Eifelbildverlag übernimmt insolventen Regionalia Verlag

Schnelle Rettung

Der Eifelbildverlag in Daun hat den in Insolvenz befindlichen Regionalia Verlag aus Rheinbach übernommen. Inhaber Sven Nieder bündelt seine Verlage künftig unter einem neuen Dach: der Kraterleuchten GmbH.

Bruno Hof und Sven Nieder (rechts)

Bruno Hof und Sven Nieder (rechts) © privat

Regionalia Verlag gerettet

Am 28. Juni 2018 hatte das Amtsgericht Bonn das Insolvenzverfahren des Regionalia Verlags von Bruno Hof eröffnet, zum Insolvenzverwalter wurde der Bonner Rechtsanwalt Dirk Obermüller ernannt. "Wir hatten davon erfahren und ich habe mich entsprechend erkundigt", erklärt Sven Nieder, Inhaber des Eifelbildverlags, gegenüber boersenblatt.net. "Das Portfolio des Regionalia Verlags passt zu uns und dessen langjähriger Geschäftsführer Bruno Hof ist ein exzellenter Kenner der Branche", ist Nieders Resümee. Als klar gewesen sei, dass Bruno Hof an Bord bleibe "und seine Expertise nun dem gesamten Verlag zur Verfügung stehen würde, haben wir die Chance ergriffen und das beste Angebot abgegeben", so Nieder. Inzwischen sei die Übernahme des Regionalia Verlags "in trockenen Tüchern". Das Büro des Regionalia Verlags in Rheinbach bleibe erhalten, weitere Mitarbeiter habe es neben Bruno Hof nicht gegeben.

Neue Dachmarke

Die eingeführten Namen der Verlage sollen erhalten bleiben, diese werden aber unter dem Dach der neuen Gesellschaft Kraterleuchten GmbH zusammengefasst. Kraterleuchten-Geschäftsführer wird Sven Nieder, der auch für seine Landschafts- und Porträtfotografien bekannt ist. Seit 2016 führt er den von seinem Vater Hans Nieder gegründeten Eifelbildverlag. "Der Verlag war ursprünglich dafür gedacht, den organisatorischen Aufwand für den Vertrieb des Bildbandes 'Himmel über der Vulkaneifel' zu leisten. Doch daraus ist weit mehr geworden", sagt Nieder. Mittlerweile habe der Eifelbildverlag fast 40 Titel im Programm: Bildbände, Autobiografisches, Lyrik, Reise- und Heimatliteratur sowie Kinderbücher. Im Fokus stehen grafisch hochwertig gestaltete Bücher, "welche die Eifel in ihren unverwechselbaren, wunderbaren Seiten darstellen und nach vorn bringen", so Nieder.

Seit 2017 veröffentlicht der Eifelbildverlag in der Edition Bildperlen Fotobände international renommierter Fotografen zu ganz anderen Themen − etwa Jürgen Eschers Fotoreportage über abenteuerliche Transportwege im Kongo. Um dem Wachstum noch etwas Schwung zu geben, so Nieder gegenüber boersenblatt.net, komme die Erweiterung durch den Regionalia Verlag genau zum richtigen Zeitpunkt. Der Regionalia Verlag bringt rund 250 Titel ein. Die Programmausrichtung (Regionalia zu ganz Deutschland) werde beibehalten, ein Teil der Eifel-Titel werde bei Zeiten zum Eifelbildverlag wandern.

"Und wir haben in naher Zukunft noch einiges mehr vor", verrät Nieder gegenüber boersenblatt.net. Der Expansion ("ursprünglich hatten wir ausschließlich Titel zur Eifel im Programm", so Nieder) soll das neutralere Dach Kraterleuchten entsprechen, in dem sich neben den drei aktuellen künftig noch weitere Verlage als Imprints entfalten könnten.

Die Distribution der Verlagserzeugnisse bleibt Nieder zufolge für den Buchhandel wie gehabt: Eifelbildverlag und Edition Bildperlen liefern über die Prolit Verlagsauslieferung, der Regionalia Verlag über den VSB-Verlagsservice Braunschweig aus.

Update, 10. Juli, 15.20 Uhr:
Der Bonner Insolvenzverwalter Dirk Obermüller, Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei dhpg, bestätigt, dass der Eifelbildverlag die Assets des Regionalia Verlags zum 1. Juli 2018 übernommen hat. Daneben habe es noch einen weiteren Interessenten gegeben. Die Verbindlichkeiten bleiben Bestandteil des Insolvenzverfahrens, somit ist auch das Insolvenzverfahren noch nicht abgeschlossen, erklärt die Bonner Kanzlei.

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