Nachruf auf Hans Saner

Philosoph und Menschenfreund

Der Lenos Verlag trauert um seinen Autor Hans Saner. Der Schweizer Philosoph ist am 26. Dezember 2017 in Basel gestorben, wo er bis zuletzt gelebt hatte.

Hans Saner wurde 1934 im bernischen Grosshöchstetten geboren. Er absolvierte 1950–1954 das Kantonale Lehrerseminar in Hofwil BE, anschließend war er bis 1959 Lehrer in Wilderswil. Dann studierte er Romanistik in Lausanne und Philosophie, Psychologie und Germanistik in Basel. Dort war er zwischen 1962 und 1969 persönlicher Assistent von Karl Jaspers, dessen Nachlass er später herausgab. Von 1979 bis 2008 lehrte er als Dozent für Kulturphilosophie an der Hochschule für Musik in Basel.

Hans Saners historische Arbeiten über Immanuel Kant, Baruch de Spinoza, Jaspers und Hannah Arendt sowie seine systematischen Essays zu anthropologischen, kulturkritischen und politischen Themen haben ihn einer weiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. 1968 erhielt er für sein noch unvollendetes Werk „Kants Weg vom Krieg zum Frieden“ den Hermann-Hesse-Literaturpreis, 1995 den Preis für Philosophie und Literatur des Kantons Solothurn – Hans Saner war Bürger der Gemeinde Kleinlützel SO –, 2000 den Preis der Dr. Margrit Egnér-Stiftung, 2004 den Kunstpreis des Kantons Solothurn, 2006 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität St. Gallen verliehen.

Bereits in den 1970er Jahren begann der Lenos Verlag Hans Saners Schriften zu publizieren. Es entwickelte sich eine Jahrzehnte dauernde vertrauensvolle, fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Autor und Verlag. Insgesamt zwölf Titel erschienen zwischen 1977 und 2004, dazu kommen zwei Sammelwerke, die Hans Saner mitherausgegeben hat.

Lieferbare Titel:

  • „Die Anarchie der Stille“ (2. Aufl. 1990, Lenos Pocket 1996, Handtaschenbuch 2014)
  • „Dramaturgien der Angst“ (Lenos Pocket 1991)
  • „Einsamkeit und Kommunikation. Essays zur Geschichte des Denkens“ (1994)
  • „Erinnern und Vergessen. Essays zur Geschichte des Denkens“ (2004)
  • „Geburt und Phantasie. Von der natürlichen Dissidenz des Kindes“ (Lenos Pocket 1995)
  • „Die Herde der Heiligen Kühe und ihre Hirten“ (2. Aufl. 1990)
  • „Hoffnung und Gewalt. Zur Ferne des Friedens“ (1982)
  • „Identität und Widerstand. Fragen in einer verfallenden Demokratie“ (2. Aufl. 1991)
  • „Macht und Ohnmacht der Symbole. Essays“ (1993, Lenos Pocket 1999)
  • „Nicht-optimale Strategien. Essays zur Politik“ (2002)
  • „Der Schatten des Orpheus“ (2000, Lenos Pocket 2009)
  • „Zwischen Politik und Ghetto. Über das Verhältnis des Lehrers zur Gesellschaft“ (2. Aufl. 1979)
  • „Utopien. Träume der jüngsten Generation.“ Hrsg. v. Steff Rohrbach u. Hans Saner (Lenos Pocket 1991)
  • „Was gehen uns unsere Väter an? Jugendliche zu den Spuren des Holocaust in der Schweiz.“ Hrsg. v. Hans Saner u. H.-Dieter Jendreyko (Lenos Pocket 1997) 

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