Print on Demand bei KNV

Drucken im Takt des Marktes

Ein halbes Jahr nach dem Start der Print-on-Demand (PoD)-Services zieht KN Digital Printforce eine erste Zwischenbilanz: 135.000 Titel umfasse das Programm mittlerweile, heißt es  – noch in diesem Jahr will das Unternehmen die 500.000er-Marke knacken.

Damit das gelingt, rufen die Stuttgarter jetzt auch den Buchhandel zum Mitmachen auf: Jedes vergriffene Buch, für das es eine Nachfrage gebe, könne man der PoD-Abteilung einfach melden. „Wir setzen uns dann mit dem Verlag in Verbindung, um diesen Titel in unser Programm aufzunehmen“, so Vertriebsmanager Rolf Blind.  
Vergriffene Titel zu reaktivieren, spielt derzeit aber noch eine eher untergeordnete Rolle. Das  Hauptgeschäft bestimmen bei KN Digital Printforce bislang Verlage, die sich im Auflagenmanagement mehr Flexibilität wünschen. Sprich: die ihre Auflagen (oder Teile davon) nicht mehr auf lange Sicht, sondern schneller und kurzfristiger steuern wollen – je nachdem, wie sich die Nachfrage am Markt gerade entwickelt. Im Grunde also ganz marktübliche PoD-Services, die auch andere bieten (Produktion von Kleinst- und Kleinauflagen, Lieferengpässe bei Bestsellern überbrücken u.a.) .

Zu den Kunden zählen die Verlage Ibidem, Athene Media, der Europäische Hochschulverlag, die Kamphausen Mediengruppe und der Verlag Dr. Müller – plus Springer Science + Business Media, Thieme und Ullstein (diese drei sind zudem Kunden der Koch, Neff & Oetinger Verlagsauslieferung).

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3 Kommentar/e

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  • Leser

    Leser

    Das Bemerkenswerte an dieser Meldung ist, dass KNV hier unter anderem den Dr. Müller Verlag als Referenzkunden anführt. Das ist ein Verlag, dessen Geschäftsmodell die taz 2008 mit der Überschrift "Schröpfen on demand" beschrieben hat.
    Im Artikel heißt es, der "Ein Verlag verkauft im großen Stil Bücher, die ausschließlich aus Wikipedia-Artikeln bestehen - zu astronomischen Preisen."
    Eine aktuelle Stichprobe bei Amazon ergibt, dass dort vom VDM Verlag (Verlag Dr. Müller) zur Zeit 162.958 Titel gelistet sind.
    Dass KN digital an dieser abzockerischen Titelflut partizipieren will, mag unternehmerisch sinnvoll sein, dass man in Pressemitteilungen mit der Arbeit für diesen Kunden wirbt, scheint ein wenig naiv.
    Auch ein schlechter Ruf kann ansteckend sein, auch wenn man in Stuttgart vielleicht denkt, dass man sich seine Freunde nicht aussuchen kann.


  • 2. Leser

    2. Leser

    Das Angebot von KNV kommt, gerade für uns Verleger, zum richtigen Zeitpunkt. Eine Produktion der Bücher direkt am Lager oder Logistikort ist endlich eine echte Alternative zum Drucker um die Ecke, bei dem der Transport in Geld und Zeit immer noch anfällt. Zudem scheint es so als ob das KNV Angebot ein echtes Auflage 1 Angebot ist. Auch etwas, was seither wirtschaftlich für uns Verleger nicht greifbar war, sieht man einmal von völlig aberwitzigen Preisen der Druckereien oder einer unbrauchbaren Qualität ausländischer PoD Anbieter ab.
    In Zeiten sinkender Auflagen und differenzierter Contentausgabe in die unterschiedlichsten Medienkanäle ist es überlebensnotwändig jede Chance für Wertschöpfung und Ertrag zu nutzen.
    Es ist wieder einmal bezeichnend, dass die ersten Verlage die es begriffen haben Wissenschafts bzw. Print on Demand Verlage sind. Gerade die zweiten stehen zwar innerhalb der Branche in der Kritik, siehe vorheriger Kommentar, erzeugen aber beim Leser keineswegs Kopfschütteln.
    In einem Land in dem für 100 Mio. Handys,
    300 Mio. Klingeltöne runtergeladen werden (2011) ist die Aktzeptanz für 40 Euro Wikipedia Büchlein längst gegeben.
    Wir sollten die Chancen nutzen die uns die Technik heute bietet. Wer zu spät kommt den bestraft das Leben.

  • Leser

    Leser

    Beim Leser erzeugen nicht die Verlage Kopfschütteln, sondern die völlig überteuerten Nepp-Produkte, hier nett mit "Wikipedia-Büchlein für 40 Euro" umschrieben.
    Da gilt es den feinen Unterschied zwischen "Wertschöpfung" und "Schröpfung" zu beachten.

    • ...

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