Kleinfairlage bereiten Sammelklage gegen Amazon, Libri und KNV vor

Wegen "unverschämter Rabattforderungen"

Wenn Amazon darauf hinweist, ein Buch sei „nicht lieferbar“ oder „nicht verfügbar“,  bedeutet das noch nicht, dass es tatsächlich so ist. Die Kleinfairlage wollen das jetzt klarstellen – und bereiten derzeit eine Sammelklage gegen Amazon und die Barsortimente, Libri und KNV vor. Update: Verlage bevorzugen eine außergerichtliche Einigung.

Die Sammelklage richtig sich im Kern gegen die Rabattpolitik der Unternehmen; sie sei letztlich der Grund dafür, warum solche Hinweise in ihren Bücherdatenbanken überhaupt auftauchten, schreiben die Kleinfairlage in einem Brief an Verleger und Autoren, der boersenblatt.net vorliegt.

Warum sich die Kleinfairlage im Nachteil sehen

"Immer mehr Verlage lehnen sich zu Recht gegen die unverschämten Rabattforderungen der Großhändler auf“, heißt es. „Durch deren Aufnahme der Bücher in ihre Kataloge und dem damit verbundenen 'nicht lieferbar' suggerieren sie interessierten Käufern jedoch, dass der Gegenstand ihres Interesses überhaupt nicht mehr gekauft werden kann.“

Mit der Folge: Dass dadurch jeder Verleger und jeder Autor enorme Umsatzeinbußen habe. Was die Sache aus Sicht der Kleinfairlage noch verschlimmert: Nicht nur Amazon gebe nicht-lieferbar-Hinweise. "Selbst Buchhändler greifen auf diese drei Großhändler zurück und verkünden dem erstaunten Kunden, dass sein gewünschtes Buch wohl nicht mehr verlegt wird." Damit müsse Schluss sein, fordern sie. "Damit endlich jeder Verleger selbst bestimmen kann, ob und zu welchen Rabatten er seine Bücher verkauft. Auch das "Wo" muss selbst bestimmt werden dürfen.“

Wie die Aktion ablaufen soll   

Die Kritik an dem Procedere ist nicht neu, sie durchzieht die Branche bereits seit Jahren – und landet nun, wenn sich genug Unterstützer finden, bald vor Gericht. Ein Anwalt, der sie dorthin begleite, sei bereits gefunden, betonen die Kleinfairlage. Die Chancen, sich mit seiner Unterstützung durchzusetzen, schätzen sie als sehr hoch ein. 

Ihr Ziel dabei lautet: "Wir wollen erreichen, dass die drei Buchgroßhändler nicht länger 'nicht lieferbar' oder 'nicht verfügbar' bei allen Büchern angeben, deren Verleger und Autoren sich nicht an dem Rabattkampf beteiligen wollen und ihre Bücher daher auch nicht über diese drei Großhändler anbieten." Die Kleinfairlage haben auch bereits einen Vorschlag, wie es besser ginge: Indem die bisherigen Hinweise durch eine neue Formulierung ersetzt würden - etwa "Bei Amazon nicht verfügbar - bitte wenden Sie sich direkt an den Verlag". Was sie noch vom Ziel trennt, ist: Die Aktion braucht Unterstützung - und steht deshalb auch Nicht-Mitgliedern offen. "Wir starten die Sammelklage, wenn sich mindestens 50 Verleger und/oder Autoren zusammengefunden haben." 

Nur eine Luftnummer?

Ohnehin scheint es fraglich, wie weit der Verbund mit seinem Vorstoß kommt. Eine Stichprobe unter Kleinverlegern, die nicht Mitglied der Intitiative sind, lässt zumindest am Projekt Sammelklage zweifeln. Da sei "viel Luft in der Geschichte" sagen manche; andere meinen, der Verbund würde hier Äpfel mit Birnen vergleichen, sittenwittrige Rabattforderungen seien eine Chimäre.     

Über die Kleinfairlage: Der Verbund besteht erst seit wenigen Wochen. Er ist ein Zusammenschluss unabhängiger Kleinverlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu den Mitgliedern gehören u.a. der Windturm Verlag, der Heinrich-Jung-Verlag und der Einbuch-Literaturverlag.

Update (24.6.): Verlage bevorzugen außergerichtliche Einigung

Kleinverlage.de ist eine Plattform, hinter der kein Verbund steht – sondern ein Unternehmen mit Sitz in Leipzig, das erst vor zwei Wochen von Patricia Grüger, sie ist Werbetexterin und Autorin, und dem Einbuch-Verleger Patrick Zschocher gegründet wurde. Der Unternehmenszweck, laut Zschocher: Man wolle kleineren und mittelgroßen Verlagen mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen. "Einzeln werden wir sonst ja kaum wahrgenommen." Dazu soll die Website Kleinfairlage.de dienen, geplant sei u.a. aber auch, eine Datenbank zu entwickeln, um Buchhändlern Titelrecherchen zu vereinfachen. 

Bei der Klage, die Grüger und Zschocher vorbereiten, handelt es sich nicht im juristischen um eine Sammelklage. "Das Thema wurde von zahlreichen Verlegern und Autoren als Problem angesprochen und von kleinfairlage. de aufgegriffen, hier im Sinne der Verlage und Autoren tätig zu werden", sagen Grüger und Zschocher. "Das heißt, es beteiligen sich Verlage, die nicht zwingend Mitglied von kleinfairlage.de." Umgekehrt beteilige sich auch nicht jedes Mitglied von kleinfairlage.de an der Klage. In einem ersten Schritt wollen die Initiatoren jetzt versuchen, außergerichtlich eine Lösung zu finden. "Nur, wenn das keinen Erfolg hat, wird die Klage angestrengt."

 

 

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33 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Edda Kost

    Edda Kost

    Seit wann gibt es in Deutschland die Möglichkeit zur Sammelklage? Das ist Neuland für mich.

  • Ein Kunde

    Ein Kunde

    Mehrfach in Buchhandlungen erlebt. Ein kürzlich in einem kleinen Verlag erschienenes Buch mit dem Vermerk "nicht MEHR lieferbar" zu sehen, ist keine Seltenheit. Ich würde es begrüßen, wenn man den Großhändlern mal ordentlich auf die Finger klopft und sie daran erinnert, dass sie ohne zufriedene End-Kunden auf ihren Büchern hockenbleiben. Die Dummen sind letztendlich wieder die Verlage und Autoren.

  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    Ich verstehe die Unzufriedenheit der Kleinfairlage. Es ist fast das "Todersurteil" für spezielle Titel, sind diese nicht bei den Barsortimenten und Amazon verfügbar. Andererseits: Warum soll jemand verpflichtet werden, Informationen über Artikel zu liefern, die nicht im eigenen Angebot sind? Gehe ich in einen Supermarkt und suche ein bestimmtes Produkt, kann ich auch nur feststellen, ob es dort verfügbar oder eben nicht ist. Die Verkäufer sagen mir dann auch nicht: Gehen sie doch zu xyz, die führen das (was einem in kleineren Geschäften trotzdem manchmal so geht - ist dann halt Kundenservice). Ein Service des Buchhandels könnte ja auch mal eine über die Barsortimentskataloge hinaus gehende Recherche sein. Habe ich den Titel und sogar den Verlag, finde ich das vielleicht via Internet raus. Ich denke, daß die gute alte Recherche und der Wille, einem Kunden über normales Maß hinaus zu helfen, der Schlüssel zum Erfolg der Kleinfairlage sein sollten. Eine Klage gegen die Formulierungen des Barsortimentes halte ich für lächerlich. Für die BS gilt der Satz "nicht lieferbar", da die Titel nicht im Angebot sind. Mehr muß man nicht kommunizieren!

  • Klaus Kowalke

    Klaus Kowalke

    Was mich irritiert: Wieso wird Amazon als Buchgroßhändler bezeichnet und mit Libri und KNV in einen Topf geworfen? Die Barsortimente haben eine Auswahl am Lager und können auch nicht jedes lieferbare Buch lagern. Auch Amazon hat als Online-Buchhändler längst nicht alle lieferbaren Titel im Angebot. Sowohl die Barsortimente als auch Amazon dürfen sortieren und sind nicht verpflichtet "alles" anbieten zu müssen noch suggerieren sie Vollständigkeit. Die Buchhändler wissen das. Wo findet man also die gigantische Vielzahl der Klein-, Kleinst- und Selbstverlage? Ja, richtig, im VLB. Dieses Arbeitsinstrument ist für das Sortiment das A und O und jeder Verlag der seine Titel an das VLB meldet wird auch im Sortiment gefunden. Natürlich ist das mit Kosten für die Sortimenter und Verlage verbunden.

    Zum Rabatt: Da gibt es wohl grundsätzlich etwas anzumerken. Natürlich ist es schwierig als Kleinstverlag in den Barsortimentskatalog zu kommen, dies richtet sich aber auch nach den Marktbedingungen, d. h. nach Relevanz der Titel und nach der Marktnachfrage. Grundsätzlich werden von den Barsortimenten die Grundrabatte der Verlage ja an die Sortimenter weitergereicht, deshalb muss das Barsortiment einen auskömmlichen Rabatt einfordern (zumal bei Büchern welche sich nicht schnell drehen). Und Amazon? Auch Amazon hat als großer Händler das Recht höhere Rabatte zu fordern wenn er im Gegenzug auch größere Stückzahlen abnimmt. Hier muss jedoch die obere Grenze gewahrt bleiben, die das Preisbindungsgesetz für Sortimente vorsieht. Wird diese überschritten ist eine Abmahnung fällig, dies gilt insbesondere auch für andere Filialketten bzw. für die die verdeckten Rabatte durch sog. Regalzuschüsse.

    Ist denn überhaupt genügend Branchenkenntnis auf Seiten der Kläger und ihrer juristischen Vertreter?

  • Buchmarktbeobachter

    Buchmarktbeobachter

    Diese Gruppe der Kleinfairleger scheint ja unglaublich relevant zu sein. Ich habe auf deren Homepage sage und schreibe 7 (sic!) Mitglieder in ganz Deutschland gezählt. Übrigens ausnahmslos völlig unbekannte Namen. Zahlen die überhaupt Mitgliedsbeiträge im Börsenverein, dass sich eine solche Meldung hier wenigstens insofern rechtfertigen ließe?
    Und offenbar werfen die Damen und Herrn Kleinfairleger hier "Großhändler" und "großer Händler" etwas durcheinander. Seit wann ist amazon ein "Großhändler"? Und was bitte ist mit Umbreit als dem dritten Barsortiment in Deutschland?

  • Ein Kunde

    Ein Kunde

    Ich muss "Verkaufnix" Recht geben. Ist ein Buch beim Großhändler nicht gelistet erscheint die Info "nicht lieferbar". Damit kann jeder leben und mit eigenen oder des Buchhändlers Recherchen ( was allerdings selten ist, da Buchhändler lieber gängige Literatur vom Stapel verkaufen), beginnen. Was ich bemängel ist die Tatsache der falschen Auskünfte. Obwohl die Bücher beim Großhändler schlummern, bekommt der Buchhändler oftmals die Info "nicht mehr lieferbar". Daher sollten sich kleine Verlage überlegen, ob sie zukünftig die teuren "Dienste" von Großhändlern oder Amazon in Anspruch nehmen.

  • Eine Kundin

    Eine Kundin

    Ich kann den Ärger für die Kunden schon nachvollziehn. Ich war vor kurzem in einer Fachbuchhandlung auf der Suche nach einem Buch. Der Buchhändler sagte mir dann schnell, dass er das Buch über libri nicht MEHR liefern könne. Ich bat ihn noch einmal nachzuschaun, da das Buch doch erst vor wenigen Wochen erschienen war. Er hat es dann sogar noch bei Amazon gesucht, auch dort: Nicht mehr lieferbar.
    Damit wird ja aber nicht nur suggeriert, dass das Buch beim jeweiligen Händler nicht mehr lieferbar ist, sondern dass es nirgendwo mehr lieferbar sei... Und damit beschneidet Amazon meiner Meinung nach den Umsatz der kleinen Verlage. Denn ein Kunde, dem einmal gesagt wurde, dass das Buch generell nicht lieferbar sei, wird es wohl kaum noch in anderen Läden suchen. Und jemand, der die Branche nicht kennt, weiß im Zweifelsfalle nicht mal, wo er überhaupt suchen müsste.
    Da könnte eine andere Formulierung schon helfen, Verwirrung zu vermeiden. Dann weiß der Kunde zumindest, dass er einfach nur an anderer Stelle nach seinem Buch suchen muss.
    Ob eine Sammelklage Sinn macht, kann ich nicht beurteilen, dazu kenne ich die Branche nicht genug. Aber aus Kundensicht wäre eine Einigung zu begrüßen. Können die Großen den Kleinen nicht die Hand reichen?
    Es wird ihnen wohl nicht wehtun...

    Ich habe mein Buch übrigens in einer anderen Buchhandlung bekommen. Aber das wird nicht jedem Kunden so gehn. Und wenn demnächst jeder alle Bücher anderer Verlage als "Nicht mehr lieferbar" anzeigt - bedeutet das nicht weniger Umsatz für ALLE?

  • Paul A. Heider

    Paul A. Heider

    Liebe Kolleginnen, es geht doch nur um eins: In den Katalogen steht: Ist nicht mehr lieferbar. Das heißt sogar für nicht wenige Buchhändler: Der Titel ist nicht lieferbar. Es könnte aber auch heißen: Bei dem Großhändler oder bei Amazon ist er nicht mehr lieferbar. Und nicht wenigen Buchhändlern und Buchhändlerinnen muss ich den Vorwurf machen: Sie schauen nur in den oben genannten Datenbanken. Sie könnten auch ja kostenlos ins VlB schauen d. h. in Buchhandel.de. Die Serviceeinstellung der Buchhändlerinnen und Buchhändler ist gefragt.

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    Unter gutem Service verstehe ich, jedes Buch zu bestellen,
    jeder Verlag hat eine Internetseite mit einer e-mail, dort
    kann man schnell nachfragen und der Kunde/die Kundin
    ist zufrieden. Dann kann man als Buchhändler noch bei
    b...l...ker nachsehen, ob noch ein anderer Reste anbietet
    und gegen eine geringe Gebühr dem Kunden anbieten.
    Bei mir bekommt jeder sein Buch, das ist doch selbstverständlicher Service.

  • Kleinverleger Alfons Th. Seeboth (Wölfchen Verlag)

    Kleinverleger Alfons Th. Seeboth (Wölfchen Verlag)

    Man sollte sich einmal die Mühe machen und sich die Verlage etwas genauer anschauen. Dann wird man merken, dass das Wort FAIR in dem Verbundnamen NICHTS zu suchen hat!

    Was mich bei dem Namen besonders ärgert, dass hier der Eindruck entstehen kann, dass die etwas mit Fairlag zutun haben. (Aktionsbündnis fairer Verlag)

    Auch wenn mich die Geschäftsgebaren von KNV und Libri ebenfalls stören, distanziere ich mich als Kleinverleger von dieser Gruppe!

    Gute Buchhändler kennen die Probleme, die schauen meist auch beim VLB rein und bestellen direkt beim jeweiligen Verlag!

  • Gustav Förster, Buchhandlung Förster

    Gustav Förster, Buchhandlung Förster

    Ich kann und will es auch nicht verstehen, wie viele Buchhändler offensichtlich nur in den Katalogen der (großen) Barsortimente "recherchieren". Bei mir, und das sollte im Buchhandel eigentlich selbstverständlich sein, wird grundsätzlich mit dem VLB gearbeitet und das Buch auch beim Verlag bestellt wenn es nicht beim BS gelistet ist (das Bonus-Programm von Umbreit arbeitet z.B. auf der VLB-Basis!). Dafür haben wir dieses Verzeichnis um das uns andere Branchen beneiden! Und anschliessend kann man auch noch bei Antiquaria nachschauen und so viele Wünsche dankbarer Kunden doch noch erfüllen. Wenn die Kollegen statt dessen leiber bei Amazon nachschauen und die dortigen Meldungen unkontrolliert weitergeben, dann fasse ich mir nur noch mit einem Seufzer an den Kopf. Die Kritik ist also nicht an die Barsortimente (Amazon ist kein Großhändler sondern Einzelhändler!) zu richten, sie listen bestimmte Bücher, andere nicht, und geben die entsprechende Auskunft auf Grund ihrer eigenen Daten. Der Rest ist der Job des Buchhändlers. Und für diese Einzelbesorgungen haben wir u.A. auch die Preisbindung. Das ist sozusagen der Preis der Preisbindung!

  • @Seeboth

    @Seeboth

    Was ist denn für Sie unfair an den Verlagen? Da sollten Sie vielleicht etwas deutlicher werden. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass man KleinFairlage und Fairlag verwechseln kann. Der eine Name sagt eindeutig aus, dass hier kleine und mittlere Verlage unterstützt werden und der andere sagt aus, dass es hier offenbar um große Verlage geht. Die verfolgten Ziele sind auch ganz andere. Und wenn die Buchhändler wirklich beim VLB reinschauen würden, müssten die kleinen verlage nicht kämpfen. Ich bin jedenfalls froh, dass sich endlich jemand der Probleme annimmt.

  • stefan weidle

    stefan weidle

    Ich verstehe das Gejammer auch nur halb. Jeder Buchhändler, der sein Metier versteht, wird recherchieren können. Und bei Amazon kann jeder Verlag seine Bücher selbst einstellen, dann sieht der potentielle Kunde, daß es sie (noch) gibt. Das wirkliche Problem liegt woanders: Nur ein Verlag, der eine professionelle Auslieferung hat, wird beim Barsortiment gelistet. Und so kleine Verlage haben möglicherweise Schwierigkeiten, eine Auslieferung zu finden, weil der Umsatz zu gering ist und ohne eine Auslieferung auch nicht steigt (Catch 22). Liefern diese Verlage dann selbst an Buchhandlungen aus, sind sie vermutlich bereit, die maximal erlaubten 50% Rabatt zu gewähren, weil das allemal besser ist, als nicht im Buchhandel präsent zu sein. Das Amazon-Nachteilsprogramm ziehen sie ja nur in Erwägung, weil ihnen der normale Vertriebsweg Auslieferung – ibri – Amazon versperrt ist. Diese Klage ist Quatsch und hat wohl eher Publicitygründe. Wenn es diesen Verlagen wirklich darum geht, besser in die Handelsstruktur integriert zu werden, dann müssen sie mit Auslieferungen reden. Und diese wiederum sollten das Problem verstehen und auch sehr kleinen Kollegen eine Chance geben.

  • Vielleserin

    Vielleserin

    Als Vielleserin versteh ich das Problem der Verlage nicht so ganz. Wenn ich auf der Suche nach einem Buch bin und der Buchhandel "findet" es nicht (und das passiert häufig, ich will gar nicht darüber diskutieren, ob die Damen es nicht "finden" können oder wollen) schick ich eine E-Mail an den Verlag und bitte dort um direkte Zusendung! Hat noch immer funktioniert. Jeder Leser, jede Leserin mit Internetanschluß ist in der Lage, die nötigen Daten im ZVAB zu googeln. Die Verlage sollten einfach auf ihren Websites darauf hinweisen, dass der Buchhandel nicht unbedingt nötig ist und unkompliziert die Möglichkeit bieten, direkt im Verlag zu bestellen.

  • Genussmensch

    Genussmensch

    @ Vielleserin:
    Ich verstehe das Problem der Nahrungsmittelindustrie auch nicht. Warum gibt es noch Supermärkte, in denen wir einkaufen. Wäre doch viel einfacher, direkt beim Erzeuger zu kaufen. Also: mal eben nach Australien, um die Kiwi oder nach Israel, um die Erdbeeren zu holen. Oder auf der Verpackung herausfinden, welche Molkerei hinter einem Produkt steht und dann direkt es sich schicken lassen.

    Ggf. sollten Sie mal darüber nachdenken, einen anderen lokalen Buchhändler zu nehmen ... Oder direkt nur noch im Internet bestelle.

  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    @Genussmensch: was ein polemischer und völlig sinnfreier Kommentar!

  • Paul Mayer

    Paul Mayer

    @ 14 Vielleserin:
    Ich stelle fest, dass immer mehr kleine und mittelgroße Verlage genau das machen: Sie bieten eine Bestellmöglichkeit auf der Website an, z.B. der Verlag Gräfe und Unzer hat eine tolle Website (ist nur ein Beispiel).

    @9 kleine Sortimenterin:
    Bei Booklooker nachsehen und bestellen kann jeder Käufer selber, ganz ohne "Servicegebühr".
    Unglaublich, was Buchhändler als "guten Service" verkaufen.

  • Geschockter Buchkäufer

    Geschockter Buchkäufer

    @ Paul Mayer

    -> 9 kleine Sortimenterin:
    ".....Bei Booklooker nachsehen und bestellen kann jeder Käufer selber, ganz ohne "Servicegebühr".
    Unglaublich, was Buchhändler als "guten Service" verkaufen......"

    Das ist in der Tat ein starkes(!) Stück... ein Grund, nicht mehr im Sortimentsbuchhandel zu kaufen!

  • stefan weidle

    stefan weidle

    Warum denn gleich so gereizt? Die Kollegin meinte doch nur, sie schaue auf jener Seite nach, falls ein Buch vergriffen ist, und besorgt es dem Kunden gegen eine kleine Gebühr. Das nenne ich in der Tat guten Service. Nicht jeder Buchkäufer kennt sich im Netz aus, für viele ist das nicht mal Neuland. Bei mir rufen manchmal Leser mit Fragen an, und wenn ich auf meine website verweise, höre ich, daß sie keinen Internetzugang haben (und oft genug auch nicht haben wollen). Also tief durchatmen, verehrte Vorredner, und dann wäre vielleicht eine kleine Entschuldigung bei Kleine Sortimenterin angebracht.

  • Booklooker

    Booklooker

    Na ja, einer Buchhändlerin "Servicegebühren" fürs Buch-Bestellen zu bezahlen ist eine eigenwillige Idee... aber jeder wie er mag.

  • Merfelle

    Merfelle

    @ stefan weidle

    Hm, dann könnte ja jeder Buchhändler für eine Beratung im Laden eine kleine Gebühr auf den Buchpreis aufschlagen. Schließlich ist Beratung ja auch ein guter Service, der den Sortimenter vom "Internet" unterscheidet. Und nebenbei eine ganz neue Einnahmequellen für den Buchhändler ;-)

  • Branchenkenner

    Branchenkenner

    @19. stefan weidle:

    So ist es.

    Bei allem Verständnis gegenüber der vielfach zurecht angeprangerten Rückständigkeit unserer Branche in Punkto E-Marketing und E-Commerce muss man auch zugestehen, dass sich diese Unterntwicklung in vielen Fällen durch die spezifischen Eigenschaften und die Zielgruppenausrichtung der jeweiligen Produkte bedingt.

    Es gibt zahlreiche Verlage, die mit ihren Erzeugnissen fast ausschließlich eine Generation 60+ oder gar 70+ bedienen. Da stößt man tatsächlich im alltäglichen Kundenkontakt auf vielerlei Unkenntnis und Ablehnung gegnüber modernen Informations- und Beschaffungskanälen. Und zwangsläufig richten die Verlage dann ihre technologische Fortschrittlichkeit darauf aus.
    Das gleiche lässt sich übrigens auch 1:1 auf nicht gerade wenige Buchhandlungen übertragen, insbesondere die ländlicher gelegenen.

    Somit sollte man manche Forderung nach zeitgemäßerer Informationsweitergabe und Distribution auch vielleicht mal hinsichtlich einer möglicherweise überzogenen Pauschalisierung überdenken.

    Und somit muss man auch feststellen: Die Verlage brauchen den Buchhandel sehr wohl ...noch.

  • Ottokar

    Ottokar

    @ Branchenkenner # 22

    Trotzdem sollten diese Verlage weiterhin in das Internet investieren, da diese Generation aufgrund des "biologischen Faktors" zurückgeht und die nächste Generation 60+/70+ durchaus mit dem Internet umgehen kann.

  • Branchenkenner

    Branchenkenner

    @ 23. Ottokar:

    Auch diesbezüglich bin ich absolut d'accord.

    Allerdings wird es den wenigsten Verlagen gelingen, die im Hier und Jetzt eine entsprechende programmatische Aussrichtung haben, diese automatisch auch in 10 Jahren in gleicher Weise aufrecht zu erhalten, sofern sie nur dadurch den Gegebenheiten des Zeitalters angepasst wurde, dass man sie dann auch via Internet bewirbt und vertreibt.

    Vielmehr werden diese Verlage einfach größtenteils in den nächsten Jahrzehnten aussterben. Möglicherweise sind dann ja sogar Verlage wie beispielsweise Carlsen für die Generation 60+ zuständig.

    Wenn man einen Ausblick wagt, wie sich die aktuelle Jugendkultur, die Medienwelt und die Freizeitindustrie vermutlich in den nächsten Jahren entwicklen mögen, ist das jedenfalls gar nicht mal so abwegig.

  • Das Faktotum

    Das Faktotum

    Eine Servicegebühr für Besorgungen bei Antiquariaten zu verlangen ist nicht nur sinnvoll sondern sogar betriebswirtschaftlich geboten. Denn schließlich kauft der Buchhändler bei Antiquariaten meist zum gleichen Preis ein wie der Endkunde, selten einmal gibt es Rabatt, der sich dann meist bei 10% bewegt. Die anfallende Arbeit hingegen ist nicht unbeträchtlich, fällt sie doch weitgehend aus den üblichen Routinen heraus, kann also nicht rationell geleistet werden. Für normale Sortimentsbücher brauchen wir keine Gebühr verlangen, werden wir doch hier mit einem in der Regel auskömmlichen Rabatt auf die Bücher bezahlt.

    Den Ärger der Verlage über Auslistungen kann ich gut verstehen, angemerkt werden muss auch noch, dass sie Barsortimente (von amazon mag ich hier gar nicht reden) auch größere Verlage damit unter Druck zu setzen versuchen, wenn es z.B. um niedrigpreisige Artikel geht.
    Und an die anwesenden Buchhändler: Bitte die Meldenummern beachten! KNV z.B. meldet in solchen Fällen immer 17, "Führen wir nicht oder nicht mehr", d.h. ein Blick ins VLB hilft weiter. Wer hier dem Kunden mitteilt, dass das Buch nicht mehr lieferbar sei, der hat entweder in der Berufsschule nicht aufgemerkt oder ist zu bequem, Verlagseinzelbestellungen durchzuführen, die, bei aller Unrentabilität, die man hier ins Feld führen mag, immer noch zu unseren Kernaufgaben gehören!

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    Es kann eben nicht jeder ins Internet, weil er keins hat
    oder kein online Banking macht, zum Beispiel aus Altersgründen. Den Kunden erkläre ich dann am PC, welches
    Buch er haben kann und bitte um eine kleine Gebühr
    für die Überweisung etc., da gibt es nie Probleme.
    Die anderen bestellen selbstverständlich direkt.
    Und angiften ist bei mir zwecklos, es sind immer
    die Gleichen, die es hier probieren, vermutlich verdienen
    sie damit ihr Trollgeld.

  • ehemaliger Buchhändler

    ehemaliger Buchhändler

    das ist doch DAS geschäftsmodell des buchhandels für das 21. jahrhundert: spezialisierung auf käufer ohne internetanschluss...

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    an den ehemaligen Buchhändler:
    Das sind die Wesen, welche Buchhandlungen besuchen,
    wenn man ihnen guten Service bietet, Menschen mit
    und ohne Internetanschluss - dazu gehört die berufstätige
    Frau, die schnell eben ein Buch bestellen will und keine
    Lust auf lange Recherchen und Überweisungen hat,
    dazu gehören die Älteren, die kein Internet haben, dazu
    gehören die Kinder, die noch keine Geschäfte im Internet
    tätigen dürfen, dazu gehören einfach Kunden, die
    mir meinen Umsatz gönnen. Ein umfassender Service
    sicherte bislang meinen Arbeitsplatz. Wie war es
    denn bei Ihnen, wenn sie kein Buchhändler mehr sind,
    haben sie alles anders gemacht?

  • ehem. Buchhändler

    ehem. Buchhändler

    an 28:
    Ich sag Ihnen gerne, wie es bei mir war:
    Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, für Recherche und Buchbestellungen "Servicegebühren" zu verlangen. Beides sind nämlich grundlegenden Aufgaben des Buchhandels! Und eines der Argumente für die Buchpreisbindung. Aber es ist natürlich eine Frage des Selbstverständnisses als Buchhändler. Da haben Sie ein anderes als ich.
    Das, was Sie hochtrabend "umfassenden Service" nennen, ist schlicht und einfach das Minimum, was Buchhändler den Kunden bieten müssen.

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    an 28: die Servicegebühr bezieht sich nur auf die
    Bestellungen aus Antiquariaten, nicht auf andere, an
    denen wir ja Geld verdienen. Das ging aus meinem
    Text hervor. Und diese Recherchen gehen über den
    Buchhandel hinaus, wenn man eine halbe Stunde
    Zeit für eine Recherche investiert, das machen alle
    Buchhandlungen, sonst wäre wir eben nicht mehr
    am Markt.

  • Normalmensch

    Normalmensch

    Die meisten Vorredner argumentieren immer wieder damit, dass der Buchhändler doch ordentlich beraten bzw. richtig recherchieren solle und das auch mikthilfe des VLB's könne. Es wird immer aus der Sicht eines profesionellen Buchhändlers argumentiert. Das geht aber völlig am Problem vorbei.

    Analysieren wir das heute übliche Kaufverhalten:

    Wenn ich als Normalo ein bestimmtes Buch oder ein Buch zu einem bestimmten Thema haben möchte, dann schaue ich heutzutage erst einmal bei Amazon hinein, die haben nun mal die beste Suchmaschiene. Ich tue dies, um mehr Info über das Buch zu holen und dann den genauen Titel / ISBN für den Gang zur Buchhandlung parat zu haben. Wenn dann bei Amazon schon "nicht mehr lieferbar" erscheint, ist für die meisten Normalos schon das Ende der Suche erreicht, denn "nicht mehr lieferbar" heißt für einen Normalo, dass es das Buch nicht mehr gibt. Und wenn Amazon es nicht mehr herbekommt, dann heißt das für einen Normalo: niemand. Kennt der Normalo evtl. noch Buch.de oder gar Buchkatalog.de und erhält dort auch "nicht mehr lieferbar", dann ist für ihn auch der Gang in die Buchhandlung überflüssig. Dem Kleinverlag und auch dem örtlichen Buchhandel geht Umsatz verloren. Diese Meldung "nicht mehr lieferbar" ist also irreführend und deshalb geschäftsschädigend.

    Dabei wäre es für Amazon, Libri und KNV kein Problem, eine korrekte Meldung ausgeben: "führen wir nicht" oder "führen wir nicht mehr" oder sogar "führen wir nicht, wenden Sie sich an ihren örtlichen Buchhandel oder den Verlag".
    Das bedeutet dann für jeden Normalo, dass es sich lohnt, weiter zu recherchieren oder in den Buchladen zu gehen.

    Insofern ist die Klage sehr aussichtsreich. Es wäre aber zu hoffen, dass sich Amazon, Libri und KNV nicht die Blöße geben und einfach von sich aus die Meldung umstellen.

    Grüße vom
    Normalo

  • Oliver Tiberius

    Oliver Tiberius

    Lest doch bitte mal euren Text Korrektur! (sittenwittrig u.v.a.m.)

  • Trolljäger

    Trolljäger

    @32. Oliver Tiberius 27.06.2014 18:46h

    "Lest doch bitte mal euren Text Korrektur! (sittenwittrig u.v.a.m.)"

    Bitte nicht füttern!

    • ...

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