Die Sonntagsfrage

"Was läuft im Buchhandel noch in Sachen DVD, Herr Trettin?"

Netzflix zum Trotz dürften auch in diesem Jahr wieder zahlreiche DVDs / Blu-rays unter den Weihnachtsbäumen liegen. Oliver Trettin, Geschäftsführer der FAM − Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Medien, weiß, wie der Buchhandel von der Lust am physischen Produkt profitieren kann.

Oliver Trettin, Geschäftsführer ­Gesellschaft zur Förderung ­audiovisueller Medien (FAM)

Oliver Trettin, Geschäftsführer ­Gesellschaft zur Förderung ­audiovisueller Medien (FAM) © Bundesverband Audiovisuelle Medien

Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass die Videoindustrie auch dieses Jahr mit dem stabilen Ergebnis im stationären Buchhandel äußerst zufrieden ist. Im Gegensatz zum Gesamtmarkt konnten der Umsatz des Vorjahres erreicht und bis Ende September dieses Jahres trotz weiterhin sinkender Verkaufsfläche 200.000 neue Videokäufer im Buchhandel dazugewonnen werden. Das ist wirklich bemerkenswert.

Der stationäre Buchhandel hat sich also offensichtlich als Absatzkanal für Videoprodukte etabliert, was auf den zweiten Blick auch nicht verwundert, da er häufig die einzige DVD/Blu-ray-Bezugsquelle in den Stadtzentren darstellt. Damit kommen wir auch gleich zur möglichen Profilierung des Buchhandels, denn diesen USP sollten die Händler tatsächlich noch deutlicher und offensiver bewerben. Dafür bieten sich vor allem auch die üblichen Thementische an, für die es stets auch geeignetes Filmprogramm gibt. Es sollte dem Kunden ständig und immer wieder signalisiert und ins Gedächtnis gerufen werden, dass der Buchhandel neben Buch, Hörbuch und Musik eben auch (Kino-)Filme und Serien anbietet.

Da die oben angesprochenen Streaming-Plattformen wie z.B. Netflix − von einigen wenigen, meist eigenproduzierten Serien abgesehen − ausschließlich älteres Programm anbieten, stellen sie insofern auch keine Konkurrenz zum Videoangebot aktueller Kinofilme und Serien dar, denn die wird man auch weiterhin vor allem als DVD und Blu-ray erwerben können. Trotz des überall beschriebenen Hypes um die neuen digitalen Angebote werden im transaktionalem Geschäft auch aktuell weiterhin neun von zehn Euro mit physischen Formaten wie der herkömmlichen DVD und Blu-ray generiert. Die Silberscheiben bieten mit aufwändiger Verpackung, ausführlichen Extras, möglicher Weitergabe, Überall-Abspielmöglichkeit und nicht zuletzt auch grundsätzlich durch ihre Haptik Vorteile, die ein digitales Datenfile nicht ersetzen kann. Wir erwarten daher auch in Zukunft stabile Buchhandelsumsätze, nicht zuletzt auch angesichts des erfolgversprechenden Videoprogramms in 2017.

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