Offener Brief zum Deutschen Buchhandlungspreis

"... obwohl wir wie die Grubenponys arbeiten"

Gestern wurde die Liste der Nominierten für den Deutschen Buchhandlungspreis verkündet, prompt hagelt es Kritik − und zwar aus dem Ruhrgebiet. Die Mülheimer Buchhändlerinnen Brigitta Lange und Ursula Hilberath (Buchhandlung Hilberath & Lange) fragen sich − und die Kulturstaatsministerin, nach welchen Auswahlkriterien die Juroren arbeiten. boersenblatt.net veröffentlicht den Offenen Brief im Wortlaut.

Sind empört: Brigitta Lange (rechts) und Ursula Hilberath

Sind empört: Brigitta Lange (rechts) und Ursula Hilberath © Frank W. Koch

Offener Brief

Liebe Frau Dr. Grütters,

liebe Jury, die über die Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises entscheidet, natürlich können Sie sagen "Ach, die sind doch nur beleidigt, weil sie leer ausgegangen sind" und unseren Brief sofort wegwerfen.

Und es stimmt:  wir sind auch wirklich sehr traurig, dass wir 2016 und 2017 nicht nominiert worden sind. Denn wenn wir unseren Kundinnen und Kunden glauben, dann sind wir doch die beste Buchhandlung der Welt.

Ich gönne unseren Kolleginnen und Kollegen wirklich jeden Preis dieser Welt, aber angesichts der Nominierungsliste drängen sich mir zwei Fragen auf und auf die hätte ich so gerne eine Antwort: 

  • Kann es wirklich sein, dass von 117 nominierten Buchhandlungen 12 in Berlin und 8 in Hamburg ansässig sind? Das sind zusammen immerhin 17 % der Nominierungen. Und in den Vorjahren war es genau so, nur noch berlinlastiger.

Der Bevölkerungsanteil der zwei Städte entspricht gerade mal 6,5 % der deutschen Gesamtbevölkerung und das sollte doch vielleicht auch irgendwie eine Rolle spielen?

Aber vielleicht beflügeln sich die Kolleginnen und Kollegen auf engstem Raum ja zu kulturellen Großtaten, die wir in unserem kleinen Vorort einer 160.000-Einwohner-Stadt nicht leisten, obwohl wir wie die Grubenponys arbeiten, um Buchkultur lebendig zu halten.

Was mir seit drei Jahren schmerzlich fehlt, ist eine Antwort auf die Frage: Was sind die Kriterien für die Vergabe des Preises?

Über eine Antwort würde ich mich und mit mir vermutlich alle anderen großartigen Buchhandlungen, die nicht nominiert wurden, freuen.

Herzliche, wenn auch irritierte, Grüße aus der Provinz

Brigitta Lange

P.S. Immerhin: dieser Brief hat für Sie ja einen Vorteil: Sie können jede weitere Bewerbung unsererseits direkt ablehnen, denn wir sind ja die Nörglerinnen aus dem Ruhrgebiet.

ARCHIV: Hier finden Sie alle Nominierten beim Deutschen Buchhandlungspreis 2017

Nachtrag (3. August, 14:50 Uhr):

Hier finden Sie die offiziellen Auswahlkritieren laut den Statuten des Deutschen Buchhandlungspreises:

auszeichnungswürdiges kulturelles Veranstaltungsprogramm: z. B. Lesungen und Kooperationen mit anderen Kulturträgern oder Bildungsinstitutionen, durch die das kulturelle Leben vor Ort bereichert wird;

• auszeichnungswürdiges literarisches Sortiment: z. B. breit gefächertes Sortiment mit erkennbarer Verfügbarkeit von Backlisttiteln, breites Angebot kleinerer und unabhängiger Verlage - auch im Kinderbuchbereich, Ausführungen von Einzelbestellungen, fremdsprachige Literatur;

• auszeichnungswürdige Lese- und/oder Literaturförderung: z. B. Lesungen, Autorenworkshops, Lesezirkel, Beteiligung mit Veranstaltungen im bundesweiten Vorlesewettbewerb, Kooperationen mit Bildungsinstitutionen, Kindergärten, Schulen, Kirchen; Bücherkisten/Lesekoffer für Kinder etc.;

• auszeichnungswürdiges innovatives Geschäftsmodell: z. B. vorbildhaftes Verkaufskonzept zur Verzahnung von E-Commerce und stationärem Buchhandel; herausragende Neugründung mit Nischenkonzept, besondere Kundenbindungsmaßnahmen, Internetauftritt. Dabei muss der kulturelle Bezug sichergestellt sein

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32 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Ulrich Dombrowsky

    Ulrich Dombrowsky

    Liebe Kolleginnen,
    auch wenn ich Ihren Frust gut verstehen kann: Ich finde Ihr Schreiben an Frau Grütters völlig fehl am Platz.
    Frau Grütters entscheidet auf Grundlage der Vorschläge der Jury.
    Ihre Frage "Was sind die Kriterien für die Vergabe des Preises?" beantwortet sich doch aus dem Fragenkatalog, den jede/r Bewerber/in auszufüllen hat. Die Jury ist sicher nicht unfehlbar, aber macht es sich bei der Sichtung von 500 (!) Bewerbungen sicher nicht leicht.
    Und weil es ja in den vergangenen Jahren viel Kritik gegeben hat, weil sich Buchhandlungen nicht berücksichtigt sahen, wurde bei der Auswahl in '16 und '17 offenbar vermehrt darauf geachtet, den Kreis der Ausgezeichneten zu erweitern.
    Ich fände es gut, wenn Sie sich auch in den kommenden Jahren um diesen tollen Preis bewürben. Für uns ist die Bewerbung eine Chance, eine Herausforderung - ohne irgendein Recht. Wir überlegen uns Jahr für Jahr besondere Aktionen für unsere Kunden - so wie Sie offenbar auch. Wir tun dies, weil wir Spaß an den Dingen haben. Wir tun es auch, weil wir an das Modell "Buchhandlung" glauben.
    Ihr P.S. würde mich als Adressat auf die Palme bringen.
    Ihr Ulrich Dombrowsky

  • Martina Greif-Trussina

    Martina Greif-Trussina

    Auch wir aus der Süddeutschen Provinz, aus einem Ort mit 15.000 Einwohnern, können diesen Brief voll unterschreiben. Wir wundern uns jedes Jahr ,warum wir nicht dabei sind .Das heißt nicht ,dass wir es den Kollegen nicht gönnen; wir wundern uns nur welche Kriterien angewandt werden.

  • Lesesaal Buchhandlung

    Lesesaal Buchhandlung

    Liebe Kolleginnen,

    nun ist es passiert: Ein offener Brief ist da und zeigt genau die Haltung von Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland, die den Lesesaal letztes Jahr auch schon betrübt hat.

    Wir möchten uns gar nicht lange mit einer Antwort auf Ihren offenen Brief aufhalten, was Sie bitte nicht als Respektlosigkeit verstehen möchten.

    Es geht uns an dieser Stelle um zwei elementare Punkte:

    1. Der unabhängige Buchhandel Deutschlands kann sich wahrlich glücklich schätzen, dass die Bundesregierung 2015 diesen Preis zum ersten Mal ausgelobt hat und wir hoffen inständig, dass uns dieser Preis erhalten bleibt. Gerne würden wir wissen, wo es diese Form der Anerkennung durch die Regierung noch gibt. Wir erinnern uns an die Videozuschaltung 2015 von James Patterson aus den USA, der geradezu neidisch bemerkte, dass es diese Anerkennung (nennen Sie es gerne fürs 'arbeiten wie die Grubenponys') in seiner Heimat leider nicht gibt.

    2. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten täglich intensiv an der Lebenserhaltung des Kulturgutes Buch - die Ideen für dieses unverzichtbare 'täglich Brot' der 'geistigen Grundversorgung' sprudeln nur so. Jeder Tag in einer Buchhandlung ist anders, jeder Tag birgt Neues jeder Couleur. Wir haben den schönsten Beruf der Welt. Wir haben jedes Jahr die Möglichkeit, uns für einen gut dotierten Preis zu bewerben. Bewerben bedeutet, dass es um ein begrenztes Kontingent an Preisen handelt und die Chance zu gewinnen 50/50 ist (das gilt für alle Preise, für die man sich freiwillig bewirbt).

    Am Ende des Tages sollten wir uns sagen, dass unsere Arbeit nicht an einem Preis hängt, sondern, wie Sie zu Recht bemerken, am Kompliment unserer Kunden. Wir sollten uns für unsere Kolleginnen und Kollegen freuen, die dieses Jahr nominiert wurden, und uns, weil wir sportlich denken, natürlich nächstes Jahr wieder bewerben,

    herzlich aus Hamburg,
    Stephanie Krawehl
    Inhaberin Lesesaal Buchhandlung

  • Noch ein Buchhändler

    Noch ein Buchhändler

    Ich kann den inhalt des Briefes nach mehreren erfolglosen Bewerbungen nur unterstützen! Auch ich gönne jedem Kollegen den Preis, auch wenn er ihn merhfach erhält. Auch ich frage mich so langsam nach den Kriterien... Vor allem möchte ich anregen, dass vor eine Preisvergabe die wirtschaftlichen Verhältnisse einer Buchhandlung geprüft werden. Es gibt nun mal viele Buchhändler, die ihren Betrieb als Zweiteinkommen nutzen bzw. von Hause aus begütert sind und dann Zeit und Muse für das kulturelle Profil Ihrer Firma haben. Wenn man auf ordentliche Jahresüberschüsse angewisen ist gehen manche schöne aber unrentable Dinge einfach nicht.
    So vergleicht man m. E. in einigen Fällen Äpfel mit Birnen.

  • Frank Wehrmann

    Frank Wehrmann

    Wenn tatsächlich die Kundeakzeptanz und -zufriedheit Grundlage, Anspruch und Erfolgskriterium für das eigene Handeln sein soll, ist doch alles prima. Wenn ich öffentlich beklage, nicht nominiert worden zu sein, bleibt für Dritte vor allem eines zu sehen: schales Beleidigtsein. Und das P.S. ist einfach kindisch.

  • Rabenberger

    Rabenberger

    Sehr geehrte Damen Lange und Hilberath,

    Ich kann Sie nur zu gut verstehen. Mir scheint das Auswahlverfahren gleicht einem Lotteriespiel. Manche Buchhandlungen, die dabei sein sollten fehlen und andere werden nominiert - meiner Meinung nach ohne Grundlage.
    Wir freuen uns alle über ein erfüllenendes Tagesgeschäft, zufriedener Kunden und guter Buchhandlungsluft und dennoch ist das Glück vollkommen auch mal einen Preis zu ergattern oder zumindest nominiert zu werden.
    Schließlich brauchen es manche, schlicht, zum Überleben.
    Da täte Transparenz wirklich gut.
    Ich drücke die Daumen für 2018

  • Buchfreund

    Buchfreund

    Kommentar zu Frank Wehrmann :

    Und diese Worte aus dem Munde eines Filialleiters von Thalia sind der blanke Witz. Denn Herr Wehrmann muss sich keine Sorgen machen, ob das Gehalt kommt oder nicht. Eine Bewerbung ist für ihn ebenfalls nicht möglich.

  • Thomas Calliebe

    Thomas Calliebe

    Für mich hat der offene Brief ein "Geschmäckle", kommt er doch von einer Buchhandlung, die den Preis 2015 erhalten hat. Ich kann die Enttäuschung von sehr engagierten KollegInnen verstehen, die sich mit tollen Konzepten Jahr um Jahr bewerben und immer wieder leer ausgehen, während andere den Preis bereits mehrfach bekommen haben. Die Enttäuschung, den Preis nicht noch einmal erhalten zu haben, verstehe ich nicht.

  • Frank Wehrmann

    Frank Wehrmann

    Lieber Buchfreund!

    Bitte nehmen Sie einfach zur Kenntnis: ich schreibe hier privat und nicht in meiner Funktion. Ich habe meinen Beruf in einer inhabergeführten Buchhandlung erlernt. Diese gibt es noch und hat ein hoch anspruchsvolles Veranstaltungsprogramm und prägt das hiesige Kulturleben nachhaltig - ich weiß, wovon ich spreche.

    Bleiben Sie also sachlich und nehmen mal die Anti-Filialisten-Hasskappe ab: für mich ist ein solch offener Brief aus meiner privaten Sicht eben vor allem eines: ein überflüssiges, unprofessionelles Nachtreffen, weil man nicht berücksichtigt wurde. Und dabei spielt es für mich keine Rolle, um welchen Preis es sich handelt.

    Ärgern kann man sich - natürlich. Wenn ich mich öffentlich ärgere - zumal als bereits Ausgezeichneter - muss ich mir auch Kritik gefallen lassen.

  • Noch ein Buchhändler

    Noch ein Buchhändler

    Also wenn das stimmt, dass die Autorinnen des Briefes den Preis schon mal erhalten haben hat das tatsächlich einen schalen Beigeschmack!

  • Noch ein Buchhändler

    Noch ein Buchhändler

    Ich finde es legitim, nach den Auswahlkriterien zu fragen. Bzw. sind diese ja bekannt, aber die Gewichtung würde mich auch interessieren. Wenn ich in einer kleinen Buchhandlung auf dem Land vier Lesungen im Jahr alleine organisiere, ist es doch höher zu bewerten, als 10 Veranstaltungen in der Großstadt? Und zählen viele Facebook/Instagram Follower? Einige der Nominierten haben nicht einmal eine Facebook-Seite. Zählen Schreiben von Bürgermeistern über die kulturelle Wichtigkeit der Buchhandlung für die Gemeinde?
    Und wie oft trifft sich die Jury? Alles wichtige Menschen, deren Zeit wahrscheinlich begrenzt ist- guckt sich jeder von ihnen jede Bewerbung an? Jeden Blog, jeden Internetauftritt? Oder gibt es schon eine Vorauswahl anhand des Angeklickten bei der Onlinewerbung?
    Dass es völlig egal ist, ob der Laden Gewinn abwirft, ist ja klar, schließlich handelt es sich um einen Kulturpreis und nicht um einen Wirtschaftspreis, sollte meiner Meinung nach nicht gänzlich außen vor gelassen werden.

  • Martina Bergmann

    Martina Bergmann

    Dieser Brief ist sehr, sehr peinlich.

  • Johanna Migge

    Johanna Migge

    Redaktioneller Vorschlag: Was machen Ulrich Dombrowsky und Proust in Essen so anders, dass sie bereits zum 3. Mal in Folge nominiert werden? Es hätte vielleicht erhellende Momente für viele andere Buchhandlungen.

  • Jens Bartsch

    Jens Bartsch

    Ach liebe Damen,
    man kann zu dem Preis ja stehen, wie man möchte. Aber wenn man sich auf das Spielchen einlässt, dann akzeptiert man doch auch die Regeln und selbstverständlich die Undurchschaubarkeit der Juryentscheidung, so wie es eben immer bei irgendwelchen Juryentscheidungen ist.
    Wenn ich es auf Ihrer Webseite richtig sehe, so freuten Sie sich 2015 sehr über den Preis überhaupt, ganz sehr darüber, den Preis selbst bekommen zu haben – besonders aber auch darüber, dass gleich „zwei (!) Buchhandlungen aus Mülheim an der Ruhr“ mit dem Preis bedacht wurden. Die Regeln wurden damals nicht in Frage gestellt.
    Nach Ihrer jetzt aufgemachten Rechnung (17% der Nominierten gehören den Metropolstädte Berlin und Hamburg an, deren Bevölkerungsanteil beträgt aber nur 6,5 %) schienen sie 2015 mit dem Schnitt für Mülheim an der Ruhr aber durchaus zufrieden. Der lag damals mit gleich zwei Buchhandlungen aus Mülheim an der Ruhr bei 1,85 % der Nominierten gegenüber einem Bevölkerungsanteil von 0,21% . Wollen Sie mal ausrechnen, was das für eine Quote ergibt - hmmmm?
    Der Kölner sagt „Mer muss och jünne künne. Da sind in diesem Jahr eben u.a. wir mit im Spiel, im nächsten Jahr sieht das alles wieder ganz anders aus. Und einige Kollegen sind ja bislang noch so gar nicht ins Spiel gekommen – wo bleibt der Platz für die, wenn in jedem Jahr immer nur die gleichen Nasen nominiert werden...?
    Kollegiale Grüße
    Jens Bartsch
    Buchhandlung Goltsteinstraße

  • Buchhandlung Thaer Berlin

    Buchhandlung Thaer Berlin

    Liebe Kollegen, wir haben den Preis 2016 erhalten. 2015 und also 2017 nicht. Wir werden uns aber sicherich auch 2018 bewerben. Bei ca. 500 Bewerbern kann nicht jeder gewinnen! Ich finde es toll das es diesen Preis überhaupt gibt.
    Walter Hanemann / Buchhandlung Thaer Berlin

  • Klaus Jans

    Klaus Jans

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    eine Bewerbungssperre für ausgezeichnete Buchhandlungen wäre gut. 5 Jahre nicht mittun dürfen? Wenn man mal bei den Siegern dabei war?

    Das würde die Streuung erweitern, den Bewerbungs-Stress mancher Buchhandlung minimieren, eine Inflation der Preise je Buchhandlung weniger wahrscheinlich machen.

    Denn wenn der 20ste Wechselrahmen wo hängt, dann denken die Kunden: "So doll kann die Auszeichnung nicht sein, die wird manchen ja geradezu hinterhergeworfen."

  • Birgit Hempel

    Birgit Hempel

    Liebe Buchhändlerinnen, ich finde es angemessen, dass Sie Ihren Unmut in einem öffentlichen Brief kundtun. Bis zum P.S. bin ich Ihnen auch zustimmend gefolgt. Dann habe ich mich gefragt:

    Würde ich Buchhändlerinnen einen Preis verleihen, die sich selbst als "Nörglerinnen" bezeichnen und der Jury erstmal per se unterstellen, BuchhändlerInnen, die sich kritisch zu Wort melden, von vornherein die Teilnahme zu verunmöglichen?

    Mit einem klaren "Ja" habe ich mich schwer getan.

    Gruß,
    Birgit Hempel. Verlagsangestellte und Bücherfrau.

  • Leserin

    Leserin

    Nicht schön, Ihr Brief.
    Sie reichen doch nach definierten Kriterien Ihre Bewerbung ein. Und andere Buchhandlungen auch.
    Ziel des Preises kann es nicht sein, jedem Buchhändler/jeder Buchhändlerin Geld in die Tasche zu stecken, einfach weil er/sie jetzt auch mal an der Reihe ist.
    Und dann der Kracher: Sie waren ja schon dran! Holla!!!

    PS: Sie unterstellen, als Nörglerinnen wahrgenommen zu werden um zu unterbinden, dass Sie tatsächlich als solche bezeichnet zu werden. Klappt nicht. Klingt nämlich sehr nach mimimi.

  • Gustav Förster

    Gustav Förster

    Auch ich habe den Preis nicht erhalten. Aber deswegen beleidigte Leberwurst spielen? Nein, danke! Es gibt nun mal objektive Kriterien zur Bewertung der Bewerbungen. Das persönliche Engagement der Inhaber kleiner inhabergeführten Buchhandlungen ist dabei sicherlich am schwersten, nahezu überhaupt nicht zu bewerten und diese Bewertung entspricht in den wenigsten Fällen, wenn überhaupt, den persönlichen Gefühlen der Betroffenen. Aber wie das gewertet werden? Sollen die Mitglieder der Jury etwa rumfahren und die Bewerber, deren Geschäfte, deren Engagement einzeln in Augenschein nehmen? Also bleibt nur die Entscheidung nach "Aktenlage", zur Freunde des Einen, zum Leid des Anderen. Fatal wäre es doch umgekehrt wenn der Preis nach dem Motto "wer will noch mal, wer hat noch nicht" vergeben würde, es gibt keinen Anspruch auf den Preis. Also, einfach weiter mit der guten Arbeit. Kommt Zeit, kommt ggf. auch Preis.

  • Buch-Café Peter & Paula, Bernd schultz

    Buch-Café Peter & Paula, Bernd schultz

    Wir waren letztes Jahr nominiert, dieses Jahr hat die Konkurrenz um die Ecke (Altstadt-Buchhandlung) gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!, denn Ratingen ist wieder dabei. Natürlich sind wir traurig, dass wir nicht gewonnen haben, bei ca. 40 Lesungen und Konzerten pro Jahr. Aber: jede inhabergeführte Buchhandlung hat diesen Preis verdient, und jedes Geknatsche kann nur dazu führen, dass die Initiatoren irgendwann die Lust verlieren, den Preis wieder auszuloben.

  • Guntram Gattner

    Guntram Gattner

    Wir hatten sich auch schon zweimal beworben. Wir wurden nicht nominiert, was mich nicht verwundert hat, gibt es doch sehr gute Buchhandlungen und nicht so gewöhnliche wie wir. Allerdings waren wir alle doch sehr erstaunt, wer alles nominiert wurde, zumal wir ja nicht wenige Buchhandlungen ganz gut kennen. Die sind gemäß den Kriterien nicht besser, wenn überhaupt. Das ärgert uns schon sehr. Ich habe nun beschlossen, dieses Geplänkel nicht mehr mitzumachen, wir konzentieren uns auf die Erfordernisse vor Ort. Und ersparen zumindest von unserer Seite aus der Jury unnötige Arbeit.

  • Max Fischer

    Max Fischer

    Es wäre anzudenken, die Bewerbungen der Nominierten zu veröffentlichen,
    das würde Transparenz schaffen.

  • Moritz Neuner

    Moritz Neuner

    Die Kriterien für die Vergabe des Deutschen Buchhandelspreises sind eindeutig. Vergeben wird er eindeutig an die Buchhandlung, die sehr viele Veranstaltungen macht und unabhängige Verlage unterstützt. Das geht selbstverständlich in sehr großen Städten am besten und führt dazu, dass 12 Buchhandlungen in Berlin nominiert wurde und die ein entsprechendes Preisgeld einstreichen können, aber nur zwei in Rheinland Pfalz ( Berlin hat fast genauso viele Einwohner wie Rheinland Pfalz). Das wirft aber die Frage auf, was die Macher des Deutschen Buchhandelspreises eigentlich bezwecken, dem ohnehin mit zahlreichen Buchhandlungen gesegneten Berlin unzählige weitere gute Buchhandlungen hinzuzufügen oder die Buchhandlungen auf dem flachen Lande zu retten, die in der nächsten Zeit sicher reihenweise sterben werden. Letzteres bezwecken sie eindeutig nicht.

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    Die ,offiziellen Auswahlkriterien` zum Deutschen Buchhandlungspreis werden
    hier noch einmal genannt.
    Und diese waren ja schon vorher und somit auch dieser Buchhandlung in
    Mülheim bestens bekannt.
    Man kann sich jetzt über diesen ,Offenen Brief`` der beiden Buchhändlerinnen
    nur wundern. Ändern lässt es sich jetzt nicht mehr, da dieser Brief schon gedruckt wurde.
    Sicher gibt es dazu Fragen, die eben nicht schnell beantwortet werden können.
    Aber man sollte auch so vielleicht denken: Die Chance kommt ja mal wieder und
    sich über alles im Alltag des Lebens aufzuregen bringt nichts und man kommt dadurch nicht weiter.
    Mit einer inneren Gelassenheit und Freude an den Büchern sich wieder den Lesern/-innen zu widmen, bringt doch auch eine tolle Zufriedenheit bei vielen
    Buchhändlern/-innen.

  • Arnold Pascher

    Arnold Pascher

    Hoffentlich erfahren nicht allzu viele Kunden in Mülheim von dieser peinlichen und kleinlichen Aktion ihrer Buchhändlerinnen. Das könnte sich auf den Umsatz auswirken und würde sich somit zu einem klassischen Eigentor entwickeln.

  • Eine Buchhändlerin

    Eine Buchhändlerin

    Hin und hergerissen lese ich diesen Brief.
    Einerseits kann ich die Enttäuschung nachvollziehen, weil auch ich finde, dass die Frage nach den Kriterien gerechtfertigt ist. Ja, wir wissen, wie wir uns bewerben und welche Argumente erfüllt werden müssen. Wenn man aber nicht berücksichtigt wird und sich dann die nominierten Buchhandlung anschaut, fragt man sich schon, wo der Unterschied liegt. Bei Buchhandlungen, die wiederholt nominiert werden, frage ich mich dann, was machen sie jedes Jahr so gut, bzw. im Folgejahr noch besser.
    Andererseits finde ich die Formulierungen dieses Briefes unglücklich gewählt. So wirkt es auf mich nörgelnd und quengelnd. Das P.S. ist meines Erachtens ebenfalls fehl am Platz.

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    @Arnold Pascher
    Vielen Dank für Ihren Kommentar.
    Ich hatte auch diese Überlegungen.
    Durch so einen Schnellschuss geht oft der Schuss nach
    hinten los und man schadet sich selber.
    Eine Zurückhaltung wäre jetzt in diesem Fall besser gewesen.

  • Guntram Gattner

    Guntram Gattner

    Ich finde die beiden mutig. Außerdem sind wir allzu oft zu wenig kleinlich bzw. haken nach. gerade wenn man die sogenannten Kriterien kennt, darf man zumindest erstaunt sein.

  • Robert Weigut, Buchhänder

    Robert Weigut, Buchhänder

    Ich finde, wie viele andere Kollegen, sehr gut das Sie diesen offenen Brief geschrieben haben, Frau Lange und Frau Hilberath aus NRW. Daran ist gar nichts peinich und er ist mehr als berechtigt. Liebe Mitdiskutanten, es wird nicht nach den jährlich geänderten Regel gefragt sondern wie fragwürdig die Jury dann entscheidet. Und schauen wir sie uns an die Jury. Literaturkritiker, Verlagsvertreter, die Geschäftsführerin des SOA und besonders fragwürdig der ehemalige Chef der Berlinale. Wo sind die Vertreter der Buchhandlungen, sie fehlen ganz. Da muss wirklich nachgefragt werden dürfen inwieweit dieses Personal wirklich die harte Arbeit einer engagierten Buchhandlung bewerten kann ohne nur die Außenwirkung zu sehen? Es ist natürlich klar das Buchhändler die den Preis schon bekommen haben, oder besonders konform mit dem BOEV sind rumwettern. Davon darf man sich nicht abschrecken lassen. Kritik ist notwendig, Kritik bringt Veränderung. Ich wäre nicht traurig wenn dieser Preis wieder abgeschafft würde und sich das Kulturministerum lieber über eine Förderung aller unabhängigen Buchhandlungen per Gesetz nachdenken würde. Sein wir doch mal ehrlich, ein nit Geld verbundenes Gütesiegel, denn nichts anderes ist dieser Preis, für den man sich selbst bewerben muss und der von Leuten entschieden wird, die nur sehr begrenzt die Leistungen der Buchhandlungen bewerten können, nutzt nichts gegen das Buchhandlungssterben.

  • journalbarbara

    journalbarbara

    Liebe (Ex)Kollegen/innen, diese Diskussion ist doch für die Branche, die sich oft als,die "Gebildete" schlechthin bewertet unwürdig. Warum kann den Keine(r) dem anderen den Erfolg gönne. Warum freut sich der Deutsche Buchhandel nicht darüber, dass wir in einem land leben wo Politik sich für diesen Handel interessiert.Ist den Keinem/Keiner aufgefallen, dass die Preise nach Bundesländern sortiert sind, Berlin und Hamburg sind Stadtstaaten, somit in sich Bundesland. Warum empören Sie sich darüber, das ebenso wie Sie fleißige , engagierte Kollegen/innen gewonnen haben. Kennen Sie keine dieser Buchhandlungen? Ich finde es empörend, dass Städte nicht dafür sorgen, dass Buchhändlern nicht ständig irgendwo Mieten erhöht werden. Ich habe nach 30 Jahren im Handel Krankheits bedingt pausieren müssen...und verstehe mit diesem Abstand solche Diskussionen immer weniger. Für meinen Teil freue ich mich so viele Kolleginnen/Kollegen, Nachbarn, bei den Gewinnern wieder zu finden.

  • Lesen&Mehr

    Lesen&Mehr

    Ich freue mich sehr für alle Nominierten und hoffe auf eine Wiederholung des Preises 2018. Ich möchte nur einen Gedanken in den Ring werfen, der mich nicht ruhen lässt. Ich finde es sehr auffällig, das gerade "Dorf"- oder "Kleinstgemeinden" Buchhandlungen sehr selten bedacht werden. Dieses Buchhandlungen ist es nicht möglich den literarischen Ansprüchen, die bestimmt selber auch haben, Rechnung zu tragen Aber nichts desto trotz engagieren diese Buchhändler/innen sich sehr stark in den Heimatgemeinden. Wie wäre es einen Teil jeder Preiskategorie diesen tollen Kollegen zu widmen und damit extra zu fördern. Es wäre eine berechtigte Anerkennung für die Arbeit auf dem "Lande". Hier gibt es nicht das hochliterarische Publikum bei Veranstaltung..... aber auch eine Mundartlesung kann im Umkehrschluss Leseförderung sein. Und ja; ich komme aus einer Kleinstgemeinde

  • Buch

    Buch

    Ich habe heute ein tolles Buch gelesen welches mich nachdenklich gestimmt hat: Han, Byung-Chul : Müdigkeitsgesellschaft, erschienen bei Matthes & Seitz. Kurze Zusammenfassung des Textes (wie ich ihn verstanden habe): Der ständige Positivismus (yes u can) führt dazu, dass ein ständiges Gefühl des Versagens und der Frustration erzeugt wird. Ich habe dann den offenen Brief der beiden Damen gelesen und dachte ja das passt dazu. Buchhandel ist in meinen Augen, der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann. wir haben jeden Tag wunderschöne Erlebnisse. Ich finde es gut, dass es diesen Preis überhaupt gibt, als Zeichen und Wertschätzung des Buchhandels ganz im Allgemeinen. Es kann nicht jeder gewinnen. Mir ist es viel wichtiger, dass die Kunden uns als schönste und beste Buchhandlung (für sich) wahrnehmen. Nehmen sie es nicht so schwer und freuen sie sich auf den nächsten Kunden oder das nächste schöne Buch

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