Bundespräsident Steinmeier auf der Warschauer Buchmesse

"Die Literatur ist ein Fenster"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat im Rahmen seines Antrittsbesuchs in Polen heute zusammen mit seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda die Warschauer Buchmesse besucht und dort den deutschen Stand eröffnet. "Das Zwiegespräch zwischen den Literaturen unserer Länder hat Tradition", so Steinmeier. Deutschland ist Gastland der Messe.

Auf der Warschauer Buchmesse: In der Mitte Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, rechts neben Steinmeier der polnische Staatspräsident Andrzej Duda mit seiner Frau Agata Kornhauser-Duda

Auf der Warschauer Buchmesse: In der Mitte Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, rechts neben Steinmeier der polnische Staatspräsident Andrzej Duda mit seiner Frau Agata Kornhauser-Duda © Adam Burakowski

Der Bundespräsident begann seine Rede mit den Worten: "Die traditionsreiche große polnische Buchmesse in Warschau – Deutschland ist Gastland, und die Präsidenten beider Länder sind hier und sprechen. Mich freut das sehr. Was könnte beredter davon zeugen, dass auch wir Deutsche nicht stumm geblieben sind, wie es die slawische Wurzel unseres Namens Niemiec nahelegt, dass wir einander nicht sprachlos begegnen, sondern uns im Gegenteil viel zu sagen haben, Polen den Deutschen und Deutsche den Polen."

Frank-Walter Steinmeier eröffnet den deutschen Stand

Frank-Walter Steinmeier eröffnet den deutschen Stand © Adam Burakowski

Die Literatur sei ein Fenster, durch welches ein Volk einem anderen in die Augen schauen könnte, habe Karl Dedecius gesagt. "Ja, wenn große Übersetzer, wie Dedecius selbst es war, uns diese Fenster öffnen, möchte man anfügen. Andernfalls blieben die Scheiben blind und unser Gegenüber stumm", sagte Steinmeier, der die Mittler zwischen der polnischen und der deutschen Sprache und Literatur lobte: "Ohne Karl Dedecius, Renate Schmidgall, Martin Pollack, Esther Kinsky und Lisa Palmes wären wir ärmer. Wir Deutschen wären taub für den großen Beitrag der polnischen zur europäischen Literatur, wir wüssten nichts über Adam Mickiewicz, Czesław Miłosz, Andrzej Szczypiorski, Wisława Szymborska, Olga Tokarczuk und Andrzej Stasiuk. Und das hieße nichts weniger, als dass wir einander nicht kennten."

"Literatur erschließt uns den Raum, in dem wir Zwiesprache halten, uns aufeinander beziehen, auch miteinander streiten können", so der Bundespräsident weiter. "Das Zwiegespräch zwischen den Literaturen unserer Länder hat Tradition."

Das gemeinsame Ziel sei ein Europa, in dem freie Menschen mit Mitteln der Vernunft zu einem politischen Konsens finden können. "Dazu gehört, die Kunst und damit auch die Literatur frei von politischer Einflussnahme zu halten", betonte Steinmeier.

Hier können Sie die komplette Rede Steinmeiers lesen, bei der es auch um Thomas Manns "Zauberberg" geht.

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