Litprom-Literaturtage in Frankfurt

"Weltwandeln in französischer Sprache"

Am 20. und 21. Januar finden im Literaturhaus Frankfurt die Litprom-Literaturtage 2017 statt. Das Motto "Weltwandeln in französischer Sprache" wurde passend zum Gastlandauftritt von Frankreich auf der kommenden Frankfurter Buchmesse gewählt. Mit dabei: der Friedenspreisträger Boualem Sansal.

© Litprom

Damit sind die Litprom-Literaturtage eigentlich der Auftakt des ganzjährigen Begleitprogramms zum Gastlandauftritt Frankreichs (Motto: "Frankfurt auf Französisch") im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse, so Messedirektor Juergen Boos heute beim Pressegespräch zur Veranstaltung. Gleichzeitig seien die Literaturtage in ihrer großen Bandbreite aber "auch viel mehr". Es gehe, wie beim Gastlandauftritt, nicht um die Nation Frankreich, sondern um die französische Sprache, um die "Inklusion" weltweit auf Französisch geschriebener Literaturen. Dabei erwartet Boos bei der kritischen Auseinandersetzung mit dem umstrittenen Begriff "Frankophonie" spannende Diskussionen.

Kuratiert werden die Literaturtage durch Florian Kniffka von der Frankfurter Goethe-Universität. Kniffka will bei der Veranstaltung etwa das vor zehn Jahren publizierte Manifest ("Pour une littérature-monde en français") von 44 Autoren thematisieren, welches das Konzept der Frankophonie "als neo-koloniale Ausgrenzung einer 'nur' frankophonen Peripherie" ablehnte. Die eingeladenen Autoren sollen unter anderem über ihr Verhältnis zur französischen Sprache diskutieren. Finden sich die Autoren in Bezeichnungen wie "francophonie" oder "littérature-monde en français" wieder? Eine weitere Fragestellung: Wie transformiert die Einbindung in stets neue kulturelle und politische Zusammenhänge die französische Sprache als Medium von Literatur? Es sind Lesungen, Werkstattgespräche und Filme (in Kooperation mit Arte) geplant.

Detaillierte Informationen zum Thema der Literaturtage

Folgende Autoren nehmen an den Literaturtagen teil:

  • Alain Mabanckou [Republik Kongo | Frankreich | USA]
  • Carolin Callies [Deutschland]
  • Boualem Sansal [Algerien]
  • Shumona Sinha [Indien | Frankreich]
  • Anne Weber [Deutschland | Frankreich]
  • Fiston Mwanza Mujila [Demokrat. Republik Kongo | Frankreich | Österreich]
  • Pedro Kadivar [Iran | Frankreich | Deutschland]
  • Meriam Bousselmi [Tunesien]
  • Louis-Philippe Dalembert [Haiti | Frankreich]
  • Linda Lê [Vietnam | Frankreich]
  • Boniface Mongo-Mboussa [Republik Kongo | Frankreich]

Wie üblich bei den Literaturtagen, wurden auch deutsche Autoren eingeladen: diesmal Carolin Callies und Anne Weber. "Wir möchten so Begegnungen und den Dialog fördern", erläutert Litprom-Geschäftsführerin Anita Djafari. Bei allem intellektuellen Anspruch richte sich das Programm vor allem an "normale Leser". Alle Veranstaltungen werden, wenn erforderlich, durch Dolmetscher ins Deutsche übersetzt. Am Abschlussabend lockt eine besondere Performance: Fiston Mwanza Mujlla will seinen Roman "Tram B3" zusammen mit dem Saxofonisten Mikalai Zastsenski wie ein Jazzalbum präsentieren. "Ein Experiment, auf das wir uns gern einlassen", freut sich Djafari.

Veranstaltungsort: Literaturhaus Frankfurt, 20. und 21. Januar. Präsentiert werden die Literaturtage von der Literturtage von der Litprom-Bestenliste Weltempfänger.

Einen Büchertisch bestreiten die Buchhandlung Land in Sicht mit den deutschsprachigen Ausgaben der Bücher der vertretenden Autoren sowie die Buchhandlung Südseite, die die Titel in französischer Sprache anbieten wird.

Die Literaturtage, die mittlerweile sechsten, werden von Litprom − Literaturen der Welt mit Unterstützung der Frankfurter Buchmesse, des Auswärtigen Amtes und des Kulturamts der Stadt Frankfurt veranstaltet.

Das komplette Programm

Meriam Bousselmi trifft Frankfurter Schüler

Die tunesische Dramatikerin Meriam Bousselmi verlängert nach den Literaturtagen ihren Aufenthalt in Frankfurt, um am 23. Januar Schüler von drei Gymnasien der Stadt zu treffen. Bousselmi wird anlässlich des deutsch-französischen Tages in der Frankfurter Liebigschule aus ihren Theaterstücken lesen und mit den Schülern darüber diskutieren. Organisiert wird die Veranstalltung vom Institut français Frankfurt.

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