Litprom-Bestenliste "Weltempfänger"

Fernost-Klassiker auf der Frühlingsliste

Die Neuübersetzung von "Kokoro", eines 1914 im Original erschienen Klassikers der japanischen Moderne, steht an der Spitze der Bestenliste "Weltempfänger" vom Frühjahr 2017. "Ein bis heute berückender Roman", so die Jurorin Katharina Borchardt.

© Manesse

"Kokoro" (Manesse) aus der Feder von Natsume Sōseki (1867–1916) kreist um die Themen Freundschaft, Einsamkeit und Entfremdung: "Der Sensei hat Schuld auf sich geladen. Nur so konnte er einst die hübsche Shizu für sich gewinnen. Doch davon weiß niemand etwas. Erst ein junger Student, der sich mit dem Sensei befreundet, kommt hinter dessen Geheimnis. Ein zentrales Werk der japanischen Moderne. Ein bis heute berückender Roman", urteilt die Jurorin Katharina Borchardt. Der Band ist jetzt endlich wieder auf Deutsch verfügbar.

In "Der Spaziergänger von Aleppo" (Weidle), Platz 2, berichtet der noch immer in Aleppo lebende Autor Niroz Malek tagebuchartig aus dem Krieg in Syrien und schafft damit ein großartiges Zeugnis der Menschlichkeit. Auf Platz 3 findet sich der 1.320 Seiten starke chinesische Klassiker "Die Reise in den Westen" (Reclam) aus dem 16. Jahrhundert, "kongenial in ein hinreißend frisches Deutsch übertragen von Eva Lüdi Kong", so Litprom.

Die sieben Titel des Weltempfängers Nr. 34 / Frühling 2017:

  1. Natsume Sōseki (Japan): "Kokoro" (Manesse). Aus dem Japanischen von Oscar Benl.
  2. Niroz Melak (Syrien): "Der Spaziergänger von Aleppo". Miniaturen (Weidle). Aus dem Arabischen von Larissa Bender.
  3. Aus China: "Die Reise in den Westen" (Reclam). Aus dem Chinesischen von Eva Lüdi Kong.
  4. Mahi Binebine (Marokko): "Der Himmel gibt, der Himmel nimmt" (Lenos). Aus dem Französischen von Hilde Fieguth.
  5. Shumona Sinha (Indien/Frankreich): "Kalkutta" (Nautilus). Aus dem Französischen von Lena Müller.
  6. James McClure (Südafrika): "Song Dog" (Unionsverlag). Aus dem Englischen von Erika Ifang. 
  7. Fouad Laroui (Marokko): "Die Leiden des jungen Sijilmassi" (Merlin). Aus dem Französischen von Christiane Kayser.

Die Liste mit den Texten der Jury unter dem Vorsitz von Ilija Trojanow findet sich hier: http://www.litprom.de/projekte/weltempfaenger.html.

Übersetzungswunsch

Für eine Übersetzung ins Deutsche empfiehlt Jurorin Katharina Borchardt den Roman "Œuvres vives" (Christian Bourgois Éditeur 2014) von Linda Lê (Frankreich/Vietnam): "Antoine Sorel hat sich in Le Havre aus dem Fenster gestürzt. Wer war dieser Autor, der vietnamesische Wurzeln hatte? Ein Journalist macht sich auf Spurensuche und befragt Freunde, Familie und Geliebte. So entsteht das hochfeine, brüchige und sehr berührende Porträt eines heimatlosen Toten."

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