Geisteswissenschaften International

Exzellenzpreise für Arndt Brendecke und Lothar Müller

Arndt Brendecke für "Imperium und Empirie" (Böhlau) und Lothar Müller für "Weiße Magie" (Hanser) erhalten den "Preis zur Förderung exzellenter geistes- und sozialwissenschaftlicher Publikationen" – eine besondere Würdigung im Rahmen von "Geisteswissenschaften International". Insgesamt wurden 20 Werke prämiert.

Im Rahmen von "Geisteswissenschaften International – Preis zur Förderung der Übersetzung geisteswissenschaftlicher Literatur" zeichnen der Börsenverein, die Fritz Thyssen Stiftung, die VG WORT und das Auswärtige Amt insgesamt 20 herausragende geistes- und sozialwissenschaftliche Werke aus.
 
"Arndt Brendecke analysiert in bestechender Klarheit die Funktionsweise der spanischen Kolonialmacht, bei der die Anhäufung von Wissen zum Wohle der Zentralmacht das Gegenteil beförderte: Die Lieferanten von Informationen wurden in die Lage versetzt, eigene Interessen stärker zu verfolgen", begründet die Jury die besondere Würdigung in der Pressemitteilung. Brendecke leiste mit "Imperium und Empirie. Funktionen des Wissens in der spanischen Kolonialherrschaft" einen wichtigen Beitrag zur Forschungsdiskussion.

Und zu Lothar Müllers "Weiße Magie. Die Epoche des Papiers" heißt es: "Die Medienrevolution des Buch- und Zeitungsdrucks waren nur möglich, weil sie von ähnlichen Revolutionen der Papierherstellung begleitet wurden. Lothar Müller befreit die  Medienwissenschaft von ihrer Fixierung auf Schreibtechnologien – und das zu einem Zeitpunkt, da wir selbst Zeugen einer Medienrevolution sind. Dabei blickt Müller im vorliegenden Werk weit über den deutschen Tellerrand."
 
Die weiteren ausgezeichneten Titel sind:

  • Jan Assmann: Religio Duplex. Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung (Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag Anton Kippenberg)                  
  • Dietz Bering: Die Epoche der Intellektuellen. 1898–2001 (Berlin University Press)   
  • Ernst Wolfgang Böckenförde: Hauptwerke (Suhrkamp Verlag)
  • Sybille Frank: Der Mauer um die Wette gedenken. Die Formation einer Heritage-Industrie am Berliner Checkpoint Charlie (Campus Verlag)        
  • Wolf Gruner und Jörg Osterloh: Das "Großdeutsche Reich" und die Juden. Nationalsozialistische Verfolgung in den "angegliederten" Gebieten (Campus Verlag)
  • Jan Hoff:  Marx global. Zur Entwicklung des internationalen Marx-Diskurses seit 1965 (Akademie Verlag)        
  • Ute Holl: Kino, Trance & Kybernetik (Brinkmann und Bose)      
  • Christoph Kalter: Die Entdeckung der Dritten Welt (Campus Verlag)
  • Wiebke Keim: Vermessene Disziplin (transcript Verlag)
  • Dimitri Myeshkov: Die Schwarzmeerdeutschen und ihre Welten 1781–1871 (Klartext Verlag)
  • Andreas Pečar: Macht der Schrift. Politischer Biblizismus in Schottland und England zwischen Reformation und Bürgerkrieg (1534–1642) (Oldenbourg Wissenschaftsverlag)
  • Claus Pias: Computer Spiel Welten (diaphanes Berlin) 
  • Rengenier Rittersma: Egmont da capo – eine mythogenetische Studie (Waxmann)
  • Hartmut Rosa: Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne (Suhrkamp)
  • Jörg Rüpke: Von Jupiter zu Christus. Religionsgeschichte in römischer Zeit (Wissenschaftliche Buchgesellschaft)
  • Barbara Stollberg-Rilinger: Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches (C.H. Beck)
  • Christoph Volkmar: Reform statt Reformation. Die Kirchenpolitik Herzog Georgs von Sachsen 1488–1525 (Mohr Siebeck)           
  • Joachim Weimann, Andreas Knabe, Ronnie Schöb: Geld macht doch glücklich (Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft•Steuern•Recht GmbH)        

Mit der Preissumme von insgesamt 300.000 Euro wird die Übersetzung der 20 Titel ins Englische finanziert. Ziel der Auszeichnung ist die stärkere internationale Verbreitung deutscher Forschungsergebnisse in den Sozial- und Geisteswissenschaften sowie die Förderung deutschsprachiger Erstpublikationen. Erstmalig werden auch zwei Titel ins Russische (Dietz Bering, "Die Epoche der Intellektuellen") und Ukrainische (Dimitri Myeshkov, "Die Schwarzmeerdeutschen und ihre Welten 1781–1871") übersetzt.

Zum kommenden Frühjahr geht der Juryvorsitz von Dieter Langewiesche auf Luca Giuliani über.

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