Amazon hilft nach eBuch-Mahnung Flutopfern

Seattle spendet ans Sozialwerk

Dieser Einsatz für die Buchpreisbindung kommt auch hochwassergeschädigten Buchhändlern zu Gute: Amazon hatte nach einer Mahnung durch die eBuch aufgrund von Preisbindungsverstößen nicht fristgerecht reagiert - statt der ursprünglich geforderten 1.500 Euro erklärte sich der Onlinehändler nach schärferen Forderungen nun zu einer Spende von 5.000 Euro an das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels bereit.

Auch die Anwaltskanzlei v.Nieding, Ehrlinger und Marquardt, die eBuch in der Auseinandersetzung mit Amazon vertreten hat, will für diese Aktion auf ihr Honorar verzichten, teilt eBuch mit.

Nach Auskunft von eBuch-Vorstandsmitglied Lorenz Borsche ist keine der eBuch-Mitgliedsbuchhandlungen von der Flutkatatstrophe betroffen. "Allen betroffen Kollegen im Sortiment vermitteln wir unsere besten Wünsche und viel Kraft für den Neuaufbau. Wir hoffen, durch unsere 'Spendenaktion' ein wenig zur Linderung der Not beitragen zu können", so Borsche in der Mitteilung.

 

 

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14 Kommentar/e

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  • Unglaublich

    Unglaublich

    Nach "schärferen Forderungen"??? Was soll das denn?
    Wenn einer schärfer "fordert", dann gibt es GAR NICHTS!
    So einfach ist das. Es wird immer unverschämter!

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Dann gibt es gar nichts? Doch: Bucheinsicht. Dauert gefühlt zwei Prozeß-Jahre, aber dann kann man die Bücher filzen und *jeden* Preisbindungsverstoß der letzten 10 Jahre nachträglich abmahnen. Und das sind seeeehr viele. Das weiß auch amazon.

    Die 5.000 Euro tun dem Onliner nicht weh, aber den Flutopfern gut. Und vielleicht lesen Sie ungläubiger Thomas mal nach, was passiert, wenn amazon gewinnt und die Preisbindung fällt:

    http://www.boersenblatt.net/628938/

    Viel Spass für Sie als Kunde. Ähm ja, und wussten Sie schon, daß amazon ebooks in den USA auch schon mal doppelt so teuer verkauft wie die Taschenbuchausgabe? Nur weil sie es können?

    Z.B bei 'Pretty Litlle Liars", (das Buch zur TV-Serie) die Kommentare auf amazon.com:

    "I really want to buy this set for my Kindle Fire, however I'm torn because the price for the box set for the Kindle edition is double the price ($32.99) of the actual book set in paperback ($18.99). Why is this? We already bought the Kindle's and now we have to pay double to get the books we wish to read on the already paid for Kindle? I find this a bit unfair."

    Und:

    "I agree with the comment below, why is this Kindle book set's price marked at nearly twice the price of the paperback version?? Seeing as there are no physical production costs for the item, the price seems unfair. If should at least be equal to the price of the paperback set, if not less."

    Ich hoffe, Sie beginnen zu verstehen. Wenn nicht, lesen Sie mal nach über Monopole und ihre Auswirkungen. Es geht auch einfacher: Spielen Sie Monopoly - das verstehen Sie sicher.

  • westley

    westley

    Wenn Herr Borsche auch mit der Argumentation vollkommen Recht hat, geht mir doch sein belehrender Ton auf den Geist. Das ist der "In your face"-Sound, der dem Buchhändler die Kunden auch nicht zurückbringt. Ich jedenfalls würde nicht mehr in den Laden kommen, wenn der Buchhändler so mit mir spricht...

    Und, btw., ich hatte es ja schon mal geschrieben: Dieser Preisbindungsverstoß war nichts anderes als ein lächerlicher Datenbankfehler bei Amazon. Auch wenn die Sache toll ist für die Hochwasseropfer, aber diese Erbsenzählerei ist sowas von kleinlich, ich möchte nicht wissen, wie viele Buchhandlungen (ob klein, ob groß) die betreffenden Bücher selbst immer noch nicht umgezeichnet haben...

    Wichtig finde ich, die von Herrn Borsche genannten Beispiele immer mal wieder darzustellen, das ist das wirkliche Argument gegen Amazon und genau der Punkt, mit Überzeugung beim Kunden anzufangen. Aber nicht mit Belehren. Und nicht mit kleinlichen Erbsenzähleraktionen wie in diesem Fall.

  • Heinzi

    Heinzi

    @westley
    so oder so ähnlich wollte ich das auch gerade sagen.
    Diese Robin-Hood-Nummer ist unsäglich, wenn auch gut gemeint.
    Vielleicht macht Amazon sich ja mal den Spaß und schickt 2 Saisonarbeiter ein paar Tage in e-buch-Buchhandlungen und lässt sie nach falsch ausgezeichneten Büchern suchen.
    Auch das wird den Hochwasseropfern helfen...

  • Heinzi

    Heinzi

    by the way:
    wenn wir grade beim Erbsenzählen sind:
    § 49 b der Berufsordnung der Rechtsanwälte lautet:
    “Es ist unzulässig, geringere Gebühren und Auslagen zu vereinbaren oder zu fordern, als das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorsieht, soweit dieses nichts anderes bestimmt.”

    Soll heißen: die Kanzlei kann wohl nicht aufs Honorar verzichten. Sie kann Herrn Borsche eine Rechnung stellen und das Honorar für die Hochwasseropfer spenden, auch dieses wird "zur Linderung der Not" beitragen.
    In jedem Fall sollte die Kanzlei Herrn Borsche bitten, eventuelle Verstöße gegens Standesrecht nicht öffentlich in Presseerklärungen breitzutreten...

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    @westley und @heinzi

    Nachdem unerkennbar ist, wer Sie beide sind: dies hier ist ein Branchenforum. Da darf man normalerweise eine gewisse Grundinformation voraussetzen. Dann muss man auch niemanden 'belehren'.

    Allerdings lassen die Äußerungen zum vermeintlich lässlichen Datenbankfehler vermuten, daß Sie niemals eine Diskussion mit Kunden in der Buchhandlung erlebt haben.

    Der "psychologische" Schaden, den amazon mit falschen Preisen anrichtet, ist mit der kleinen Spende gar nicht aufzuwiegen. Immer bleibt beim Kunden der Eindruck: "Online" ist billiger".

    Denn sollte mal (was fast nie vorkommt) amazon einen zu hohen Preis haben, sind da die Marketplacer mit dem richtigen (niedrigeren) Preis. Und von "Preisbindung" haben 98% aller End-Kunden sowieso noch nie was gehört. So bleibt es dann bei: "lieber Online kaufen, ist ja billiger".

    Und das bezieht sich nicht nur auf amazon. Gestern ein Fall in einer echten Buchhandlung: ein beliebtes Grundschul-Lernhilfebuch wird von einem Versandhändler unter der Angabe: "Sie sparen 50%" angeboten. Der Buchhändler schaut es für den Kunden nach, es ist preisgebunden und kostet tatsächlich das Doppelte. Der Kunde (Lehrer!) rauscht verärgert aus dem Laden. Und wird das den Eltern und Kindern erzählen, für die er das im 10er-Pack einkaufen wollte. Und wo werden die in Zukunft kaufen?

    Was der Versandhändler verschweigt: es ist eine *Alt*auflage, nicht mehr preisgebunden, die der Buchhändler so nicht besorgen kann, die Neuauflage kostet tatsächlich das Doppelte.

    So wird permanent der Eindruck erweckt, online sei billiger. Das wird auf Dauer unsere Innenstädte veröden lassen und die Kunden mehr Geld kosten. Oder glaubt noch irgendwer, "media markt" sei billiger? Das ist doch längst wiederlegt.

    Mit Robin Hood hat das alles nix zu tun. Wenn wir erreichen können, daß die Preisbindung genauer eingehalten wird, dann helfen wir den kleinen Mittelstand zu stabiliseren, der das ökonomische Rückgrat unsere Landes ist, wie zum Glück noch viele Menschen wissen.

    NB: in Ländern ohne Preisbindung sind - nach ein paar Jahren der Konzentrationskampf-Preisschlachten - die Buchpreise im Schnitt höher als vorher. Ist auch klar, irgendwann wollen die Aktionäre ja auch Geld sehen, ein ganz normaler Marktmechanismus, der da am Werke ist. Und den man den Kunden erklären muss. Im Laden ganz sicher anders als bei einem Internettroll, da gehört, wie Nietzsche mal bemerkt hat, "an die dumme Stirne als Argument von Rechts wegen die geballte Faust."

    Und dieses noch: "Wer sein Recht nicht wahret, gibt es auf." Und das ist wörtlich zu nehmen: wenn wir falsche Preise NICHT verfolgen, zuviele Verstöße zulassen, dann wird das Gesetz als Ganzes angreifbar.

    Beste Grüße, LB

  • westley

    westley

    @ 6:

    Gegen das Aufzeigen von Fehlern habe ich ja gar nichts, ich habe nur was gegen das Verklagen oder Anzeigen. Immer gleich den Anwalt holen, drunter geht's nicht.

    Und: "Nachdem unerkennbar ist, wer Sie beide sind" Da bin ich ja wirklich mal gespannt: Was bin ich denn?

    Übrigens: Wenn Sie einige Kommentare aufmerksam lesen, werden Sie sicher schon den einen oder anderen bemerkt haben, der nicht in unserer Branche tätig ist. Die können nämlich hier auch rein, die haben auch dieses Internet.

  • Heinzi

    Heinzi

    @6
    ich sach doch: in der Sache haben Sie recht und gut gemeint ist es auch.
    Aber: gut gemeint ist nicht immer gut gemacht und ich finde halt, Sie vergaloppieren sich manchmal im Ton.
    Aber ich nehme an, dass hat man Ihnen schon ab und an gesagt und hat noch nie was geholfen.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    @westley: "Gegen das Aufzeigen von Fehlern habe ich ja gar nichts, ich habe nur was gegen das Verklagen oder Anzeigen. Immer gleich den Anwalt holen, drunter geht's nicht."

    "Ohne Anwalt", also "kollegial", das hat der BÖV jahrelang und (in Bezug auf amazon) leider weitgehend erfolglos versucht. Ich kann Ihnen verraten: all das macht enorm viel und sehr lästige Arbeit. Testbestellungen, Screenshots, zig mails mit den Anwälten. Glauben Sie mir, ich wäre das gerne los, denn Spass macht das auch nicht. Aber wir haben es auch "kollegial" probiert. Da kam dann die Antwort (wenn überhaupt), man müsse mal schauen und prüfen, vielleicht könne man das binnen 14 Tagen erledigen etc.pp. Auch wenn hier unvermeidlicherweise ein anderer Eindruck entsteht: ich bin ein friedfertiger Mensch. Richtig fuchsig werde ich nur, wenn Wehrlosen Unrecht angetan wird. Und der kleine Buchhändler ist de facto wehrlos gegen solche Ungerechtigkeiten und übergibt sich dreimal täglich.

    @Heinzi "ich finde halt, Sie vergaloppieren sich manchmal im Ton."

    Jau, hat man mir schon manchmal gesagt *lol*

    Waren Sie in Berlin? Da war ich am Freitag auf der HV sogar sehr höflich, das haben alle (oft verwundert) bestätigt. Hat es was geholfen? Genau, hat es nicht. Wenn man auf höfliche Fragen erschöpfende und wahrheitsgemäße Auskuft bekäme, wenn vorgebrachte Argumente ernstgenommen, sachlich abgewogen und vernünftig diskutiert würden, dann wäre ich gerne der Erste, der höflich wäre.

    Und natürlich weiß ich, daß hier so mancher mitliest (und kommentiert), der von den Usancen der Branche und faktischen Hintergründen wenig bis keine Ahnung hat. Trolle gibt's leider überall. Die haben nämlich auch Internet. Seit 1995 oder so (da habe ich die ersten Trolle kennengelernt, die nicht aus Tolkiens Märchenwelt stammten ;-)

    LG LB

  • Heinzi

    Heinzi

    @LB
    ich hoffe mal, Sie meinen mit "Trolle" nicht mich, ich kann Ihnen versichern, dass ich nach über 20 Jahren auch ein wenig Einblick in "Usancen und Hintergründe" habe.
    Aber ich habe einen Chef, der es nicht schätzt, wenn ich mich öffentlich in derartige Diskussionen begebe, und mein Chef hat eins mit Ihnen gemeinsam: er hat immer recht. Deshalb die von mir geschätzte Anonymität.
    Aber vielleicht noch eine Anmerkung zu Ihrem (sehr löblichen) Einsatz für die Preisbindung: im E-Book-Bereich kann man schon zunehmend beobachten, was passiert,wenn Amazon auch als Produzent (=Verlag) auftritt. Dann kümmert man sich einen Sch... um ISBNs, VlB und Preisbindung, macht stunden- oder tagesweise Sonderpreisaktionen und es gibt schlicht und einfach keine Referenzpreise mehr, anhand deren Sie abmahnen können.

  • Zum Glück raus aus dem Buchhandel

    Zum Glück raus aus dem Buchhandel

    Wenn man sich ansieht, wie der Buchhandel immer wieder gegen Amazon stänkert (aus Neid??) wundere ich mich, das sich Amazon das verkaufen von Büchern in Deutschland überhaupt noch antut!?

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    @heinzi *lol* - nein, mit 'Troll' waren weder Sie noch westley gemeint. Jeder, der sich aus Rücksicht aus den Arbeitsplatz nur anonym äussern kann, hat mein uneingeschränktes Verständnis. Ich darf zum Glück offen sagen, was ich für richtig halte - und die NSA wird mich auch davon nicht abhalten. Heute morgen grosses Gelächter in einer Branchen-Telefonkonferenz, als ich vorgeschlagen hatte, zur einfacheren Protkollierung doch mitzuschneiden - die NSA höre ja sowieso mit. Und keiner hatte da was dagegen. So ändern sich Dinge manchmal sehr schnell...

  • Heinzi

    Heinzi

    @12 und ich bin sicher, die NSA weiß um unsere wahre Identität...

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    @13: Könnte wissen, wenn sie wollte. IP/Handy-Profile, Domscheit-Berg hat das gut erklärt. Aber ehrlich: so interessant sind wir nicht :-)
    Lustig ist da schon eher die Mickeysoft-Meldung, denn das haben wir doch nun schon immer vermutet vom Konzern des Grauens ;-)
    LG LB

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