Besondere Kinderbücher aus Frankreich

Ein kleines bisschen Frankreich für Kleine

57 französischsprachige Kinderbücher erscheinen zur Frankfurter Buchmesse auf Deutsch. Eine kleine Auswahl. NICOLA BARDOLA

Beeindruckende Bilderbücher, Abenteuerromane, Thriller, Sachtitel mit visuellen Knobeleien: Die Bandbreite der aktuellen französischsprachigen Kinder- und Jugendliteratur ist groß – so wie die Vielfalt der Autoren. Der aus Saint-Tropez stammende Illustrator Théo Guignard etwa hat vom ­Vater, einem Architekten, das Zeichentalent geerbt. Nach dem Studium an der École d’animation des Gobelins in Paris gestaltete Guignard Trickfilme und entwickelte einen ausgeklügelten geometrischen Stil, der auch sein großformatiges Rätselbuch "Labyrinthe" (Jungbrunnen, 40 S., 17,95 Euro, ab 5) so faszinierend macht: Guignards wunderschön angelegte Labyrinthe in verschiedenen Schwierigkeitsgraden fördern Neugier und Konzentrationsfähigkeit der Kinder.

Verirren kann man sich in den Büchern von Olivier Tallec nicht, aber sein Titel "Wie war das?" (Gerstenberg, 32 S., 9,95 Euro, ab 3) schult ebenfalls die Auffassungsgabe – wie bei einem Memo-Spiel. Tallec stellt seitenübergreifende Fragen: Vor dem Umblättern muss sich der junge Betrachter alles genau anschauen, um die richtigen Antworten zu finden.

Ein gutes Gedächtnis und Orientierungsvermögen können auch dabei helfen, die Angst vor Monstern zu bändigen: Der "Wilde Watz" (Moritz, 32 S., 14 Euro, ab 3) ist ein besonders furchterregendes Ungeheuer, mit gefährlich gelben Hörnern und einem Riesenmaul voll scharfer Zähne. Aber dann zeigt Autor Edouard Manceau, wie man verhindern kann, dass der Watz aus dem Buch heraus seine Leser frisst: Man muss ihn nur gründlich kitzeln, und schon werden die Hörner zu Mondsicheln, ja, der ganze Watz zerfällt in seine Einzelteile, die sich als lauter harmlose Gegenstände erweisen. Warum sollte man also Angst vor Monstern haben?

Nadine Brun-Cosme hat ihrer Geschichte "Papa ist nicht aufzuhalten" (Ravensburger, 32 S., 12,99 Euro, ab 3) eine ähnlich ernste Kindersorge zugrunde gelegt: Was, wenn Max von seinem Vater abends nicht vom Kindergarten abgeholt werden kann? Morgens macht das Auto mit dem Kennzeichen "Papa 007" nämlich merkwürdige Geräusche. Immer wieder findet der Vater Mittel und Wege, um ihn abzuholen, was jedoch von Max stets bezweifelt wird. Reime und Rhythmen wurden von Bernd Penners ansprechend ins Deutsche übertragen; Aurélie Guillereys Illustra­tionen im Retrostil sind gespickt mit Einzelheiten.

Auch Gilles Bachelet lädt junge Leser in ein anspielungsreiches Theater ein: "Hinter den Kulissen" (Jacoby & Stuart, 48 S., 13 Euro, ab 5) heißt sein Bilderbuch, das Helden der Kinderliteratur in ungewohnter Umgebung auftreten lässt. Beatrix Potters Peter Hase unterzeichnet vor den Augen von Ungerers drei ­Räubern einen Vertrag, beim Schönheitschirurgen darf sich Pinocchio eine neue Nase aussuchen und in der Theaterküche brutzelt Pfisters Regenbogenfisch bald in der Pfanne. Im ­Anhang werden alle 21 Situationen kurz erläutert – so lassen sich viele Bilder- und Kinderbuchklassiker (wieder-)entdecken. 

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