Ärger um E-Paper-Bundles

Verlagen drohen Steuernachforderungen

Verlagen und Fachbuchhandlungen, die mit E-Paper-Bundles von Zeitungen oder (Fach-)Zeitschriften gehandelt haben, drohen Steuerprüfungen und Nachzahlungsforderungen: Die Steuerprüfer nehmen dabei auch die umsatzsteuerliche Behandlung von E-Paper-Bundles vor dem Jahr 2014 ins Visier. Darüber informiert die Rechtsabteilung des Börsenvereins unter Verweis auf Post aus dem Bundesfinanzministerium.

Nachzahlungen drohen für all jene E-Paper-Bundles, die in der Vergangenheit ohne Aufteilung des Preises und der Umsatzsteuer vertrieben worden sind.

Bei E-Book-Bundles wird hingegen bis zum 31. Dezember 2015 nach Information der Rechtsabteilung nicht beanstandet, dass diese einheitlich zum reduzierten Mehrwertsteuersatz verkauft werden, etwa durch eine Kopplung von gedrucktem Buch und E-Book-Zugangscode.

Grundsätzlich anders sehe es bei der Nichtbeanstandung bei sogenannten E-Paper-Bundles aus: Hier greife nicht bloß die Nichtbeanstandung zeitlich kürzer, die bereits per 1. Juli 2014 ausgelaufen sei. Vor allem aber soll sich die Nichtbeanstandung bei den E-Paper-Bundles lediglich auf die Wahl der Aufteilungsmethode beziehen, nicht aber auf die Notwendigkeit einer Aufteilung an sich: Nicht rückwirkend hinterfragt werde bei Steuerprüfungen danach also nur die von einem Verlag bzw. einer Buchhandlung vorgenommene Aufteilung des E-Paper-Bundlepreises in einen umsatzsteuerreduzierten Printanteil und einen nicht privilegierten E-Paper-, E-Journal- oder Datenbankanteil. Habe ein Verlag oder eine Fachbuchhandlung hingegen in der Vergangenheit ein E-Paper-Bundle ohne Preisaufteilung zum reduzierten Mehrwertsteuersatz verkauft, soll dies auch rückwirkend als Verstoß gegen geltendes Steuerrecht sanktioniert werden.

Bei den Vertretern der Kollegenverbände VDZ und BDZV, die im vergangenen April an einem Gespräch mit dem Bundesfinanzministerium über die Bundle-Problematik teilgenommen hatten, habe das jetzige Schreiben des Ministeriums „für heftigen Unmut gesorgt“, so die Rechtsabteilung. Die Branchenvertreter seien nämlich der Ansicht gewesen, „dass die seinerzeit mit den Ministerialbeamten erreichte Verständigung über eine Nichtbeanstandung bei E-Paper-Bundles sich gerade nicht nur auf das Wie, sondern auch das Ob einer Entgeltaufteilung bezogen habe.“

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3 Kommentar/e

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  • IF

    IF

    Diese widersinnigen ermäßigten Steuersätze gehören endlich abgeschafft. Sie dienen soch ausschließlich der Erhöhung der Gewinnmargen der Unternehmen und nicht - wie ständig behauptet - dem Kulturgut Buch oder gar dem Kunden.

    Und bevor das Geschrei der Buchpreisbindungsfanatiker einsetzt: Die Preise können ja mit der Erhöhung auf den regulären Umsatzsteuersatz heraufgesetzt werden.Da werden sich Lösungen finden, auf dass Marge Marge bleibe!

  • Buchpreisbindungsfan

    Buchpreisbindungsfan

    Sehr geehrte(r) IF,

    bitte erklären Sie mir doch, warum Sie die Verbraucher (nicht nur von Büchern, sondern z.B. auch von Lebensmitteln etc.) zu Gunsten des Staates mit weiteren 12% Kosten belasten möchten, und was diese 12% mit der Buchpreisbindung zu tun haben.
    Nebenbei: gibt es in der EU inzwischen Staaten, die digitale Verlagsprodukte ebenfalls mit dem ermäßigten Steuersatz belegen. Eine sehr verbraucherfreundliche, verwaltungsarme Lösung des Problems.

  • Trollig

    Trollig

    @Buchpreisbindungsfan

    Besten Dank im Namen aller verständigen Leser, "IF" argumentativ entgegentreten zu wollen. Ich will Sie nicht demotivieren, aber es ist zu befürchten, dass Ihre - völlig zutreffenden - Hinweise nicht verfangen und wir bei nächster sich bietender Gelegenheit mit derselben verkürzten Weltsicht erneut konfrontiert werden.
    Ein guter Vorsatz für das neue Jahr könnte sein, mit den Kräften und der Zeit hauszuhalten und unbelehrbare Akteure hier schlicht zu ignorieren.

    • ...

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