BoD-Studie 2016

Jeder vierte Buchhändler führt Titel von Selfpublishern

BoD schreibt seine Europäische Self-Publishing-Studie fort – befragte dafür zum ersten Mal auch Buchhändler. Dabei zeigte sich, dass die Sache für viele alles andere als fremd ist: Nur ein kleiner Teil der 60 Umfrageteilnehmer aus dem Sortiment gab an, bislang keinerlei Erfahrungen mit Selfpublishern gemacht zu haben. Immerhin knapp ein Drittel von ihnen glaubt, dass selbstverlegte Bücher für sie wichtiger werden. 

Wie Selfpublisher über eine Zusammenarbeit mit dem Buchhandel denken

Wie Selfpublisher über eine Zusammenarbeit mit dem Buchhandel denken © BoD

BoD schält aus den Ergebnissen der Umfrage eine Reihe neuer, teilweise auch recht überraschender Trends heraus. Insgesamt beteiligten sich diesmal etwa 5.500 Autoren aus dem BoD-Umfeld an der europaweiten Onlineumfrage, hinzu kamen 395 Leser und 60 Buchhändler. Durchgeführt wurde sie von Anfang Januar bis Mitte von Vanessa Hasselhoff unf Joerg Pfuhl von der Hochschule für angewandtes Management in Erding. Welche Trends sie feststellten, u.a.: 

  • Inhaltlich, gestalterisch und rechtlich die volle Kontrolle über das eigene Werk zu haben, wird laut Umfrage für Autoren sukzessive wichtiger. 2013 hatten 68 Prozent der befragten Autoren angegeben, dass sie sich aus diesem Grund für Selfpublishing entschieden – anstelle einer Verlagsbindung. 2016 antworteten das 91 Prozent.
  • BoD unterscheidet Selfpublisher auch diesmal in drei Gruppen – in Hobbyautoren, Berufsautoren und Expertenautoren.
  • Hobby-Autoren bildeten dabei die größte Einzelgruppe (Anteil: 49 Prozent), so BoD – allerdings beobachtet das Unternehmen, dass immer mehr Selfpublisher ein unternehmerisches Interesse verfolgen (51 Prozent; Berufs- und Expertenautoren zusammen). Vor drei Jahren lag diese Quote noch deutlich niedriger (26 Prozent).   
  • Expertenautoren (Anteil: 39 Prozent) veröffentlichen in erster Linie Ratgeber und Sachbücher – und das in erster Linie als eine Art Add-on zu ihrem eigentlichen Job als Berater oder Journalist.
  • Die meiste Zeit ins Schreiben – ab 15 Stunden aufwärts – investieren Berufsautoren (Anteil: 12 Prozent); für die ist das Publizieren auf eigene Faust Hauptbeschäftigung und zugleich Einkommensquelle. Logisch, dass viele von ihnen (laut BoD genau die Hälfte aus dieser Gruppe) auch den Kontakt zu Dienstleistern wichtig ist, die ihnen bei der Erstellung, Gestaltung und Vermarktung ihrer Bücher helfen. Immerhin jeder zehnte Berufsautor (Anteil: 11 Prozent) investiert BoD zufolge hierfür 1.000 Euro und mehr.
  • 55 Prozent der Autoren (insgesamt) sagten, sie seien mit den Buchverkäufen zufrieden - 32 Prozent sagten das auch explizit mit Blick auf den stationären Buchhandel.
  • Von den Lesern, die sich an der Umfrage beteiligt haben, zeigte sich überwiegende Teil offen. Laut BoD gaben 87 Prozent der befragten Leser gaben an, Selfpublishing zu kennen; fast jeder Achte von ihnen (78 Prozent) sagte auch, dass er bereits ein selbstpubliziertes Buch gelesen habe, viele bewerteten den Gesamteindruck der Titel als gut bis sehr gut. Kaufen tun die meisten (86 Prozent) bislang im Online-Buchhandel, etwa ein Drittel (30 Prozent) direkt beim Autor und neun Prozent im stationären Sortiment. 51 Prozent lesen Selfpublishing-Titel ausschließlich digital, 18 Prozent nur gedruckt (31 Prozent: beide Formate).    

  • Die Umfrageergebnisse aus dem Buchhandel sprechen wenigstens zum Teil eine andere Sprache - angesichts der Tatsache, dass Leser nur in 9 Prozent aller Fälle im Sortiment einkaufen, hätte man vielleicht auch anderes erwarten können: 40 Prozent der Buchhändler, die bei der Umfrage mitmachten, berichteten davon, zum Teil mehrmals wöchentlich Kundenanfragen zu selbstverlegten Büchern zu erhalten – viele würden sich deshalb dafür entscheiden, Selfpublisher-Titel tatsächlich in ihr Programm aufzunehmen: 42 Prozent haben im Moment selbst publizierte im Programm;  12 Prozent wollten ihr Sortiment in diese Richtung erweitern. Die Spreu vom Weizen scheint sich für viele Buchhändler besonders dann zu trennen, wenn es an die Bestellung geht – 54 Prozent ist wichtig, dass sie Titel über ein Barsortiment bekommen.

Alle Ergebnisse der Europäischen Self-Publishing-Studie 2016 gibt es zum Download auf der BoD-Website.

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