Die Sonntagsfrage

Weshalb braucht Deutschland eine "Woche unabhängiger Buchhandlungen"?

Von 10. bis 16. November wird es deutschlandweit eine "Woche unabhängiger Buchhandlungen" geben. Warum haben David Mesche und seine Mitarbeiter von den Berliner Kiezbuchhandlungen Buchbox! diese Initiative ins Leben gerufen und was soll in dieser Zeit passieren? VON DAVID MESCHE

"Immer wieder wurde in den letzten Jahren der Untergang der Indie-Buchhandlungen verkündet. Mal war es Amazon, mal waren es die großen Ketten, mal die E-Books, die unsere Sortimente zu vernichten drohten.

Das ist meinem Team und mir wahnsinnig auf die Nerven gegangen. Die Wahrheit ist, in den mehr als 4.000 inhabergeführten Verkaufsstellen dominieren mehr denn je wunderbare Erfolgsgeschichten und zeugen von der Liebe der Leser zu 'ihrer' Buchhandlung. KollegInnen, die mit ihren Läden kreativ und flexibel agieren, haben zum Teil sogar beachtliche Zuwächse bei der Beliebheit- und beim Umsatz.

Es ist also an der Zeit, uns ins rechte Licht zu rücken. Um dies zu erreichen, müssen wir unsere Kreativität in einer bestimmten Woche geballt zeigen.

Wir laden deshalb alle unabhängigen SortimenterInnen ein, gemeinsam den Indie-Buchhandel zu feiern. Natürlich über Veranstaltungen, die während der Woche stattfinden. Aber auch durch Autoren, die im Buchladen selbst Bücher empfehlen und über Prominente, die ihre Liebe zu 'ihrem' unabhängigen Buchladen in Worte fassen. Außerdem ist die Verleihung des Indies, des 'Preises der unabhängigen Buchhandlungen', geplant.

Natürlich sollen nicht alle das gleiche machen – wir brillieren gerade durch unsere Individualität, oder? Entsprechen kann man zum Beispiel die Plakate verwenden, die über Prolit und Umbreit automatisch geliefert werden. Aber ebenso gut etwas Eigenes entwerfen. Entscheidend ist nur, dass die Aktionen gegenüber Kunden und der Presse so transportiert werden, dass die 'Woche unabhängiger Buchhandlungen' wahrgenommen wird.

Und wer Lust hat, während der WuB mit zu feiern, kann sich unter wub@indiebooks.de eintragen lassen oder auf www.facebook.com/indiebooks sein Engagement verkünden."

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4 Kommentar/e

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  • Andreas

    Andreas

    Weshalb braucht Deutschland eine "Woche unabhängiger Buchhandlungen"?

    Weshalb öffnet David Meschke seine Buchhandlungen (er betreibt eine kleine Kette) oft direkt neben oder gegenüber andere kleinere Buchhandlungen und betriebt eine scheinbar agressive Verdrängungspolitik, die man sonst (in der Buchbranche) nur - wenn auch kurz - von Thalia kannte, und ansonsten in der Kaffee-Branche durch Starbucks berüchtigt ist?

    Wieso macht er bzw. die Firma das? Was hat man davon, mit identischen Filialen, die alle auf "individuell" machen (cf. Starbucks) tatsächliche individuelle Läden, die oft wirklich besonderes anbieten, sich nicht querfinanzieren können und durch mehrere Filialen höhere Rabatte aushandeln können, das Leben schwer zu machen, z.B. bis sie aufgeben müssen?

    Ich weiß es wirklich nicht, in der Branche kann die Antwort ja nicht wirklich "Geld" sein. Es ist mir einfach suspekt.

    Ich erwarte aber auch nicht, solche Fragen oder Antworten im PR-Blatt-Börsenblatt zu lesen.

  • Lisa Müller

    Lisa Müller

    Wenn wir uns schon billige Feindbilder suchen wollen, dann auch die richtigen: Das Internet hat dem Buchhandel in den letzen Jahren richtig viel Geld entzogen. Diese gilt es, durch innovative, stationäre Ideen zurückzugewinnen. Durch Nörgelei kommt es sicher nicht zurück.

    Die Anzahl der Filialen spielt natürlich überhaupt keine Rolle. Entscheidend ist, ob die Läden ihre Steuern in Deutschland bezahlen, ob sie ausgebildete Buchhändler beschäftigen und ob sie innovative buy local Konzepte verfolgen.
    Wird dadurch eine Spirale in Gang gesetzt wird, mehr für Leseförderung, Mitarbeiter und Kultur vor Ort zu tun, ist das eine gute Entwicklung für alle, die gerne Lesen..

  • Frank Toussaint

    Frank Toussaint

    Lieber Andreas,
    das ist aber ein sehr harter Rundumschlag gegen die Buchbox.
    Ich finde die einzelenen Fililialen haben zwar ein gemeinsames Aussehen, aber sind sehr individuell auf die einzelen unterschiedlichen Kieze in Berlin ausgerichtet.
    Sehr engagierte und fachkundige Mitarbeiter und ein durchaus induviduelles Sortiments.
    Also mit " Starbucks" hat das ja wohl nichts zu tun.
    Ich unterstütze diese Aktion.

    Frank Toussaint

  • Stephan

    Stephan

    Andreas hat die Praktiken der kleinen Buchbox-Kette ganz zutreffend beschrieben. Die Filialen werden in unmittelbarer Nähe bereits bestehender Buchhandlungen eröffnet und mehr oder weniger überzeugend als der authentische, nette kleine Buchladen um die Ecke beworben.

    Die Kampagne für den unabhängigen Buchladen passt in dieses Konzept. Der Versuch, Werbestrategien von Independent-Verlagen zu imitieren und sich dabei als Avantgarde des inhabergeführten Sortimentsbuchhandels aufzuspielen, ist weniger glaubwürdig als peinlich.

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