Auszeichnungen

Sherko Fatah erhält den Großen Kunstpreis Berlin

Eben erst wurde er mit dem Chamisso-Preis geehrt: Nun erhält Sherko Fatah auch den Großen Kunstpreis Berlin 2015 der Berliner Akademie der Künste. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. Zudem werden mehrere Kunstpreise Berlin verliehen, darunter auch an Thomas Melle für seinen Roman "3000 Euro" (Rowohlt Berlin).

Sherko Fatah

Sherko Fatah © Jens Oellermann/ Luchterhand Literaturverlag

Sherko Fatah, 1964 als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen in Ost-Berlin geboren, setzt sich in seinen literarischen Werken intensiv mit dem Spannungsfeld zwischen der arabischen und westlichen Welt auseinander. Dafür wird er nun mit dem Großen Kunstpreis Berlin 2015 ausgezeichnet. Die Jury bestehend aus Kathrin Röggla, Marcel Beyer und Lothar Müller ehrt mit Fatah einen Autor, dessen Literatur "eine politische und existenzielle Dringlichkeit innewohnt, wie sie selten zu erleben ist".

Die Entscheidung begründen die Juroren mit der Feststellung, dass Sherko Fatah es schaffe, "eine Erforschung der Gewalt in ihren unterschiedlichen Äußerungsformen zu betreiben, ohne sich zu ihrem Komplizen zu machen".  Fatah ist vor allem durch seine Romane Im Grenzland (2001), Onkelchen (2004), Das dunkle Schiff (2008), Ein weißes Land (2011) und Der letzte Ort (2014, Luchterhand) bekannt. 

In seinem aktuellen Roman "Der letzte Ort" beschreibt er die Entführung von Albert, einem Deutschen, und dessen Übersetzer Osama durch islamistische Terrorgruppen im Irak. Durch die Entführung und die drohende Gefahr beginnen die Gefangenen sich aktiv mit der Kultur des anderen auseinanderzusetzen.

Des Weiteren gehen die mit jeweils 5.000 Euro dotierten Kunstpreise Berlin an:

  • Bildende Kunst: An die Medienkünstlerin Marta Popivoda für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Umbrüchen in den Konstruktionen staatlicher Choreografien
  • Baukunst: An den Architekten Achim Menges für die Verbindung innovativer Materialentwicklungen mit neuen Fertigungstechniken in seinen experimentellen Pavillions
  • Musik: jeweils zur Hälfte an die Schweizer Komponistin Marena Whitcher für ihre Arbeiten zwischen Jazz und Pop und den Brasilianer Rafael Nassif für seine Raum umfassende Klangkunst
  • Literatur: An den Schriftsteller und Dramatiker Thomas Melle für seinen Roman "3000 Euro", mit dem er im vergangenen Jahr auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis stand
  • Darstellende Kunst: An das von Renate Graziadei und Arthur Stäldi gegründete Tanzkollektiv Iaborgas, das sich durch die Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Künste und der Auseinandersetzung mit Tanztraditionen auszeichnet
  • Film- und Medienkunst: Andrey Zvagintsev für seinen Film "Leviathan"

Der Kunstpreis Berlin Jubiläumstiftung 1848/1948 wurde 1948 als Erinnerung an die März-Revolution von 1848 von dem Berliner Senat gestiftet und wird seit 1971 von der Akademie der Künste im Auftrag des Landes verliehen.

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