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Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik. Bugra 1914

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse wird nächste Woche im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig eine Ausstellung zur "Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik – Bugra 1914" eröffnet. Lesebuch von Ernst Fischer und Stephanie Jacobs für die Maximilian-Gesellschaft.

2014 jährt sich die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik (Bugra) in Leipzig zum 100. Mal. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek widmet dieser ersten und letzten Weltausstellung des Buches eine Schau, die den Besucher auf eine abwechslungsreiche historische Spurensuche mitnimmt. Ob es der Nachbau eines chinesischen Gelehrtenhauses mit Grillenkäfig und Wasserpfeifen ist, die dem Gelehrten als Inspirationsquelle dienten, oder die neuesten technischen Verfahren zur massenhaften Druckproduktion, ob es die pfiffigen Werbestrategien der Weltausstellung oder die zahlreichen Schmauchspuren sind, die zwei Weltkriege auf den historischen Objekten hinterlassen haben.

Die Bugra stand in der Tradition der großen Ausstellungen des 19. Jahrhunderts und veranschaulichte die komplexen technischen und kulturellen Aspekte rund um die Themen Schrift, Druck und Buch für ein großes Publikum. Mit 400.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, auf denen 22 Nationen ihre Produkte präsentierten, lockte die Bugra mehr als 2,3 Millionen Menschen aus dem In- und Ausland nach Leipzig. Neben den Nationenpavillons, in denen sich die teilnehmenden Staaten vorstellten, zogen die "Halle der Kultur" und zahlreiche Fach- und Firmenausstellungen das Publikum an. Ein großer Vergnügungspark mit Wasserrutsche, Panoramabahn und Tanagra-Theater sorgte für Abwechslung und Unterhaltung. Aber auch der Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig und die Akademie, die Schule, die Frau, der Kaufmann, die Deutschen Kolonien, die Fachpresse, die Weltsprache Esperanto, die Reklamemarke und die Wandervogelbewegung hatten ihre Themenhäuser auf der Bugra.

Die New York Times feierte die Bugra im Juli 1914 in einem reich bebilderten Beitrag unter dem Titel "Sixteen nations unite to tell the story of books" als erste Weltausstellung dieser Art "seit Beginn der menschlichen Zivilisation". Die Hoffnung der Veranstalter aber, dass "nicht Pulver und Blei, sondern Lettern und Druckerschwärze" die internationalen Beziehungen prägen und dass die Bugra einen Beitrag zum friedlichen Wettstreit der Nationen leisten möge, wurde durch den Kriegsausbruch im Sommer 1914 jäh zerstört.

Begleitend zur Ausstellung geben Ernst Fischer und Stephanie Jacobs für die Maximilian-Gesellschaft e. V. für alte und neue Buchkunst ein reich bebildertes Lesebuch heraus, das die Leipziger Weltausstellung erstmals insgesamt in den Blick nimmt.

Die Welt in Leipzig.
Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik – Bugra 1914
Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

12. März bis 24. August 2014
Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr, Feiertage (außer montags) 10–18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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