Archiv soll nach Marbach gehen - Stiftung nimmt Arbeit auf

Siegfried Lenz ruft Preis ins Leben

Friedenspreisträger Siegfried Lenz ordnet sein literarisches Werk und hat in Hamburg die gemeinnützige Siegfried Lenz Stiftung ins Leben gerufen, die in diesem Jahr erstmals den Siegfried Lenz Preis vergeben soll. Vor wenigen Wochen erst hat der Autor das Deutsche Literaturarchiv in Marbach besucht, an das er sein persönliches Archiv übergeben möchte.

Siegfried Lenz

Siegfried Lenz © Ingrid von Kruse

Die Siegfried Lenz Stiftung hat sich die wissenschaftliche Aufarbeitung des schriftstellerischen und publizistischen Werks zur Aufgabe gemacht. Sie wird Stipendien vergeben sowie junge Künstler und Wissenschaftler, insbesondere Schriftsteller im Sinne des Stiftungszweckes unterstützen. Außerdem soll sie verantwortlich sein für die Einrichtung und Verleihung eines Siegfried Lenz Preises: Der Literaturpreis soll erstmals im November dieses Jahres in Hamburg verliehen werden. Ausgezeichnet werden sollen internationale Schriftsteller, die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist Siegfried Lenz' nah ist

Die Siegfried Lenz Stiftung hat zur Vergabe eine Jury berufen, der Ulrich Greiner, Prof. Dr. Christina Weiss, Dr. Ulla Hahn (als Mitglieder der Freien Akademie der Künste, Hamburg), Dr. Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg) und Günter Berg (Vorstand der Siegfried Lenz Stiftung), angehören − das teilt der Hoffmann und Campe Verlag mit, in dem die Werke von Siegfried Lenz erscheinen.

Siegfried Lenz sagte: "Meine Frau Ulla und ich sind in einem Alter, wo es Zeit wird, wichtige Dinge vernünftig zu regeln. Die Stiftung wird uns in Zukunft von manchen Entscheidungen in Hinblick auf meine Bücher entlasten, und dass sich Marbach meinem persönlichen Archiv annimmt, ist für uns ein Glück! Und bei der ersten Verleihung des Literaturpreises, der meinen Namen tragen soll, werden wir im Hamburger Rathaus im November sicher viele Freunde und Kollegen treffen. Ein weiterer Grund zur Freude."

Siegfried Lenz (88) zählt zu den größten Schriftstellern deutscher Sprache. Sein Werk ist in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Für seine 14 Romane, 120 Erzählungen, zahlreiche Novellen, Hörspiele und Dramen umfassendes Werk wurde er mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte. Siegfried Lenz lebt seit 1951 in Hamburg und veröffentlicht seine Bücher von Beginn an im Hoffmann und Campe Verlag Hamburg. Zuletzt erschienen "Schweigeminute" (2008), "Landesbühne" (2009), "Die Maske" (2011) und "Amerikanisches Tagebuch 1962" (2012). Zahlreiche seiner Bücher wurden verfilmt.

Vorschau: Neuscheinungen von Siegfried Lenz 2014

Am 8. Oktober 2014 wird bei Hoffmann und Campe Siegfried Lenz' Kurzgeschichte "Leute von Hamburg" mit Illustrationen von Klaus Fußmann und einem Vorwort von Helmut Schmidt erscheinen, wie der Verlag weiter mitteilt. Im selben Monat veröffentlicht Heinrich Detering eine Auswahl von Siegfried Lenz' wichtigsten Essays aus fünf Jahrzehnten mit dem Titel "Gelegenheit zum Staunen. Ausgewählte Essays". Zudem erscheint am 9. September 2014 "Schmidt-Lenz. Geschichte einer Freundschaft" von Jörg Magenau.

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2 Kommentar/e

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  • dieterG

    dieterG

    Hochachtung und großer Respekt für S. Lenz

  • Hmpf!

    Hmpf!

    Ohne das literarische Vermächtnis von Siegfried Lenz in Frage stellen zu wollen: Ein Siegfried Lenz Preis? Im Ernst?! Noch ein Preis, noch eine Auszeichnung?!
    Meine Ausbildung machte ich in einer Zeit, in der die literarischen Auszeichnungen noch recht übersichtlich waren. Nun muss ich zugeben, dass ich in der Auszeichnungs-Flut irgendwann den Überblick verloren habe. Mir scheint, in der heutigen Zeit wird in jeder Stadt mindestens ein Buchpreis verliehen. Aus welch fast schon fadenscheinigen Gründen auch immer. Das eigentliche Ziel ist doch immer Publicity.
    Die tägliche Erfahrung im Kundenumgang zeigt mir jedoch, dass der Otto-Normal-Verbraucher inzwischen mehr als übersättigt ist. Ein Georg-Büchner-Preis lockt da doch schon fast niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Was bei den Kunden hängen bleibt, sind eigentlich nur noch die wirklich "großen" internationalen Preise.

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