Dorothee Meyer-Kahrweg zur Hörbuchbestenliste

Die hr2-Bestenliste wird 20

Was bedeutet "unabhängig" bei der hr2-Bestenliste? Wie arbeiten die Juroren? Auf welchen Wegen wird ihr Ergebnis bekannt gemacht? Aus gegebenem Anlass eine Aufklärung von Dorothee Meyer-Kahrweg.

Dorothee Meyer-Kahrweg, Redaktion hr2-Hörbuchbestenliste

Dorothee Meyer-Kahrweg, Redaktion hr2-Hörbuchbestenliste © Gerhard Klaus

Als Hans Sarkowicz von hr2-kultur vor 20 Jahren die Idee hatte, Hörbücher monatlich von einer unabhängigen Jury beurteilen zu lassen, war der Hörbuchmarkt noch sehr klein. Neben der Deutschen Grammophon, dem Hörverlag und Schumms sprechenden Büchern (heute Steinbach sprechende Bücher) bestritten ihn etliche kleine bis winzige Verlage. In dieser Zeit gab es noch Hörbücher, vielfach auf Cassetten, die aussahen und klangen, als seien sie in der heimischen Garage entstanden. Umso mehr fehlte ein Gremium, das unabhängig die Qualität der Produktionen beurteilte.

Diese Aufgabe sollte die hr2-Hörbuchbestenliste übernehmen, die im Mai 1997 zum ersten Mal erschienen ist. Zusammen mit dem Börsenblatt und später auch mit Unterstützung der Zeitschrift "Chrismon", "Hits für Kids" (bis zu deren Einstellung Ende 2016) und dem Literaturhaus Frankfurt stellte hr2-kultur eine unabhängige Jury für die Beurteilung von Hörbüchern zusammen. "Unabhängig" bedeutet, dass kein Jurymitglied an der Produktion von Hörbüchern beteiligt sein darf. Zu den etwa 20 Jurorinnen und Juroren gehören Kritiker und Kritikerinnen der großen deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften, Buchhändlerinnen und andere Kulturschaffende. Sie prämieren monatlich die nach ihrer Meinung fünf besten Hörbücher für Erwachsene sowie drei für Kinder und Jugend­liche. Dazu gibt es jeweils noch einen persönlichen Tipp von einem der Juroren. Als besondere Krönung der Arbeit wählen die Juroren jeweils im Dezember aus allen Hörbüchern der vergangenen zwölf Monate die Hörbücher des Jahres aus – auch hier wieder eines für Kinder und eines für Erwachsene.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Hörbuchmarkt gewaltig entwickelt. Die Verlage senden daher nur eine qualifizierte Auswahl ihrer Produktionen an die Jury. Das Layout der hr2-Hörbuchbestenliste hat sich mehrfach gewandelt, doch die Arbeit der Jurorinnen und Juroren ist gleich geblieben: Viele Jury­mitglieder sind von Anfang an dabei, haben inzwischen viele Tausend Hörbücher gehört. Jeder für sich bewertet die Produktionen, die ihnen die Verlage direkt zusenden: Beurteilt werden Inhalt, Interpretation, eventuell Kürzungen, aber auch das Booklet und bei Hörspielen die Dramaturgie. Je nach Gefallen werden Punkte vergeben. Die Hörbücher mit den meisten Punkten kommen auf die Liste. Kurze schriftliche Beurteilungen der Juroren nutzt die Redaktion, um Texte zu verfassen, die Inhalt und Besonderheit der Produktionen herausstellen. 



Die hr2-Hörbuchbestenliste hat es in den vergangenen 20 Jahren geschafft, eine sehr wichtige Institution für die Be­urteilung von Hörbüchern zu werden. Dies gelang auch dadurch, dass die Bewertungen auf vielfältige Weise bekannt gemacht werden: Das Börsenblatt übernimmt seit 20 Jahren den Druck des monatlich erscheinenden hr2-Hörbuchbestenlisten-­Plakats, es liegt immer der letzten Börsenblattausgabe eines Monats bei. So gelangt die Liste in die Buchhandlungen und wird darüber hinaus an viele Multiplikatoren wie Büchereien und an Privatpersonen verschickt. Im Literaturhaus Frankfurt kann man Ausschnitte der Produktionen sogar in einem extra dafür geschaffenen Sessel mit eingebauter Abspielstation hören. Immer wichtiger wird die digitale Verbreitung. Die aktuelle Liste und viele Listen der vergangenen Monate findet man mit Hörproben auf www.hr2.de. Seit Beginn dieses Jahres werden die Titel auch sehr erfolgreich über Facebook gepostet.

Natürlich nutzt der Hessische Rundfunk die Arbeit der Experten, um die ausgewählten Hörbücher auch in hr2-kultur zu präsentieren. In der wöchentlichen Sendung "Hörbuchzeit" werden die Titel der aktuellen hr2-Hörbuchbestenliste und weitere Produktionen vorgestellt (jeden Samstag, 12:04 – 13 Uhr in hr2-kultur). Wer die Sendung verpasst hat, kann sie im Internet bei den Podcast-Angeboten in hr2-kultur nachhören.

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