Österreich

Buchhändler leiden unter steigenden Kosten

Im ersten Quartal lagen Buchhändler in Österreich wieder im Plus – der Druck, unter dem viele Unternehmen stehen, wird aber offenbar nicht kleiner. Das Fazit einer neuen Studie zur wirtschaftlichen Situation im Sortiment: "Trotz steigender Umsätze wird die Situation vieler Betriebe immer prekärer."

Die im Auftrag des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB) und Thalia von Friedrich Schneider (Johannes Kepler Universität Linz) durchgeführte Studie nimmt unterschiedlichste Seiten des Marktes in den Blick – besonders jedoch die Kostenseite. Die Ergebnisse im Überblick:    

  • Der Gesamtumsatz des Bucheinzelhandels für gedruckte Bücher (inkl. Lernmaterialien und Lehrbücher sowie Zeitungen und Zeitschriften) betrug 2015 mehr als 730 Millionen Euro. Dahinter stehen rund 400 Vollsortimente mit über 3.000 Mitarbeitern.
  • Laut GfK erwirtschaftete der Buchhandel im ersten Quartal 2016 ein Umsatzwachstum von 3,6 Prozent (2015: minus 1,1 Prozent; 2014: minus 2 Prozent) – die über die vergangenen Jahre entstandenen Löcher werden dadurch aber kaum kleiner.
  • Friedrich Schneider zufolge stehen die Händler unter einem enormen Kostendruck. Schneider zufolge stiegen die Raumkosten (Mieten, Betriebskosten) von 2005 bis 2015 um 39,6 Prozent, die Personalausgaben sogar um 43,6 Prozent – während sich die Bücherpreise lediglich um 7,2 Prozent erhöhten (Entwicklung der Verbraucherpreise in diesem Zeitraum, generell: plus 20,6 Prozent). "Damit ist die wirtschaftliche Existenz vieler Buchhandlungen mittelfristig nicht mehr gesichert", so der HVB.

Benedikt Föger: "Ohne ein Bündel unterstützender Maßnahmen können österreichische Sortimente künftig ihre Geschäfte an frequenzstarken Orten nicht mehr erhalten"

Doppelt schwierig wird die Lage durch die Konkurrenz mit dem grenzüberschreitenden Online-Handel. Hier mahnt der HVB zu mehr Fairness: Um die Wettbewerbsfähigkeit des lokalen Buchhandels zu stützen, sei es unabdingbar, "Steuerschlupflöcher für global agierende Unternehmen zu schließen und die Rahmenbedingungen für den lokalen Handel zu adaptieren“, sagt HVB-Präsident Benedikt Föger. Letztendlich müssten auch die Verlage ihre Preispolitik überdenken. "Ohne ein Bündel unterstützender Maßnahmen können österreichische Sortimente künftig ihre Geschäfte an frequenzstarken Orten nicht mehr erhalten."

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