#yeaward16 - die Kandidaten (8/10)

Plötz & Betzholz: Bücher für die Generation Youtube

Drei Jahre auf der Überholspur: Felix Plötz und Dennis Betzholz werden nach Feierabend zu Unternehmern. Mit Büchern von Klick-Millionären der Sozialen Medien wollen sie eine buchferne Zielgruppe zurück ans Bücherregal lotsen. Das Duo ist beim Young Excellence Award nominiert. NILS KAHLEFENDT

Dennis Betzholz und Felix Plötz (rechts)

Dennis Betzholz und Felix Plötz (rechts) © Heiner Hänsel

Hinter Felix Plötz (*1983) und Dennis Betzholz (*1985) liegen drei aufregende Jahre: Freunde wurden die beiden 2013 in der 20-Zimmer-WG der School of Business and Management im beschaulichen Bad Honnef am Rhein. Zu diesem Zeitpunkt war Plötz, Wirtschaftsingenieur mit Konzernerfahrung, aus seinem Job ausgestiegen und hatte ein eigenes Startup aufgebaut; Betzholz war Redakteur beim „General-Anzeiger“, Lokalredaktion Bad Honnef. Die Freunde hatten die Idee zu einem „Mutmachbuch“: Es sollte um Menschen gehen, die neben ihrer Arbeit eine eigene (Geschäfts-)Idee realisiert haben. Um Fehler, Zweifel und Hürden, die einem abseits ausgetretener Pfade begegnen. „Wir wollten ohne einen großen Verlag im Rücken beweisen, dass zwei Nobodys es tatsächlich schaffen können. Alleine und neben der normalen Arbeit.“ Bereits kurz nach Erscheinen im Mai 2014 wurde das Cowdfunding-Projekt „Palmen in Castrop-Rauxel“ eines der gefragtesten Bücher zum Thema Entrepreneurship. Einer der Protagonisten ist der YouTuber Torge Oelrich alias Freshtorge. Das Gespräch mit ihm wird zur Initialzündung einer Geschäftsidee: Plötz und Betzholz wollen die Lebenswirklichkeit bekannter Persönlichkeiten aus sozialen Netzwerken wie Youtube, Facebook oder Twitter in Büchern abbilden – oder griffiger: „Wir wollten Deutschlands erster Youtuber-Verlag werden.“

 

Im Februar 2015 konnten Plötz und Betzholz den ersten Autor gewinnen; bereits Ende April erschien „Ich bin ich – und wir sind viele“ von Benjamin Fokken, der wenige Tage zuvor mit einem Anti-Mobbing-Video bekannt wurde. Wenig später bekamen sie für ihre Geschäftsidee die Wildcart der Frankfurter Buchmesse. Und zogen prompt den nächsten Autor an Land, den Youtuber Jonas Elms. Dessen Buch „Peinlich für die Welt“ schoss auf Platz 14 der Spiegel-Bestsellerliste – wohl auch dank einer Vertriebskooperation mit Ullstein, die das Zwei-Mann-Projekt in eine andere Liga katapultierte. Parallel zu dieser Entwicklung wechselte Dennis seinen Job und ging als Redakteur zur „Welt“ nach Hamburg. Plötz verkaufte sein Startup. Nach intensiven Gesprächen mit mehreren Verlagen wurde Anfang 20016 öffentlich, dass Plötz & Betzholz als Imprint unterm Dach von Ullstein andockt. Eine „freundliche Übernahme“ aus Sicht der beiden Verleger. Auch unterm Konzerndach wollen sie Dinge ausprobieren, die andere für unmöglich halten: „Wir sind davon überzeugt, dass das Medium Buch auch für die Generation Youtube Mehrwerte bietet und eine Zukunft hat.“ Ziel erkannt: „Wir wollen Nichtleser zu begeisterten Erstlesern machen.“

 

http://www.ullsteinbuchverlage.de/verlage/ploetz-betzholz

 

 

Über den Young Excellence Award
#yeaward16

Das Branchenmagazin Börsenblatt vergibt den Young Excellence Award zusammen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Frankfurter Buchmesse, dem Mediacampus Frankfurt und der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH. Ausgezeichnet werden herausragende junge Macher und Macherinnen bis 39 Jahre, die in der Buchbranche etwas bewegen. Unterstützt wird der Preis in diesem Jahr durch die Kooperationspartner Bommersheim Talents, Buchwert und GfK Entertainment.

Alle zehn Shortlist-Kandidaten des Young Excellence Awards erhalten eine Freikarte für den Business Club der Frankfurter Buchmesse 2016 im Wert von je 990 Euro, um ihr internationales Netzwerk auszubauen, sowie ein Jahresabonnement des Börsenblatts. Der Preisträger kann sich darüber hinaus auf dem Mediacampus Frankfurt weiterbilden – der Gutschein für das Seminarangebot hat einen Wert von 1.000 Euro.

Mehr über den "YEA" erfahren Sie hier.

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1 Kommentar/e

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  • Fachbuchlektor

    Fachbuchlektor

    Wenn ich jetzt Kühlschränke in die Arktis verkaufe, bekomme ich dann auch einen Preis?

    • ...

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