Osiander und Thalia gewähren satte Prozente

Rabattaktionen für Kalender

Die Kalenderaktionen für die neuen Wandkalender starten in diesem Jahr so früh wie nie: In den Filialen und im Webshop gewährt Osiander den ganzen August über 20 Prozent Rabatt auf sein nicht preisgebundenes Kalendersortiment, Thalia lockt nur am Montag, 7. August, mit einem Nachlass von 15 Prozent auf Kalender.

Thalia und Osiander werben für reduzierte Kalender

Thalia und Osiander werben für reduzierte Kalender

Der Arbeitskreis Kalenderverlage im Börsenverein hat massive Rabattaktionen für Kalender in den vergangenen Jahren regelmäßig kritisiert. Im November 2014 hatte die Mayersche mit einem reduzierten Kalenderangebot von 50 Prozent in der Hauptverkaufszeit für die Jahresplaner Kollegen und Kalenderproduzenten gegen sich aufgebracht.

Online-Händler wie Amazon sind Jahr für Jahr mit teilweise drastisch reduzierten Kalenderangeboten dabei. Die Mehrzahl der stationären Händler hält sich an die unverbindlichen Preisempfehlungen der Kalenderverlage.

Unter dem Preisbindungs-Sammelrevers waren Kalender preisgebunden; mit der Implementierung des Preisbindungsgesetzes 2002 wurden sie aus der Preisbindung entlassen. Ein Versuch der Kalenderverlage, in die Preisbindung zurückzukehren, ist gescheitert.

Die Zahl der publizierten Kalender steigt kontinuierlich: Für 2016 sind 7.166 Zeitplaner erschienen, 2011 waren es noch 6.017 - ohne die Selfpublishing-Kalender von Calvendo. Die Durchschnittspreise sind in diesem Zeitraum von 14,07 im Jahr 2011 auf 13,79 Euro im vergangenen Jahr (Quelle: VLB).  


Hier geht es zu den Kalenderaktionen von Osiander und Thalia:

https://www.thalia.de/shop/home/show/

https://www.osiander.de/

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23 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Esther Giese

    Esther Giese

    Ich würde mir von den Verlagen für die nächste Saison wünschen, dass dann auch weniger Rabatte bzw. gar keine Lieferung erfolgt. Dann werden solche unsinnigen Aktionen auch nicht mehr erfolgen.

  • Thorben

    Thorben

    Bei uns gibt's sogar bis zu 50% Rabatt auf Kalender. Ende Januar.

  • Dieter Dausien

    Dieter Dausien

    Solche Aktionen ziehen eine Kaskade von Angeboten nach sich und am Ende will kein Kunde mehr den regulären Preis zahlen. Dass dass kontraproduktiuv für den gesamten Handel ist, braucht man eigentlich nicht zu betonen.

    Bei Thalia wundert's nicht, wobei das Angebot mit 15 % und nur an einem Tag ja noch zurückhaltend ist.

    Die 20 % einen ganzen Monat lang sind dagegen ziemlich krass. Gerade von Osiander hätte ich so etwas nicht erwartet. Es enttäuscht mich, ehrlich gesagt, sehr!

  • Günter Neumann

    Günter Neumann

    Diese Aktion zeigt einfach, dass Osiander wie eine Kette denkt und fühlt . Natürlich sind Kalender nicht preisgebunden, für den inhabergebeführten Buchhandel sind Rabatte im Kalenderbereich trotzdem eine Art Tabu. Sie gehen zu Lasten der Kollegen. Osiander konkurriert ja nur an wenigen Stellen mit Thalia oder Hugendubel. Es sind die kleinen Buchhandlungen, die die Aktionen von Thalia und Osiander ausbaden müssen.

  • Jürgen Horbach

    Jürgen Horbach

    Rabattaktionen dieser Art sind schmerzhaft - für jeden Kalenderverlag. Sie sind unnötig und beschädigen eine Warengruppe, die zu den stabilsten und profitabelsten im Angebot der Buchhandlungen zählt. Die meisten Kalender sind hochwertig und die Durchschnittspreise in der Warengruppe Kalender liegen über dem der Bücher. Die kostenlosen Serviceleistungen, die große Kalenderverlage häufig für die Händler leisten, sind nicht dazu da, diese instand zu setzen, eine ganze Warengruppe durch Ramschaktionen vor Jahresende zu beschädigen. Weshalb Händler, die öffentlich in den Branchenmedien die Verlage bei preisgebundenen Büchern ultimativ zur Festlegung höherer Preise auffordern, bei nicht preisgebundenen, oft hochpreisigen Produkten wie Kalendern jede Gelegenheit nutzen, um mittels Rabattaktionen ihre eigenen Argumente ad absurdum zu führen, wissen wohl nur sie selbst. Solche Aktionen entbehren jeder, sonst mit Verve vorgetragenen Händlerlogik.
    Die Preisbindung ist nicht sakrosankt und manchem Kunden muss sie vermittelt werden. Das hören wir aus dem SoA seit vielen Jahrzehnten. Warum gewöhnt man dann die Kunden in den eigenen Läden an Sonderangebote, Schnäppchen, Discounts, um ihnen hinterher beim Roman mühsam erklären zu müssen, dass der aber nicht rabattiert zu haben ist? Nun, ein nachvollziehbares Geschäftsgebaren sieht anders aus. Wenn Händler aber die Rabatte für Kunden brauchen sollten wegen der Kundenbindung, weshalb machen sie sich dann bei der Politik in Berlin nicht dafür stark, die Preisbindung für Bücher auch aufzuheben? Dann kann ja jeder selbst kalkulieren. Wir kennen die Diskussion ja zur Genüge. Ist die Abschaffung der Preisbindung vielleicht der heimliche Wunsch von Thalia, Osiander, Amazon und allen, die so gerne Rabatte geben? Und da übt man schon einmal bei den Kalendern? Was wohl die Verbandsoffiziellen dazu sagen?
    KV&H mit Harenberg, Heye und Weingarten unterstützt solche Aktionen nicht durch höhere Rabatte oder sonstige konditionelle Vergünstigungen. KV&H ist ein ganz entschiedener Gegner solche Aktionen und hat dies gegenüber denjenigen, die sie durchführen, immer wieder angemahnt, weil sie die wirtschaftliche Stabilität und partiell die Existenz der Buchbranche in Frage stellt.
    Jürgen Horbach, Geschäftsführer KV&H Verlag

  • Dieter Dausien

    Dieter Dausien

    Lieber Herr Horbach,
    haben Sie vielen Dank für diese klaren Worte! Sie haben völlig recht: Einerseits fordert der Handel (zu Recht) auskömmliche Margen, von Ihnen bekommt er sie und nutzt sie, um die Preise, die man angeblich gerne etwas höher hätte, selbständig herabzusetzen. Und macht damit das Preisgefühl der Kunden zunichte. Die Folge ist, dass ein Händler nach dem anderen glaubt, bei diesem Spiel mitmachen zu müssen und so das gesamte Gefüge ins Rutschen gerät.
    Wenn das dann vom Unternehmen des Vorstehers kommt, ist es natürlich besonders bitter.

    Übrigens: Wir reduzieren Kalenderpreise bis auf wenige Ausnahmen nie, auch nicht im Januar! Die i.d.R. sehr kulanten Rückgabekonditionen erlauben das. Die Frage der Kunden, wann denn die Kalender billiger werden, hören wir mittlerweile kaum noch.
    Dieter Dausien, Buchladen am Freiheitsplatz, Hanau

  • Karbener Buchhandlung

    Karbener Buchhandlung

    Meine Kalenderbestellung ist noch nicht mal ausgeliefert.

  • Michael Kozinowski

    Michael Kozinowski

    Danke für die deutlichen Worte, lieber Herr Horbach. Die Firma unseres Vorstehers sollte sich mit Marketingaktionen dieser Art etwas zurückhalten. Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch richtig!

  • Michael Fürtjes

    Michael Fürtjes

    Vielen Dank Herr Horbach für Ihre klaren Worte. Unsere Genossenschaft arbeitet gut und sehr gern mit Ihren Verlagen und weiteren Kalenderverlagen zusammen. Derartige Rabattaktionen, wie sie hier zur Debatte stehen, sind ein Affront gegen alle unabhängigen Buchhandlungen und zugleich ein Spiel mit dem Feuer im Blick auf die Preisbindung. Es scheint so, dass die Verantwortlichen der Filialisten die Tragweite ihres Agierens nicht annähernd ermessen oder aber sie billigend, achselzuckend in Kauf nehmen.

  • Dirk Bauer

    Dirk Bauer

    Das Geschriebene grenzt an Preis- und Wettbewerbsabsprachen im Kalendermarkt:
    ... für inhabergeführte Buchhandlungen sind Preisreduzierungen eine Art Tabu, haltet euch schön mal daran, macht gar nichts oder erst im Januar. Und wehe wenn ein Händler ausbricht. Dann kommt der Pranger und Druck, Rabatte zu unterlassen ... Unglaublich!

    Was genau müssen kleine Buchhandlungen ausbaden? Verliert tatsächlich eine "kleine" Buchhandlung groß Umsatz? Wie viele Stammkunden der kleinen Buchhandlungen sind denn so geschnitzt, bereits im August 2017 Kalender für 2018 zu bunkern? Und laufen dann mal eben zu Osiander über?

    Kalender sind nicht preisgebunden. Punkt. Da erübrigt sich jede Diskussion, vergleiche mit Büchern oder anderen Rabattaktionen - auch wenn Kalender zufälligerweise von Verlagen kommen. Der Händler entscheidet über seine Werbeaktionen und hat sich dabei an das Wettbewerbsrecht zu halten.

    Kritisiert jemand aus dem Buchhandel andere Rabattaktionen von nicht preisgebundenen Artikeln, die zufälligerweise nicht von einem Verlag stammen?
    Kalender sind nicht preisgebunden! Spiele und Spielsachen, Hör-CDs, DVDs, eBook-Reader, Schreibblöcke, Stifte, etc. auch nicht. Der Kunde als mündiger Bürger versteht das - wenn nicht, dann sollte man tatsächlich das Buchpreisbindungsgesetz überdenken.

    Und was soll der Börsenverein dazu sagen? Ist es angemessen, den Vorsteher mit einer Rabattaktion von nicht preisgebundenen Kalendern unter Druck zu setzen?

  • Carsten Vogt

    Carsten Vogt

    Ganz klar: Branchencodices werden nicht mehr eingehalten. S.a. Werbekostenzuschüsse Thalia et al. Daß die Buchpreisbindung fällt, ist m.E. nur eine Frage der Zeit. Und sie muss fallen, da sie keineswegs lückenlos eingehalten wird. Dies wissen auch Sprang & Co beim Börsenverein, unternehmen aber zu wenig. Andererseits ist dies der gelobten EU zu verdanken. Ich werde mir bald die Zeit nehmen, der EU-Wettbewerbs-Kommission meine Einwände zur Buchpreisbindung zu nennen. Die Verzerrungen sind da! Osiander enttäuscht auch mich. Jedoch: Siehe immer, daß du Kaufmann bist, handel eben.

  • Christian Riethmüller

    Christian Riethmüller

    Wir fragen gerade unsere Kunden über Facebook, was sie von der Rabatt Aktion halten. Totale Zustimmung. Vielleicht sollten wir im Buchhandel mal mit dem jammern über Amazon und co. aufhören und auf unsere Kunden hören. Und die freuen sich darüber.... Unser Wettbewerber ist Amazon, und da muss man auch mal Preismarketingaktionen machen....

  • if

    if

    Der Kunde, das unbekannte Wesen, wie wahr. Er steht bei vielen Händlern nicht gerade an voderer Position. Auf Dauer funktionieren Geschäfte so aber nicht.
    Was ich spüre, ist regelrechte Angst vor dem Kunden, dem man nur Schlechtes zutraut. Dabei ist er durchaus gewillt für gute Leistungen auch gut zu bezahlen.

  • Gregor Daumann

    Gregor Daumann

    Lieber Herr Riethmüller,
    fragen Sie doch mal Ihre Kunden, wie sie es fänden, wenn Sie Bücher verschenken.
    Totale Zustimmung!
    Oder wenn Sie alle Bestseller mit 20 % Rabatt verkaufen würden?
    Totale Zustimmung!
    Oder wenn es bei Osiander jeden Abend Freibier gibt?
    Totale Zustimmung!
    Vox populi, vox Rindvieh!

    Können oder wollen Sie nicht verstehen, welche Brisanz solche populistischen Aktionen ausgerechnet aus der Famile des Vorstehers haben?

  • Dieter Dausien

    Dieter Dausien

    Lieber Herr Riethmüller,

    jetzt machen Sie sich's aber doch ein bisschen leicht, oder? Genau so viele KundInnen würden sich vermutlich freuen, wenn man die Top-Ten der Bestsellerliste mit 20 % anbieten würde. Nach dieser Logik müssten Sie die Preisbindung eigentlich als lästiges Hindernis bei der Kundenbindung sehen.

    Wer Ihr Wettbewerber ist, können Sie sich leider nicht aussuchen. Ich vermute, die unabhängigen Kolleginnen, die mit Ihnen vor Ort im Wettbewerb stehen, werden Sie sehr deutlich als Wettbewerber sehen. Und sich bei der Kalenderaktion explizit unter Druck gesetzt fühlen.

    Die Klage über das Gejammere, lieber Herr Riethmüller ist von vorgestern und ich kann sie mittlerweile wirklich nicht mehr hören. Natürlich sollte sich die Branche nicht schlecht reden und auch der unabhängige Buchhandel sollte selbstbewusst auftreten. Aber diese Erkenntnis ist mittlerweile wirklich ein alter Hut und das Gros der Unabhägigen verharrt nicht im mentalen Jammertal, sondern engagiert sich mit Freude an der Arbeit. Und dennoch ist es nunmal Fakt, dass viele kleinere Buchhandlungen unter beklagenswerten ökonomischen Verhältnissen arbeiten. Das hat Gründe, die auch mit amazon zusammenhängen. Da wirkt der ewige Jammer-Vorwurf schon etwas zynisch.

    Und nochmal zum eigentlichen Thema: Sie selbst haben u.a. im BBL die Verlage dazu aufgefordert, Preise zu erhöhen und Konditionen zu verbesern, um dem Handel Spielraum zu verschaffen. Wenn Sie den jetzt nutzen, um mit Endkunden-Rabatten zu wuchern und bei den Kunden eine Stimmung zu provozieren, die der Durchsetzung höherer Preise explizit entgegenwirkt, dann führen Sie Ihre eigene Argumentation ad absurdum.
    Dieter Dausien, Buchladen am Freiheitsplatz, Hanau, http://www.freiheitsplatz.de

  • Jürgen Horbach

    Jürgen Horbach

    Ja, lieber Herr Riethmüller, da bin ich jetzt total überrascht über das von Ihnen kolportierte Ergebnis Ihrer Kundenbefragung! Wer hätte das gedacht, dass Kunden - befragt man sie - lieber billiger als angemessen bepreist kaufen? Wenn einer die Wahl hat bei einem identischen Produkt 100 zu bezahlen oder 80 oder 70, was wird er dann wohl wählen? -
    Das ist natürlich genauso richtig für alle Bücher. Was würden Ihre Facebookler antworten, wenn man ihnen die Wahl ließe, 28 EUR oder 22 EUR oder 18 EUR für einen identischen Roman zu zahlen, wenn die niedrigen Preise auch noch mit einem Rabattschild versehen wären? Ich vermute, nach Ihrer Logik könnten Sie die Zufriedenheit Ihrer Kunden ins Unermessliche treiben. Sie brauchten nur die Rabatte hoch genug anzusetzen. Da freut sich der Facebookler! -
    Kalender sind nicht preisgebunden, de jure können Sie natürlich handeln, wie Sie wollen. Bücher sind preisgebunden. Da können sie es nicht. Aber aus Ihrem Tun (Rabattaktion) und Ihrer Einlassung auf dieser Seite lässt sich eine große Sehnsucht nach der freien Gestaltung von Preisen herauslesen (Stichwort: Kundenzufriedenheit). Wie schon gesagt - auch von Herrn Dausien -, Sie vermitteln den nachhaltigen Eindruck, der Preisbindung den Garaus machen zu wollen. Das wäre doch einmal ein schönes Thema für die Börsenvereinsgremien und die Politik. Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, manche Politiker sind größere Preisbindungsbefürworter als die, die es existentiell unmittelbar angeht. Hoffentlich lesen die das hier nicht. Die Zeiten ändern sich offenbar bei den Händlern. Dann lassen Sie das die Branche doch diskutieren! -
    Und die Forderung nach höheren Preisen, die Sie und Ihre rabattsüchtigen Kollegen ständig erheben, verliert vollends ihre Glaubwürdigkeit. -
    Das Schlimmste ist nicht die einzelne Aktion, sondern deren ständige Wiederholung, das Schlimmste ist, dass der Geist der Sehnsucht nach Abschaffung der Preisbindung auch bei führenden Buchhandelsunternehmen nun aus der Flasche ist.
    Ein geruhsames Wochenende wünscht
    Ihr
    Jürgen Horbach

  • Silvia Horn

    Silvia Horn

    Danke, Herr Horbach, dass Sie die Wertigkeit der Kalender schützen wollen. Können Sie außer "mahnen" sonst noch erwas unternehmen?

  • Riethmüller, Heinrich

    Riethmüller, Heinrich

    Lieber Herr Horbach,

    aus der zeitlich limitierten Rabatt-Aktion bei Kalendern, die wir seit Jahren wie andere Kollegen (und zwar nicht nur Filialisten) und andere Branchen wie Schreibwarengeschäfte, Kaufhäuser oder amazon fahren, zu konstruieren, dass Osiander nur sehnsüchtig darauf wartet, dass die Preisbindung für Bücher fällt, ist geradezu absurd. Sie wissen sehr genau, dass sich Osiander immer aktiv für die Buchpreisbindung eingesetzt hat, die die Grundlage für die Vielfalt unserer Branche ist. Und daran wird sich auch nichts ändern.
    Aber Kalender waren noch nie preisgebunden, genausowenig wie DVDs oder früher Hörbücher oder Geschenkartikel. Unsere Kunden differenzieren sehr genau - noch nie hat bei uns ein Kunde gefragt, ob es diesen Rabatt auch auf auf Bücher gäbe. Wir würden diese Aktion - in der Regel am Beginn des Kalendergeschäfts, wo unsere Buchhandlungen voller Kalender sind, die sich im Sommer nur mühsam verkaufen - nicht machen, wenn sie sich nicht durch erheblichen Mehrumsatz in dieser Warengruppe rechnen würde. Und zwar nicht deshalb, weil wir damit anderen Buchhandlungen das Geschäft weg nehmen, sondern weil Kunden, die sonst nie auf die Idee kämen, einen Kalender zu kaufen, durch diese günstigen Preise dazu aninmiert werden.
    SIe waren doch auch lange genug Geschäftsführer eines Verlages, der vor allem Buchsonderausgaben und modernes Antiquariat produziert hat - auch hier spielen Verlage und Buchhändler mit Preisen, und zwar erfolgreich und ohne die Preisbindung für Bücher zu gefährden. Auch Sonderausgaben haben ihren Stellenwert im Buchhandel und bringen neue Kunden in unsere Läden.
    Und dass wir uns paralell für höhere Buchpreise einsetzen, widerspricht einer solchen zeitlich limitierten Aktion überhaupt ncht.
    Wir sollten diese Diskussion im übrigen sehr nüchtern in den Gremien diskutieren und nicht so empörungsgeladen in der Öffentlichkeit - das wiederum schadet der Sache sicher sehr viel mehr.
    Herzlich Ihr Heinrich Riethmüller

  • Jörg Robbert

    Jörg Robbert

    Lieber Herr Riethmüller,
    meiner Ansicht nach votiert eine Mehrheit in der Branche für feste Ladenpreise auch bei Kalendern. Mehr als einmal wurde das in den verschiedenen Gremien, auch im Branchenparlament diskutiert. Nun sind Kalender nicht preisgebunden und formal ist nichts gegen eine Preisreduktion einzuwenden. Solche Rabattaktionen sind Bestandteil der Osiander-Strategie und Unternehmensphilosophie.
    Es fällt schwer Ihre Klage ernst zunehmen, dass Kalender sich im Sommer so schwer verkaufen und das als Argument für eine Billigaktion herhalten muss. Sollte das Ihr Problem sein dann orientieren Sie sich doch an den vielen anderen KollegInnen und bestellen Sie später und nicht so viel auf einmal :-).
    Eigentlich müssten Sie ebenfalls wissen, dass Ihre Rabattaktion in erster Linie die kleinen Buchhandlungen trifft, deren Interessen Sie als Vorsteher auch vertreten sollten. Bevor bei uns ‚Kleinen’ das Kalendergeschäft losgeht, grasen Sie schon einmal so richtig ab. Sie haben im Gegensatz zur Mehrheit der Buchhandlungen die finanziellen Ressourcen, sich im August das Lager mit Kalendern „vollzuknallen."

    Sehen wir es wie es ist: Sie sind Vertreter einer Buchhandlungskette die – auch wenn diese gerne den Eindruck erwecken möchte – keineswegs nur mildtätig Buchhandlungen weiterführt, die keinen Nachfolger finden, sondern auch in Städten mit gut funktionierenden Buchhandlungen einen Verdrängungswettbewerb betreibt und massiv auf Expansion setzt - zum Schrecken vieler KollegInnen im Süden.
    Aber was heißt das für Ihre Funktion als Vorsteher? Gibt es hier nicht einen strukturellen Konflikt? Müssen Filialisten nicht qua ihrer Rolle gegen die Interessen eines nicht unbeträchtlichen Teils der Branche agieren? Wenn – um einen weitern Konfliktpunkt anzusprechen - Osiander beispielsweise Verlage um „Unterstützung bittet“ bzw. Verständnis für die erpresserischen Forderungen von Thalia signalisiert?

    Erinnern wir uns: Herr Schormann musste als Vorsteher seinen Hut nehmen, weil er an Thalia verkauft hat. Und jetzt 12 Jahre später ist die Geschichte auf den Kopf gestellt und der Mitinhaber einer expandierenden Buchhandlungskette ist Vorsteher und vertritt damit uns alle? Haben Sie mal meine KollegInnen aus dem Süden gefragt wie sie das finden?
    Öffentlich möchten Sie die Diskussion über die Rabattaktion nicht führen, „das schade der Sache“ schreiben Sie und möchten alles in die Gremien verweisen. Meine Erfahrung in unserem Verband ist, dass Schaden nicht durch öffentliche Diskussion angerichtet wird – davon haben wir im Gegenteil viel zu wenig – Schaden wird angerichtet, wenn ein schon länger brodelnder Konflikt unter den Teppich gekehrt werden soll.

  • if

    if

    Fürchten die Diskutanten wirklich den Untergang des Deutschen Buchhandels wegen einer zeitlich befristeten kleinen Rabattaktion für Kalender??? Dann ist die Nervosität noch größer als ich mir hätte vorstellen können.

  • Heinrich Grevemann

    Heinrich Grevemann

    @IF:
    Nicht die Nervosität ist groß, die Umsätze und die Margen sind so gering.
    Sie arbeiten gewiss nicht im stationären Buchhandel, sonst hätten Sie sich eine solche Bemerkung nicht erlaubt.

  • if

    if

    Die Margen sind in anderen Branchen auch gering, ohne dass Rabatte verteufelt oder gar verboten würden. Und diese Branchen leben ohne den Luxus gesetzlich angeordneter Einkaufsrabatte.

  • Paul

    Paul

    Meiner Meiung nach, hat sich Herr Riethmüller für eine weitere Amtszeit selbst disqualifiziert.
    Nicht durch seine Rabatt-Aktion zum Start der Kalendersaison( diese werden schon ewig von vielen Buchhandlungen & PBSlern, ob groß oder klein durchgeführt), sondern durch die hier zu findenden Äußerungen. Welche meiner Meinung nach im starken Kontrast stehen, zu dem was der Börsenverein und sein Vorstand nach außen darstellen sollen. Und durch die Unterlassung einer offiziellen Stellungnahme zum Thema #Thalia fordert rückwirkend Verkausförderboni.
    Wundert man sich da noch, dass dem Börsenverein die Mitglieder abhanden kommen?

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