Buchtage Berlin 2018: Ideensammlung über VoxR

"Das Buch muss zum Begeisterungsprojekt werden"

Das Thema der Stunde ist die Buchkäufer-Studie des Börsenvereins: Weshalb kehren Millionen Menschen dem Buchmarkt den Rücken? Lässt sich der Trend umkehren? Während der Präsentation der Ergebnisse hatten die Teilnehmer der Buchtage die Möglichkeit, via Smartphone Vorschläge an einen Ideenpool zu schicken. VON MICHAEL ROESLER-GRAICHEN

Digitale Diskussion in Echtzeit: Vorschläge über VoxR einreichen

Digitale Diskussion in Echtzeit: Vorschläge über VoxR einreichen © Tobias Bohm

Patentrezepte für die Zukunft des Buchhandels gebe es nicht, sagte Börsenvereinsvorsteher Heinrich Riethmüller bei der Begrüßung zu den Buchtagen. Doch mit den Ergebnissen der Studie "Buchkäufer – Quo vadis?" hat die Diskussion über Wege aus der Krise bereits begonnen.

Und zwar in Echtzeit: Über die Plattform VoxR (www.voxr.de/boev) konnte das Publikum während der Präsentation der Buchkäuferstudie Vorschläge an einen Ideenpool schicken. 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten davon Gebrauch, es gingen während der anderthalb Stunden Vortrag 300 Vorschläge ein, die in einer Tag-Wolke erschienen und an die Wand projiziert wurden.

Am "dicksten" waren die Vorschläge, die besonders häufig genannt wurden. Hier eine kleine Auswahl:

  • Events im Buchhandel schaffen
  • den Buchkauf zum Erlebnis machen
  • eine Kampagne starten, um das Buch in der Gesellschaft wieder stärker sichtbar zu machen
  • Menschen im Buchhandel emotional mitnehmen
  • Lesen als geistige Wellness
  • den Kunden in den Fokus stellen
  • junge Leute im Netz ansprechen – dort, wo sie sind
Alexander Skipis vor der Tag-Cloud

Alexander Skipis vor der Tag-Cloud © Tobias Bohm

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, kündigte für September einen Workshop des Verbands mit Branchenteilnehmern an, in dem die Vorschläge gesichtet und in eine Strategie umgesetzt werden sollen. Ein Aspekt sei auch die Leseförderung an Schulen. "Damit müssen wir uns neu beschäftigen", sagte Skipis.

"Unser Ziel ist es, das Buch nicht nur abstrakt als 'Leitmedium' zu platzieren, sondern als begeisterungsfähiges Kulturprojekt in der Gesellschaft", so Skipis.

Weitere Ideen und Anregungen sind jederzeit willkommen. Die Postfachadresse lautet: quovadis@boev.de

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5 Kommentar/e

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  • Rainer Neumann

    Rainer Neumann

    Lieber Börsenverein,
    hier kommt mal eine Lesermeinung. Ich besuche immer (noch) Buchhandlungen, investiere Zeit für den Einkauf von Literatur und bin doch auch schon überrascht worden, wie desinteressiert man am möglichen Buchkäufer ist. Leidenschaft, Engagement, Kompetenz, Kundenorientiertheit gibt es letztendlich so viel oder so wenig wie in allen Verkaufsbranchen. Ein Patentrezept wird es sicherlich nicht geben, um auf einen Käuferückgang zu reagieren.
    Aber die Leidenschaft fürs Buch, die kann man meines Erachtens tatsächlich darstellen und auch weitertragen ! Ich habe in meinem Leseleben schon viele wertvolle Buchtipps von sehr kompetenten Büchermenschen erhalten. Im Dschungel der Unübersichtlichkeit. Ein Buchhändler sollte Bücher lieben, aber auch seine Kunden.

  • Benjamin Breuer

    Benjamin Breuer

    Liebe Events und Eventinnen,

    wie wäre es mit dem Drumherum aufzuhören und sich wieder dem Buch anzunehmen? Denn darum geht es doch, oder nicht? Um das Buch. Deshalb sollte uns das interessieren: gut lektorierte Bücher produzieren, gute Bücher ins Sortiment aufnehmen, gute Bücher dem Kunden empfehlen. Ein Leser möchte lesen. Events gibt es allerorten, sie sind beliebig. Der Lesende schafft sich die Events im eigenen Kopf, ganz individuell. Das heißt Lesen. Also mein Motto ist: Back to the Roots. Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch. Es will nicht prämiert, gefeiert, beworben werden. Es will gelesen werden. Es grüßt herzlich, Benjamin Breuer

  • Sonja

    Sonja

    Leseclubs initiieren, buchliebende Menschen zusammenbringen, ein Buch des Monats auswählen, dazu Fragen formulieren und die Kunden zum Diskutieren (vor Ort und/oder im Netz) einladen, Thementische wie "schräge Geschichten" oder "interessante Geschichten, die im ort xy spielen, zusammenstellen,...
    Es gibt so viele Dinge, die man machen könnte und für die es sicher auch jungen Nachwuchs gibt, der sich dort engagieren kann/möchte, wo ältere Händler überfordert sind.
    Aber bitte, liebe Buchverkäufer, tut eins nicht: verteufelt nicht im Gespräch Amazon. Amazon gibt es schon ewig und wird es noch eine ganze Weile geben und wenn ich schon als Kundin in eurem Laden bin, dann habe ich ein interesse am örtlichen Buchhandel, kann aber durchaus auch Käufe über Amazon aus meinen eigenen Gründen tätigen.
    Redet mit mir über gute Geschichten, toll aufgemachte Bücher,... das sind Themen, die mich interessen, wenn ich da bin :)

  • Rainer Neumann

    Rainer Neumann

    ... Und liebe BuchhändlerInnen:
    Überraschen Sie Ihre Kunden mal mit einem Buch, das so gar nicht auf der Bestseller -Liste steht. "Literatur ist auch Zufall". Es gibt viele kleine Verlage, die vielfältige Literatur herausbringen. Ohne Hochglanzbroschüren, ohne Verlagsvertretung....ohne SPIEGEL -Interview..... und trotzdem wird der Leser beglückt.

  • Bernhard Schmidtmann

    Bernhard Schmidtmann

    Liebe Verlage, in der Vergangenheit habt ihr immer mehr Bücher produziert und noch mehr Bücher und abertausende Ratgeber und Romantasy und und... Und wir Buchhändler versuchen, aus diesem immer unübersichtlicheren Dschungel für unsere Kunden zwei bis drei Mal im Jahr die besten Bücher herauszufinden und uns dann auch noch zu merken!!! Das führt dazu, dass wir trotz sorgfältiger Auswahl beinahe mehr Titel im Regal haben als Medikamente in einer Apotheke sind. Und nach einem halben Jahr gnadenlos zurückschicken müssen, um wieder noch neueren noch größeren Bestsellern Platz zu machen, die wir uns schon wieder alle merken müssen. Und die Kunden kommen verwöhnt vom Online-Handel in den Laden und erwarten, dass wir alle Bücher da haben, die je gedruckt wurden. Aber zumindest das eine, was sie gerade wollen. Lieferung am nächsten Tag? Da hätten wir ja gleich Online bestellen können...!
    Persönlich wünsche ich mir als Buchhändler eine deutliche Reduzierung der Neuerscheinungen, damit wir Händler und die Kunden die Orientierung nicht verlieren und die guten Bücher eine bessere Chance haben, gesehen und auch wieder mal gelesen zu werden. Für ein Buch braucht man Zeit. Und die müssen wir uns alle wieder gönnen können!

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