Blind Date mit Büchern

Literarische Reise ins Ungewisse

Unter dem Motto „Fünf Bücher um zehn nach“ veranstaltete die Buchhandlung Werber in Bad Honnef eine Reise ins Ungewisse: Die Kunden wussten vorher nicht, welche Bücher beim Blind Date präsentiert würden. IRIS SCHAPER

Holger Joel und Dorothee Winkler in der Buchhandlung Werber

Holger Joel und Dorothee Winkler in der Buchhandlung Werber © Buchhandlung Werber

Autor und Titel unbekannt, die mitgebrachten Bücher in Zeitungspapier eingewickelt, damit auch kein Zuhörer etwas erspähen kann: So begann das literarische Blind Date in der Buchhandlung Werber. In ihrer Buchpräsentation der ganz anderen Art stellten Holger Joel und Dorothee Winkler dabei nicht nur neue Werke vor, sondern holten auch in Vergessenheit geratene Klassiker aus der Versenkung. 

Noch heute sprechen Kunden der Buchhandlung die Inhaberin auf diese Veranstaltung an. „Ich weiß nicht genau, ob es der Begriff Blind Date war, auf den die Leute so angesprungen sind“, sagt Ursula Gilbert. „Aber ich vermute stark, dass es eher an diesen beiden Menschen lag.“ Holger Joel und Dorothee Winkler waren früher Buchhändler und arbeiten heute als Lehrer beziehungsweise freie Texterin und Lektorin. Sie seien nicht nur „total sympathisch“, sondern hätten auch eine besondere Art des Vortragens. „Das muss man einfach können, nicht nur eine einfache Inhaltsangabe machen, sondern das Wesentliche, die Essenz eines Buches auf den Punkt bringen.“ Jeweils zehn bis 15 Minuten lasen die Vortragenden aus insgesamt fünf Büchern vor. Wichtig war bei dieser Aktion der Reiz des Unbekannten: Die Zuschauer sollten unvoreingenommen in die Buchauszügen hineinlauschen. Erst danach enthüllten die Vorleser Autor und Titel und fassten kurz den Inhalt zusammen.

Auch die ungewöhnliche Zusammenstellung der Bücher reihte sich in das Überraschungskonzept dieser Veranstaltung ein: Die ehemaligen Buchhändler stellten das Werk „Hana“ der albanischen Schriftstellerin Elvira Dones vor, außerdem „Ein Sommer“ von Vincent Almendros, „Giacinta“ von Luigi Capuana, „So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank und „Drach“ von Szczepan Twardoch. Dankbar ist Inhaberin Ursula Gilbert auch über das Engagement der beiden. Als sie hörten, dass eine große Buchhandlungskette demnächst als Konkurrenz in Bad Honnef eröffnen wird, verzichteten sie auf ihr Honorar. „Sie wollten damit den unabhängigen Buchhandel unterstützen.“ Eintritt mussten die Besucher der Veranstaltung nicht bezahlen.

Kontakt zum Ideengeber

Buchhandlung Werber Gilbert-Helmling OHG

Ursula Gilbert

info@buchhandlung-werber.de

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