EU-Kommission verlangt Auskunft über Ansiedlung von Amazon

Im Visier der Wettbewerbshüter

Es könnte ein "Sweetheart-Deal" gewesen sein: Die "Süddeutsche Zeitung" meldet, dass die EU-Kommission Druck auf Luxemburg ausübt. Das Niedrigsteuerland, dem Amazon seine Paketaufschrift "S.a.r.l." sowie mikroskopische Gebühren auf seine Gewinne verdankt, soll den Versandhändler womöglich mit unzulässigen Sonderkonditionen ins Land gelockt haben - zum Schaden anderer EU-Länder.

Amazon ist in bester Gesellschaft: Auch Apple und Starbucks stehen unter verschärfter Beobachtung der EU-Kommission, deren Mitglieder sich über milliardenschwere Verluste durch die sogenannten "sweetheart deals" beklagen.

Das Kommissariat für Wettbewerbsrecht habe von dem Großherzogtum Informationen angefordert, mit welchen Abmachungen das Land den US-Konzern zu sich gelockt habe. Nun könnte eine ausführliche Prüfung ins Haus stehen. Vergangenes Jahr soll Amazon seine elf Milliarden Umsatz aus dem Europa-Geschäft über seine Luxemburger Tochter abgerechnet haben - und einen Rabatt von vier Millionen Dollar auf den bereits bekanntermaßen geringen Luxemburger Steuersatz genossen haben. Nach einer Recherche von Reuters, zitiert die "SZ", soll Amazon 2012 außerdem bis zu zwei Milliarden Euro unversteuert in Luxemburg gebunkert haben.

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4 Kommentar/e

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  • Harry

    Harry

    Tja, in der sozialistischen EUdSSR ist Wettbewerb (auch unter Ländern) eben ein Verbrechen.

  • Josef

    Josef

    Sind Sie harry?
    Wettbewerb sollte sich bekanntlich darin äußern, besser, produktiver, etc. zu sein. Nicht, sich die findigsten Steuervermeider einzukaufen. Und auch nicht, Monopolmacht durchzudrücken.

  • Harry

    Harry

    @Josef:
    Es gibt glücklicherweise Wettbewerb unter den Staaten. So werden zumindest die schlimmsten Auswüchse staatlicher Macht ein wenig korrigiert, indem in einem solchen Fall dann Unternehmen in weniger restriktive Staaten abwandern und die Steuerzahlungen gleich mitnehmen. Nichts bewegt einen Politiker besser, sein handeln zu überdenken.

    Es steht Deutschland frei, Steuern zu senken und somit Unternehmen wieder zurück ins Land zu holen.

  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    Tja Harry, Deutschlands Politiker tun schon alles, was ihnen die Lobbyisten so einflüstern. Zahlen dürfen die Zeche irgendwie immer die Bürger - so sie nicht Unternehmer sind. Aber es geht ja ums große Ganze. Um Arbeitsplätze. Die dann irgendwann doch ausgelagert werden, weil ärmere EU-Staaten noch weniger Steuern nehmen, noch mehr Subventionen zahlen und noch weniger Umweltschutz einfordern. Die schlimmsten Auswüchse staatlicher Macht sind die immer wieder beschissenen Bürger und Arbeitnehmer - und vor allem skrupellose Lobbyisten wie unser abgeschobener Oettinger. Ne - so einfach wie Sie darf man sich das nicht machen. Oder gehören Sie auch zu den wenigen Profiteuren dieser staatlichen Auswüchse?!

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