Affiliate-Programme: IG Lernmedien fordert Gesetzesnovelle von der Politik

Gegen den "Preiswettbewerb durch die Hintertür"

Die Interessengruppe Lernmedien im Börsenverein appelliert in einem Brief an die Politik, sich für eine rasche Novellierung des Buchpreisbindungsgesetzes einzusetzen – und Provisionsmodelle zu unterbinden, wie sie Amazon für Schulfördervereine aufgelegt hat.

© Ferdinando Iannone

Das Schreiben geht unter anderem an Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag.

Die IG Lernmedien verweist dabei auf ein Urteil von Juli 2016, mit dem der Bundesgerichtshof Amazons Affiliate-Programm für zulässig erklärt hatte (mehr dazu hier). "Um dem Wettbewerb standzuhalten, haben nun auch andere Händler begonnen, mit Provisionen für Fördervereine beim (Schul-)Buchkauf zu werben", so die IG Lernmedien: "Dieser gerichtlich legitimierte Preiswettbewerb durch die Hintertür gefährdet die Buchpreisbindung in nie da gewesener Weise."

Unabhängige Buchhändler könnten mit den Provisionen großer Onlinehändler schon jetzt nicht mehr mithalten, heißt es in dem Schreiben, das der Sprecher der IG Lernmedien, Thees Wullkopf, unterzeichnet hat.

Der Brief flankiert die Bemühungen des Börsenvereins, der sich intensiv für ein Verbot solcher Affiliate-Modelle einsetzt: "Die momentan gegebenenfalls bestehenden rechtlichen Spielräume auszunutzen ist höchst gefährlich," warnt Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis die Branche.

Die Preisbindung sei Garant  für eine breite und vielfältige Verlags- und Buchhandelslandschaft, so Skipis: "Wir verdanken ihr einen der größten und erfolgreichsten Buchmärkte weltweit. Das alles steht auf dem Spiel, wenn wir als Branche beginnen, die Preisbindung auszuhöhlen. Es entsteht ein Konditionenwettbewerb, den gerade kleinere Buchhändler nicht gewinnen können."

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1 Kommentar/e

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  • andreas hessler

    andreas hessler

    ...der geschilderte Sachverhalt ist nur ein Teil des "Problems"...als kleine unabhängige Buchhandlung habe ich seit 25 Jahren für bis zu 15 Schulen Lernmittel beschafft.Seit etwa drei Jahren gibt es dazu z.B.in Thüringen aus unguten Gründen besondere Durchführungsbestimmungen. des Ministeriums für Bildung,Wissenschaft & Kultur.Eben heute kamen die Informationen von Buchwert aus Bielefeld und vom Börsenverein S ,S-A,Thür.wie jedes Jahr regelmäßig per Post.Nur kontrolliert keiner deren vorgeschriebene ordentliche Abwicklung.Den Bedarfsträgern werden Zusatzangebote durch die Lieferanten in vielfältiger Form über den vorgeschriebenen Rahmen offeriert ,wodurch die Bedarfsträger z.B.Schulen nach wie vor, den sogenannten "Meistbieteten" deren "Kreativität" in Aktivitäten/Aktionen schon erstaunlich ist,die Aufträge vergeben.Dabei sollten wir doch selbstbewusste Buchhändler und Kaufleute bleiben ! Aber die Gier ist halt stärker aber auf Dauer nicht durchzuhalten.Meinem Vorschlag den zuständigen Schulämtern die Auswertung der Angebote zu übergeben und auch das vorgeschriebene Losverfahren durchzuführen wird scheinheilig und mit Vehemenz vom Ministerium aus Kapazitätsgründen abgewiesen!So ist es hilfreicher, wenn Buchhändler u.a. in "Fördervereinen" aktiv werden und Schulbibliotheken ausstatten und,Buchpakete an Schulklassen verteilen u.s.w.u.s.f. Angeboten sind unbegrenzt vorzuhalten! Dabei geht es jährlich um Steuergelder allein in Thüringen in zweistelliger Millionenhöhe und keinen der Profiteure und Geldgeber interessiert das offensichtlich aus unterschiedlichen Gründen.Im Prinzip ist es eine Schande,das unser demokratisches ,im Umland z.B Schweiz,Asien - als preiswert bekanntes steuerfinanziertes Bildungssystem ,bis zu den Hochschulen, mit solchen Praktiken die gewachsene,reiche und kulturell wertvolle Infrastruktur im dt. Buchhandel langfristig zerstört.Aber auch in unserem Bildungssystem mit seinen Protagonisten kennt die Gier keine Gesetze und ist grenzenlos.
    Prost!

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