Datenbank-Technologie für VLB umgestellt

Das neuentwickelte VLB ist gestartet

Knapp acht Millionen Produktdatensätze sind überführt worden: Nach einem mehrtägigen Aktualisierungs- und Bearbeitungsstopp hat die MVB das "Verzeichnis Lieferbarer Bücher VLB" auf eine neue technische Infrastruktur umgestellt. Durch das neue System kann das VLB sechsmal so viele Anfragen pro Sekunde parallel verarbeiten.

Dafür seien sämtliche Import-, Validierungs- und Exportprozesse, die Suchtechnologie sowie die Oberfläche der Webanwendung vlb.de, die DVD und die Schnittstelle REST-API neuentwickelt worden. Zudem können zusätzliche Mediendateiformate ins VLB hochgeladen werden. Nach Angaben der MVB steht den Verlagskunden ein neuer tagesaktueller Qualitätsreport zur Verfügung, der kostenlos Auskunft über den Status ihres Titelbestands nach den Kriterien des neuen Preismodells gibt.

"Nach der Umstellung auf die neue VLB-Infrastruktur kam es zu einigen technischen Anlaufschwierigkeiten, die bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht vollständig zu vermeiden sind", erklärte Daniela Geyer, die als stellvertretende Leiterin im Produktmanagement der MVB das Projekt verantwortet. Durch enge Abstimmungen mit den Software-Anbietern und Branchenvertretern habe man schon kurzfristig Optimierungen vornehmen könnnen, so dass "das System mittlerweile sehr stabil" laufe.

Für die neue Infrastruktur sind 175.000 Zeilen Code programmiert und fast acht Millionen Produktdatensätze sowie die Nutzerprofile von mehr als 25.000 Kunden in das neue System überführt worden. "Für einen möglichst reibungslosen Betrieb haben wir mehr als 70 Server im Einsatz", sagte Geyer. "Im Vergleich zur bisherigen Version kann das VLB jetzt sechsmal so viele Anfragen pro Sekunde parallel verarbeiten. Gleichzeitig konnten wir die maximale Antwortzeit weiter verkürzen."

Buchhändler könnten auf hinterlegte Synonyme und Autokorrekturen zurückgreifen, die Suche bietet eine Vervollständigungsfunktion und toleriert Fehler bei der Eingabe. Durch die neue Web-Schnittstelle VLB-API sei das System auch für die automatisierte Einbindung in Drittsysteme optimiert. "Mit der neuen technischen Infrastruktur haben wir den Grundstein für den weiteren Ausbau zur Metadatenbank VLB+ gelegt“, erklärt Michael Vogelbacher, Leiter Informationsdienste bei der MVB. "Noch in diesem Jahr folgen weitere Entwicklungen im VLB, unter anderem die Darstellung von Bundle-Produkten gemäß den geänderten gesetzlichen Vorgaben sowie eine verbesserte Filterfunktion innerhalb der Suchergebnisliste."

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10 Kommentar/e

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  • Carsten Vogt

    Carsten Vogt

    Meine private Meinung, wenn auch (Fach-)Buchhändler: So "erfolgreich" ist die Portierung, daß auch nach Anlaufschwierigkeiten das VlB nicht nutzbar aus ES/Eurosales als WWS ist. Lieferanten (Verlage) berichten dazu von Schwierigkeiten vom Onix-Import. Ich wünsche viel Erfolg bei diesem vermutlich allerletzten Versuch, das VlB zum Verzeichnis lieferbarer Bücher zu machen. Ich persönlich befürchte, daß das nix wird, aber dennoch meine Wünsche für Sie.

  • Britta Noack

    Britta Noack

    Was das für ein Riesenprojekt ist, was die MVB da gerade stemmt, kann sich nur jemand vorstellen, der selbst einmal in so ein "dickes Ding" involviert war. Aber das Daumendrücken hat anscheinend gewirkt, denn der Übergang erfolgte ziemlich geschmeidig. Glückwunsch an alle Beteiligten!

    Für die User der Weboberfläche sieht nun alles sehr schön aufgeräumt aus und die Bedienung und Titelpflege ist endlich intuitiv zu verstehen.
    Besonders zu loben ist der neue Qualitätsreport, der es den Verlagen ermöglicht, schnell alle Titel zu selektieren, die noch keinen Goldstatus haben. Die Nachbearbeitung ist komfortabel, weil der Export auch gleich alle Felder anzeigt, in denen zu "Gold" noch etwas fehlt. Dieses nützliche Tool ermöglicht es auch Verlagen ohne eigenes Redaktionssystem, ihre Metadaten schnell zu optimieren und das VlB damit leistungsfähiger zu machen.
    Natürlich müssen in der nächsten Zeit noch all die vielen kleine Bugs bearbeitet werden, die bei solchen Großprojekten immer erst im Echtbetrieb auffallen. Das Team um Frau Geyer ist sicher dankbar für Hinweise.
    Bitte weiter so :-)

  • Branchenkenner

    Branchenkenner

    Die Nutzungspreise für Verlage derart empfindlich und rigoros je nach Datenqualität zu unterscheiden, geht an der Wirklichkeit der Verlagslandschaft vorbei. Speziell die ohnehin schon durch den Branchenwandel der letzten Jahr massiv an die Wand gedrückten Kleinverlage haben überhupt nicht die personellen Kapazitäten, um diese Datenpflege in vollem Umfang leisten zu können. Bei teilweise tausenden von Titeln in der Backlist ist auch das quartalsmäßige Bestätigen der Lieferbarkeit ein Akt, den die Vertriebskollegen in den großenn Verlagshäusern ja bestimmt im Rahmen einer gesonderten Vollzeitstelle ganz easy handeln können, bei so mancher Drei-Mann-Truppe im Verlagsgewerbe wird das allerdings ein Ding der Unmöglichkeit sein.

    Am Ende muss man leider feststellen, dass die Optimierung der Katalogqualität für alle Beteiligten nur ein vorgeschobener Grund für das neue Bezahlmodell ist. In Wirklichkeit aber dient es angesichts der Gewissheit, dass viele Verlage die notwendige Pflege nicht leisten können, dem alleinigen Zweck, noch mehr Geld zu verdienen.

  • Stephan

    Stephan

    Letztes Jahr krachte es kurz vor der Buchmesse, der Fortschritt beim diesjährigen Relaunch besteht wohl darin, dass der große Krampf schon im August stattfindet, da hat man wenigstens die Chance, bis zur Vorweihnachtszeit einiges zu korrigieren. Wer einmal geschaut hat, wie die Daten vom VLB jetzt in der frei zugänglichen Version "www.buchhandel.de" ankommen, der kommt aus dem Staunen nicht raus. Ein Datensalat sondersgleichen und Datenaktualisierungen im Schneckentempo.

  • Markus Fertig

    Markus Fertig

    Carsten Vogt, wir haben gestern nochmal die Anbindung über Eurosales intensiv geprüft und es gibt keine systembedingten Probleme. Wenn Sie weiterhin Schwierigkeiten bei der Anwendung haben, dann schreiben Sie uns doch bitte eine kurze E-Mail an api@vlb.de oder wenden sich direkt an den Hersteller Eurosoft. Vielen Dank!

  • Britta Noack

    Britta Noack

    @ Branchenkenner: Die Lieferbarkeitsbestätigung ist mit zwei Klicks erledigt: In der Titelverwaltung einen Haken bei "alle Titel" setzen und auf "Lieferbarkeitsbestätigung" klicken. Fertig.
    Das setzt natürlich voraus, dass die Titel wirklich lieferbar sind und Sie die wichtigen Daten zu Ihren Titeln á jour halten. Aber da Sie Ihre Verlagsprodukte sicher verkaufen möchten, ist es in Ihrem Interesse, dass sie in allen bibliografischen Systemen korrekt angezeigt werden.
    Schöne Grüße aus einem mittelständischen Verlag.

  • Jörg Mewes

    Jörg Mewes

    DIe neuen Funktionalitäten konnte ich noch nicht kennenlernen - seit dem Neustart kann ich nichts mehr bestellen. Die ersten Tage war ich ganz verständnisvoll - mittlerweile behindert es den Betriebsablauf erheblich und nervt alle MitarbeiterInnen. Heute habe ich am Telefon erstaunliches gehört: die sofort sichtbare Lieferbarkeit beim Barsortiment wurde (erstmal) weggelassen, da nicht so erheblich. Frage an die Branchenkenner, geht es noch praxisferner ?

  • Insider

    Insider

    Das VLB sollte ursprünglich mit neuen Funktionalität im Herbst 2014 vorgestellt werden. Siehe hierzu auch die Pressemitteilung der MVB aus Anfang 2014. Nun ist es fast ein Jahr später geworden. Und funktioniert trotzdem nicht fehlerfrei.

  • Markus Fertig

    Markus Fertig

    Jörg Mewes, ich gehe davon aus, dass Sie sich auf die Bestellbuch-Funktion im VLB beziehen. Tatsächlich gab es hier in den ersten Tagen Schwierigkeiten. Jetzt sollte Ihre Bestellung allerdings wieder funktionieren. Falls Sie noch Probleme haben, hilft Ihnen unser Kundenservice-Team gerne weiter. Die Anzeige der Lieferbarkeit bei den Barsortimenten soll bis zum Jahresbeginn 2016 nachgezogen werden - sobald der genaue Termin feststeht, werden wir alle Kunden darüber informieren.

    Insider, seit der Frankfurter Buchmesse 2014 stehen unseren Kunden die Testsysteme der neuen Software-Schnittstellen zur Verfügung. Diese frühe Einbindung war eine wichtige Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit des neuentwickelten VLB, hat aber auch zusätzliche Anforderungen mit sich gebracht, die wir bestmöglich umgesetzt haben. Damit auch diese Entwicklungen ausreichend getestet werden konnten und um allen Kunden eine möglichst reibungslose Umstellung auf das neue System zu ermöglichen, haben wir die Projektlaufzeit in diesem Jahr verlängert. Bei der Umstellung sind Anlaufschwierigkeiten eingetreten, die bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht vollständig zu vermeiden sind. Allerdings sind wir in sehr engem Austausch mit unseren Kunden und Partnern. Auf diese Weise konnten wir schon kurzfristig Optimierungen vornehmen - weitere folgen natürlich fortlaufend. Auch an Sie die Bitte, spezifische Fehlermeldungen an unseren Kundenservice weiterzuleiten. Denn so können wir Ihre Fragen am effektivsten beantworten.

  • Carsten Vogt

    Carsten Vogt

    @ Markus Fertig Die Problem in der Bibliographie durch das VlB dauern leider weiter an. (Trotz Ihrer Zusage oben.) Ich habe mich heute entschlossen, b.a.w. das VlB zu ignorieren. Ich gehe dann lieber über die Barsortimentskataloge und den KVK. Ich stelle fest, daß Ihre Projektierung mangelhaft ist. - Weiterhin viel Erfolg.

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