Aktuell aus der Hauptversammlung - Bernd Neumann geehrt

Förderer des Buches - und "Anwalt der Kultur"

Kulturstaatsminister Bernd Neumann ist heute in Berlin vom Börsenverein mit der Plakette "Dem Förderer des Buches" ausgezeichnet worden. Der Geehrte revanchierte sich mit einer politischen Botschaft: "Buchhandlungen sind Orte der Kultur, gerade in der Fläche. Wir brauchen sie heute mehr denn je."

"Lieber Herr Neumann, Sie sind ein Glücksfall für die Kultur in Deutschland": Mit diesen Worten bedankte sich Vorsteher Gottfried Honnefelder auf der Hauptversammlung im Namen der Branche bei Kulturstaatsminister Bernd Neumann für sein Engagement rund ums Buch. Von Beginn an habe er sich als Anwalt der Kultur verstanden und nicht nur die Stärkung der Kulturschaffenden, sondern auch der Kulturvermittelnden zu seiner Sache gemacht. Er sei ein Mitstreiter bei der Preisbindung und dem reduzierten Mehrwertsteuersatz für digitale Produkte und habe mit seinem Zwölf-Punkte-Papier für das geistige Eigentum im digitalen Zeitalter aus dem Jahr 2010 Maßstäbe gesetzt.

Neumann revanchierte sich mit einem Seneca-Zitat: "Es kommt nicht darauf an, wie vielen, sondern welchen Du gefällst." Er habe schon einige Auszeichnungen erhalten, so Neumann: "Aber über die heutige Ehrung habe ich mich im Sinne Senecas besonders gefreut." Der Börsenverein sei "eine erste Adresse" beim kulturellen Engagement, setze mit dem Friedenspreis und dem Deutschen Buchpreis Highlights im kulturellen Leben Deutschlands. Auch die aktuelle Buchmarketing-Kampagne der Branche hob Neumann lobend hervor.

Einen speziellen Dank richtete der Kulturstaatsminister an Vorsteher Gottfried Honnefelder, der sich um die Literatur verdient gemacht habe, etwa mit der Initiative für den Deutschen Buchpreis. "Ich möchte Ihnen, auch im Namen der Bundesregierung, ein herzliches Dankeschön sagen."

Die Auszeichnung als Förderer des Buches ist für Neumann "Ehre und Verpflichtung" zugleich. "Die Buchkultur in Deutschland und der deutsche Buchmarkt – mit der großen Zahl und Vielfalt erhältlicher Titel und dem engmaschigen Netz stationärer Buchhändler – sind einmalig in der Welt." Das sei kein Zufall, sondern auch das Ergebnis der gesetzlichen Rahmenbedingungen hierzulande, wie der Buchpreisbindung oder des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf gedruckte Bücher. "Dass diese Rahmenbedingungen Bestand haben, dafür trete ich mit Nachdruck ein."

Welches Szenario drohen könnte, wenn die Politik nicht aktiv wird – das hat Neumann jüngst bei einem USA-Besuch erfahren. "Meine Suche nach einer Buchhandlung in Los Angeles artete in eine Odyssee aus". Um die Vielfalt in Deutschland zu erhalten, stehe er fest dazu, dass der gesetzliche Rahmen nicht von den großen Online-Händlern unterlaufen werden dürfe. So macht sich Neumann dafür stark, die Geltung für E-Books im Preisbindungsgesetz noch einmal ausdrücklich klarzustellen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass uns die großen internationalen Online-Anbieter vor sich hertreiben, sondern müssen das Heft des Handelns in der Hand behalten."

Buchhandlungen bezeichnete Neumann als Orte der Kultur, gerade in der Fläche. "Wir brauchen sie heute mehr denn je." Er führe in Berlin gerade Gespräche darüber, "wie wir die kleinen Buchhandlungen unterstützen können, um eben nicht zu Verhältnissen wie in den USA zu kommen".

Auch das Urheberrecht sprach Neumann an: "Der große Durchbruch für Schutz des geistigen Eigentums im dritten Korb ist uns nicht gelungen." Das federführende Justizministerium sei nicht dazu bereit gewesen. "Ich werde darum kämpfen, das Urheberrecht in die nächste Koalitionsvereinbarung aufzunehmen." Kurzum: "Die Themen gehen nicht aus – und Ihre Auszeichnung spornt mich an."

 

Mit der Plakette "Dem Förderer des Buches" zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die mit der Welt des Buches in besonderer Weise verbunden sind. Seit 2009 wurden Frank Schirrmacher, Norbert Lammert, Petra Roth und Richard von Weizsäcker ausgezeichnet.

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