 2014, Karger Verlag Basel

Der Schweizer Grafiker und Schriftgestalter Christian Mengelt schuf speziell für diese Ausgabe eine passende moderne Schrifttype auf der Basis der damaligen Buchschriften: die Basler Antiqua. Im <a href="http://www.vesaliusfabrica.com/en/new-fabrica/art-of-the-new-fabrica/why-a-new-fabrica.html">Video</a> erläutert Grafiker Erich Gschwind, wie er dabei vorgegangen ist.

Basler antiqua

Der Schweizer Grafiker und Schriftgestalter Christian Mengelt schuf speziell für diese Ausgabe eine passende moderne Schrifttype auf der Basis der damaligen Buchschriften: die Basler Antiqua. Im Video erläutert Grafiker Erich Gschwind, wie er dabei vorgegangen ist.

© 2014, Karger Verlag Basel

Auf der <a href="http://www.vesalius-fabrica.com">Website zum Projekt</a> gibt es jede Menge weiterer  Einblicke in die Transformation des lateinischen Standardwerks aus dem 16. Jahrhundert in einen für moderne Leser zugänglichen Anatomieatlas, und auch in Vesalius‘ Lebensumstände und die Entstehungsgeschichte der Original-Fabrica.

Zum Weiterlesen

Auf der Website zum Projekt gibt es jede Menge weiterer Einblicke in die Transformation des lateinischen Standardwerks aus dem 16. Jahrhundert in einen für moderne Leser zugänglichen Anatomieatlas, und auch in Vesalius‘ Lebensumstände und die Entstehungsgeschichte der Original-Fabrica.

© 2014, Karger Verlag Basel

Bei der Einweihungsfeier der neuen Universitätsbibliothek Freiburg am 22. Februar überreichte Karger-CEO Gabriella Karger 
(rechts) der Bibliotheksdirektorin Antje Kellersohn ein Exemplar der englischen Erstausgabe des anatomischen Schwergewichts (1458 DIN-A3-Seiten, 340 Illustrationen, mehr als 5500 Anmerkungen und gut 16 kg schwer!).
Viele Bibliotheken, die ein Original oder Faksimile der historischen Fabrica besitzen, haben die Neuedition erworben. Auch an medizinischen Institute und Ärzte ist das Werk gut verkauft worden; Buchliebhaber und Historiker haben ebenfalls zugegriffen, auch für wissenschaftliche Zeichner ist der Band hochinteressant (wenn auch teuer). Die erste Auflage von 1000 Stück ist so gut wie ausverkauft.

Gewichtiges Geschenk

Bei der Einweihungsfeier der neuen Universitätsbibliothek Freiburg am 22. Februar überreichte Karger-CEO Gabriella Karger (rechts) der Bibliotheksdirektorin Antje Kellersohn ein Exemplar der englischen Erstausgabe des anatomischen Schwergewichts (1458 DIN-A3-Seiten, 340 Illustrationen, mehr als 5500 Anmerkungen und gut 16 kg schwer!). Viele Bibliotheken, die ein Original oder Faksimile der historischen Fabrica besitzen, haben die Neuedition erworben. Auch an medizinischen Institute und Ärzte ist das Werk gut verkauft worden; Buchliebhaber und Historiker haben ebenfalls zugegriffen, auch für wissenschaftliche Zeichner ist der Band hochinteressant (wenn auch teuer). Die erste Auflage von 1000 Stück ist so gut wie ausverkauft.

© Sebastian Bender

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