Authors United schreibt an Amazon-Board

"Bücher sind keine Toaster"

Der Brief an Jeff Bezos allein hat nichts geholfen, jetzt setzt die Initiative Authors United eine Ebene tiefer an: In einem Brief an jedes der zehn Mitglieder des Amazon-Boards, darunter Jeff Bezos, fordert sie ein Ende der Sanktionen des Online-Händlers im Konditionenstreit mit Hachette und anderen Medienunternehmen.

Diese Sanktionen (etwa verzögerte Lieferungen, keine Vorabbestellungen) hätten die Einnahmen der rund 2.500 Hachette-Autoren zwischen 50 und 90 Prozent geschmälert heißt es in dem aktuellen Brief (den Sie komplett hier lesen können; boersenblatt.net berichtete) − ähnlich wie der erste, wurde er von rund 1.000 Autoren unterzeichnet. Mit dabei sind u.a. Nora Robberts, Paul Auster, Allan Gurganus, David Baldacci, James Patterson und Louis Begley. 

Die Argumente von Authors United 

  • Bücher seien nun einmal kein Produkt wie viele andere, betonen die Unterzeichner des Briefs. Preisstrategien, die für TV-Geräte oder Toaster gelten, ließen sich nicht auf Bücher anwenden. Das sei der falsche Weg.
  • Amazon könnte die Sanktionen sofort beenden, und trotzdem mit Hachette weiterverhandeln, so die Autoren. Ansonsten würde der Online-Händler den Autoren die Möglichkeit nehmen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen ("Amazon is undermining the ability of authors to support their families, pay their mortgages, and provide for their kids' college educations.")
  • Nach der Schilderung der wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen, wenden sich die Autoren direkt an die Board-Mitglieder: "Billigen Sie als Amazon Director diese Sanktionspolitik bei Büchern?", fragen sie. Amazon hätte andere Verhandlungsmöglichkeiten − anstatt Bücher als Druckmittel herzunehmen ("We believe it is unacceptable for Amazon to impede or block the sale of books as a negotiating tactic").
  • Weiter betont das Schreiben insbesondere die wichtige Rolle der traditionellen Verlage bei der Buchproduktion, die sich etwa in Vorabzahlungen für vielversprechende Autoren niederschlägt. 
  • Durch die Fortsetzung der Sanktionspolitik würde der Ruf des Unternehmens nun geschädigt, so Authors United. Immerhin hätte Amazon etwa im Self-Publishing-Bereich durchaus wichtige Innovationen umgesetzt. Der Verbund appelliert deshalb an die Board-Mitglieder, den Konflikt schnellstmöglich zu beenden − schon aus eigenem Interesse. ("Amazon has been a highly regarded and progressive brand. But if this is how Amazon continues to treat the literary community, how long will the company's fine reputation last?")
Die von Douglas Preston initiierte Anti-Amazon-Initiative Authors United hatte bereits Anfang am 10. August eine Protestanzeige in der "New York Times" geschaltet − sie wurde damals von 909 Autoren unterzeichnet. Die Autoren protestierten gegen die Geschäftspolitik des Konzerns und kritisierten, dass Amazon sie finanziell schädige.  

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