Preisentwicklung im KNV-Langzeitvergleich

Ein Loch in der Kasse

Die Preiskurve zieht nach unten: Laut KNV kosteten Bücher, Kalender & Co. im vergangenen Jahr durchschnittlich 14,74 Euro; das sind 0,7 Prozent weniger als 2013. Abwärts geht es laut Auswertung des Unternehmens vor allem für Hardcover.

Zwei Jahre sah es aus, als würden sich die Preise erholen. Doch davon kann aus Sicht von KNV keine Rede mehr sein: „Als Branche sind wir bei der Durchsetzung höherer Ladenpreise nicht vorangekommen“, sagt Markus Fels, Kommunikations- und Einkaufsleiter des Barsortiments. „Vor zehn Jahren waren wir weiter.“
Fels ist ein Verfechter höherer Preise im Buchmarkt, notiert seit Jahren deshalb akribisch, was das Barometer anzeigt – schaut zugleich auf die Inflationsrate und die Tarifentwicklung. Sein Fazit: „Es ist enttäuschend.“ Die Lücke zwischen der allgemeinen Preis- und Kostenentwicklung und den Bücherpreisen werde eher größer als kleiner. „Die Branche gleicht ja noch nicht einmal die Inflation aus.“ Denn wäre das so, rechnet er vor, müsste der Durchschnittspreis pro ausgeliefertem Artikel heute deutlich über 17 Euro liegen – also knapp 3 Euro höher als jetzt.

Preisentwicklung bei Büchern im Jahr 2014 (im Langzeitvergleich)
  • Insgesamt ging es für die Preise laut KNV um 0,7 Prozent abwärts. Basis dieser Auswertung ist der komplette Produktpool des Unternehmens, alle Verkäufe fließen mit ein (v.a. Bücher, aber zu einem kleineren Anteil auch Kalender und Non-Books).  
  • Der Durchschnittspreis reduzierte sich auf 14,74 Euro; in den beiden vorangegangenen Jahren zeigte die Kurve noch nach oben (2012: 14,55 Euro; 2013: 14,85 Euro). Letzter Tiefpunkt: 2011 mit 14,45 Euro.   
  • Taschenbücher bewegten sich preislich 2014 im Aufwind – legten um 0,5 Prozent zu. Fels: „Hier reizen Verlage die Grenze von 9,99 Euro weitgehend aus.“
  • Für Hardcover gilt das Gegenteil: Im Schnitt sanken die Preise für gebundene Bücher im vergangenen Jahr um 2 Prozent. „Verlagen fehlt offenbar der Mut, höhere Preise durchzusetzen“, meint Fels – weil der Wettbewerbsdruck gestiegen sei und Verlage nun Sorge hätten, Marktanteile zu verlieren. Zum Vergleich: Destatis errechnete für das Jahr 2014 eine Inflationsrate von plus 0,9 Prozent (vorläufige Angaben; gemessen am Verbraucherpreisindex).
  • Kaum einer der Top30-Titel aus dem KNV-Sortiment kostete 2014 mehr als 20 Euro. Das mit 22,95 Euro teuerste Buch, „Kruso“ von Lutz Seiler (Suhrkamp), erreichte im Ranking Platz 27.
  • Rückblick: 2004 lag der Durchschnittspreis laut KNV-Statistik bei 15,22 Euro – rund 3,2 Prozent höher. Den höchsten Wert ermittelte Fels in seiner Statistik, die bis 1997 zurückreicht, für das Jahr 2002 – im Schnitt kosteten die KNV-Artikel damals 15,86 Euro.


Dass sich das Preisklima abkühlt, war an den Monatsmeldungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) bereits abzulesen: Bei der letzten Auswertung (im November 2014) ermittelten die Marktforscher, wie berichtet, ein Minus von 2 Prozent. 

 

Preisentwicklung bei Büchern, Kalender & Co. seit 1997 (laut KNV-Statistik)

JahrDurchschnittpreis in Euro
201414,74
201314,85
201214,55
201114,45
201014,55
200914,66
200814,79
200715,08
200614,86
200515,00
200415,22
200315,52
200215,62
200115,36
200015,12
199914,85
199814,76
199714,57

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1 Kommentar/e

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  • Manfred Keiper

    Manfred Keiper

    Die Zentralbanken jagen immer wieder das Gespenst einer Deflation durch die Presse - wir im Buchhandel realisieren sie!
    Der Rest der (Wirtschafts-)Welt wird vermutlich glauben, die Leute im Buchmarkt seien mit dem Klammerbeutel gepudert. Ich schlage vor, Buchhändler und Verleger in das Management des BER-Flughafens zu setzen - die schaffen es, und bleiben unter den geplanten Kosten!

    • ...

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