Media Control meldet Sortimentsumsätze für Januar

Schwacher Jahresauftakt

Der Januar hat den Sortimentsbuchhandel mit einem Umsatzrückgang von fast sieben Prozent (minus 6,94 Prozent) zunächst auf eine Talfahrt geschickt – wenn man den Zahlen von Media Control folgt. Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, äußerte seine grundsätzliche Skepsis und erklärte, man könne wegen der großen Abweichungen bei den Erhebungen "kein Vertrauen mehr in die Zahlen" haben.

Die Umsatzeinbußen schlugen laut Media Control vor allem beim Hörbuch (minus 10,55 Prozent) und im Hardcover-Geschäft (minus 7,49) zu Buche. Verloren hat auch das Taschenbuch (minus 7,21 Prozent). Media Control weist aber ausdrücklich darauf hin, dass sich die Monate Januar 2016 und Januar 2015 nur bedingt vergleichen lassen: Im Januar 2015 gab es mit 26 verkaufsoffenen Tagen einen Verkaufstag mehr als im Januar 2016.

Die Zahlen des Media Control Sortiments-Buch-Monitors bilden den Buchhandel nur zum Teil ab: Zahlen zu E-Commerce, Warenhäusern und Bahnhofsbuchhandel fehlen. Zum Online-Handel könnte Media Control derzeit keine verlässlichen Daten liefern, weil Amazon als größter Online-Buchhändler keine aktuellen Zahlen an Media Control liefert, sondern nur an GfK Entertainment.

Zu einem anderen Ergebnis kommt Langendorfs Dienst: Der Umsatztest der Branchenews-Plattform habe dem Buchhandel für den Monat Januar ein Minus von 3,3 Prozent bescheinigt. Verantwortlich für das schlechte Ergebnis sei ein Kundenrückgang von 6,1 Prozent, der bei den Barumsätzen zu einem Minus von 4,8 Prozent geführt habe. Das Rechnungsgeschäft habe den Umsatzverlust mit minus 0,7 Prozent in Grenzen gehalten.

Langendorfs Dienst hält das Ergebnis wegen des fehlenden Verkaufstags im Januar 2016 für "nicht überraschend".

Dass die Zahlen von Media Control erheblich niedriger ausfallen, hängt mit der Datenerhebung zusammen: Media Control verarbeitet nach eigenen Angaben nur die Umsatze aus dem Bargeschäft; Rechnungskunden werden nicht erfasst.

Der Börsenverein hatte Anfang der Woche mitgeteilt, auf die weitere Veröffentlichung von Zahlen im Branchen-Monitor Buch vorerst zu verzichten. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Alexander Skipis, bekräftigte heute anlässlich der aktuellen Media-Control-Zahlen noch einmal seine grundsätzliche Skepsis: „Die Abweichungen der derzeit veröffentlichten Zahlen sind so groß, dass wir kein Vertrauen mehr in diese Zahlen haben. Verlage können mit solchen Daten nicht mehr seriös arbeiten.“ Skipis machte abermals den „ruinösen Wettbewerb in der Buchmarktforschung“ und insbesondere den Abschluss von Exklusivverträgen mit großen Datenlieferanten für den Qualitätsverlust verantwortlich.

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