Meinung: Deutscher Buchpreis

Der Reiz der Debüts

Warum die Jury im Zweifel lieber Romane von Debütanten als von etablierten Autoren nominiert hat. Ein Kommentar von Börsenblatt-Redakteur Holger Heimann.

Auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2011, die nach Dafürhalten der Jury die besten 2o deutschsprachigen Romane versammelt, stehen sechs Debütanten: Namen wie die von Jens Steiner, Doris­ Knecht oder Astrid Rosenfeld, die selbst im Buchhandel kaum jemand kennen wird. Nicht auf der Liste­ ist dafür eine Reihe etablierter Autoren, darunter Martin Walser, Helmut Krausser, Zsuzsa Bánk und Karl-Heinz Ott.

An der Qualität allein wird es nicht liegen. Krausser zum Beispiel ist gewiss nicht schlechter als Knecht. Autoren bekannt zu machen – das ist traditionell Aufgabe des Verlegers und zugleich Lohn, weil das Entdecken auf- und anregend ist. Der Jury mag es da ganz ähnlich ergangen sein, weswegen im Zweifel womöglich mancher Newcomer dem bereits Bekannten vorgezogen wurde. Der Buchpreis, so wurde kritisiert, verenge den Fokus auf wenige Titel. Offensichtlich aber ist nun: Viele rückt er überhaupt erst ins Licht.

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2 Kommentar/e

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  • Sarah Reul

    Sarah Reul

    Astrid Rosenfeld nicht bekannt? Das kann ich mir nicht vorstellen! Es mag zwar ein Debüt sein, dafür aber ein überaus erfolgreiches, bei einem renommierten Verlag -Rosenfeld hat auch eine enorme Medienpräsenz - hier ist sie jedenfalls in aller Munde!

    Anyway: eine interessante Liste und gute Mischung - wir freuen uns darauf!

    Gruß aus Hanau,

    Sarah Reul

  • Christina Müller

    Christina Müller

    Der Diagnose stimme ich zu, wo ist allerdings in diesem mit "Meinung" angekündigten Kommentar die Meinung des Autors zu finden? Begrüßt er diese Entwicklung oder sieht er sie skeptisch? Meiner Meinung nach ist dieser Kommentar erstens etwas zu knapp (man erfährt auch fast nichts über die gelisteten Bücher) und zweitens relativ informationsarm.

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