Ocelot ist insolvent

Suche nach Investor läuft auf Hochtouren

Sie gilt als Pionierunternehmen der Branche und musste trotzdem in der vergangenen Woche Insolvenz anmelden: Frithjof Klepps Buchhandlung in der Berliner Brunnenstraße 181, unweit des Rosenthaler Platzes. Die intensive Suche nach einem Investor, der die Buchhandlung mit ihrem zukunftsweisenden Konzept retten könnte, hat begonnen.

Es seien die zu hohen Kosten gewesen, die den Gang zum Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unausweichlich gemacht hätten, so Klepp gegenüber boersenblatt.net. Die Umsätze hätten sich nicht so positiv entwickelt wie gehofft. Dabei waren die Voraussetzungen ideal: ocelot verfügt nicht nur über ein attraktives Umfeld und eine buchaffine Zielgruppe, sondern hat sich als Buchhandelsmarke nicht nur im lokalen Bereich etabliert. Der avantgardistisch desginte und großzügig angelegte Laden in der Brunnenstraße ist zugleich als beliebter Ort für Veranstaltungen angenommen worden. "Die Kundenfrequenz ist sehr o.k.", sagt Klepp. Das Konzept, in dem ernst gemacht wird mit der Verschränkung von Online- und Offline-Buchhandel, mit analoger und digitaler Inhalte-Präsentation, findet branchenweit Beachtung.

Dennoch hatten die Kosten – unter anderem für den engagierten Online-Shop, der für einen längeren Zeitraum vom Netz genommen werden musste – ein Niveau erreicht, das den ursprünglichen Businessplan sprengte. Zudem blieb Klepp wegen des hohen buchhalterischen und bilanztechnischen Aufwands (Stichwort: GmbH & Co. KG) zu wenig Zeit, um das Unternehmen strategisch weiterzuentwickeln.

Gemeinsam mit der vom Gericht bestellten Sachwalterin (Kanzlei WallnerWeiss) versucht Klepp nun einen Ausweg aus der schwierigen Situation zu finden. "Wir haben großflächig mit der Suche nach einem Investor begonnen", sagt Klepp. Dabei kann sich der Buchhändler mehrere Lösungen vorstellen: den Einstieg eines Sortimenters oder Filialisten, das Engagement eines Verlags oder auch das Investment eines Medienunternehmens. Die Voraussetzungen, dass dies gelingen könnte, sind anscheinend gut.

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3 Kommentar/e

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  • peter&paul

    peter&paul

    "Dabei waren die Voraussetzungen ideal"
    ideal vielleicht, aber offensichtlich nicht optimal!
    da hat sich wohl der inhaber einen geschäftsbetrieb zu idealisiert vorgestellt; zu hohe (ungeplante) kosten und zuwenig kaufende, d.h. gewinn bringende kundschaft.
    da nutzt auch nicht der noch so "avantgardistisch desginte und großzügig angelegte Laden", ein zu hoch fliegender traum; als kaufmann muss man einfach mehr realitätssinn aufbringen.

  • Peter

    Peter

    Der Mut, vielleicht auch zu scheitern, ist allemal besser als hilfloses wegschauen und jammern über Amazon. Das Konzept ist Extraklasse, das Outlet eine Inspiration und der Weg, den Herr Klepp gegangen ist nötigt mir jeden Respekt ab. Es war ein Genuss sein Haus auf dem letzten Berlinbesuch zu betreten und dort zu kaufen.
    @FK: Ich wünsche ihnen viel Kraft, Mut und Erfolg um diese Phase zu überstehen.

  • Eva

    Eva

    "in Mooreiche gewandete Bücher"....................
    kaufmännischer Sachverstand statt Designer-Größenwahn!
    Der Hype der Medien u.a. über die "geniale Branchenlösung dieser Zeit" war wohl doch ein Flop!
    Sind alle blind hinterhergelaufen?

    • ...

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