Buchmuseen

Briefsteller-Sammlung für das Gutenberg-Museum

Das Mainzer Gutenberg-Museum konnte am 6. Oktober mit der Briefsteller-Sammlung von Erwin Kreim einen bedeutenden Zugang in Empfang nehmen. Die rund 400 Ratgeber für Briefschreiber stammen aus sechs Jahrhunderten.

Zur Übergabe der Sammlung waren der Pressemitteilung zufolge die Bau- und Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Mainz, Marianne Grosse, und die Direktorin des Gutenberg-Museums, Annette Ludwig, am 6. Oktober in das Mainzer Wohnhaus des Sammlers gekommen. Zusätzlich zu seiner Sammlung stiftete das Ehepaar Kreim 20.000 Euro, um die zeitnahe wissenschaftliche Aufarbeitung der Sammlung zu gewährleisten.

Die rund 400 Briefsteller, also Ratgeber zum Verfassen von Briefen, der Sammlung stammen aus sechs Jahrhunderten, darunter auch Inkunabeln aus der Zeit vor 1500. Darunter befinden sich Standardwerke über die Rede- und Vortragskunst sowie Bücher mit Musterbriefen für alle Lebenslagen: amtliche Schreiben von oder an Herrscher und Kirchenfürsten, aber auch Mitteilungen, Bitten oder Verträge. Allein Caspar Stielers "Der Spaten" von 1681 breite seine Musterbriefe auf rund 4.500 Seiten aus. Die Musterbriefe spiegeln den Geist der jeweiligen Epochen wider und lassen den Zeitpunkt ihres Entstehens erkennen – nicht zuletzt hierdurch sind sie für die Forschung bedeutend. Erwin Kreim baute die Sammlung in mehreren Jahrzehnten auf.

Das Gutenberg-Museum sieht laut Direktorin Annette Ludwig durch diese Schenkung "die besondere Gelegenheit, die Bestände auf den Gebieten der privaten Kommunikation und der kulturellen Basiskompetenzen wie Lesen und Schreiben zu vervollkommnen". Zu anderen Museumsabteilungen wie dem Zeitungsdruck, der europäischen Schriftentwicklung und anderen Formen des öffentlichen Informationsaustauschs werde eine Brücke geschlagen. Das soll sich etwa in künftigen Ausstellungen und Projekten niederschlagen.

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