Klage gegen Open-Access-Satzung

Konstanzer Hochschullehrer ziehen vor Gericht

17 Hochschullehrer der Universität Konstanz haben beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim eine Normenkontrollklage gegen die Open-Access-Satzung der Universität eingereicht.

Wie die Hochschule selbst mitteilt, sähen die Wissenschaftler in der Praxis der Universität, ihre Wissenschaftler zur Nutzung des Rechts auf Zweitveröffentlichung zu verpflichten, einen Verstoß gegen das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit (Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz).

Zum Hintergrund:
Die Universität Konstanz hatte am 10. Dezember 2015 eine "Satzung zur Ausübung des wissenschaftlichen Zweit­veröffentlichungsrechts" in Kraft gesetzt, die ihre Wissenschaftler dazu verpflichtet hatte, das sogenannte Recht auf Zweitveröffentlichung wahrzunehmen: Sämtliche wissenschaftlichen Beiträge, die in Zeitschriften veröffentlicht werden und die mindestens zur Hälfte aus öffent­lichen Mitteln finanziert sind, sollten der Satzung zufolge ein Jahr nach der Erstpublikation der Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt und über den Konstanzer Publikationsserver KOPS öffentlich und kostenlos zugänglich gemacht werden.

Ulrich Rüdiger, Rektor der Uni Konstanz, begrüßt, dass der juristische Sachverhalt jetzt geklärt wird. Die rechtliche Prüfung sei eine "entscheidende Weichenstellung" für Open Access in der Wissenschaft.

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2 Kommentar/e

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  • Günter Tolkiehn

    Günter Tolkiehn

    Es ist klar, dass der gegenwärtige Versuch der Wissenschaft, die an das Oligopol der internationalen Wissenschaftsverlage verlorene Publikationshoheit wieder zurückzuerobern, auf Widerstand stößt. Dass solcher Widerstand hier von Autoren ausgeht, ist schade, aber nicht grundlos. Der Artikel erwähnt leider nicht die Befürchtung der Wissenschaftler, dass eine solche Zweitveröffentlichungspflicht von den global agierenden Wissenschaftsverlagen offen oder verdeckt eine Ablehnung von Artikeleinreichungen verursachen könnte. Dagegen könnte man sich dann nicht so leicht wehren, wie gegen den hier vorliegenden Versuch, weisungsfreie Wissenschaftler anzuweisen. Die klügere Strategie könnte es sein, freiwillig massenhaft zweitzuveröffentlichen (das Recht räumen die meisten Verlage ja auf den zunehmenden internationalen Druck hin bereits ein) und abzuwarten, ob und ggf. wie das Imperium zurückschlägt.

  • D. Griggs

    D. Griggs

    Hier in Deutschland werden die Universitäten öffentlich unterstutzt. Die Öffentlichkeit soll von dem Wissen, dass sie möglich macht, profitieren. Man sieht in den USA, was passiert, wenn die Akademie nur mit sich selbst spricht, wenn die Medien und Politiker dafür zuständig sind, Wissen für die Öffentlichkeit verständlich zu machen. Unsachlichkeit, Verdummung der Öffentlichkeit, zweifel an das Wert der Akademie--diese sind die Gefahren, die von einem hermetisch versiegelten akademischen Raum ausgehen.

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