Serafina - Nachwuchspreis Illustration 2017

Sechs Zeichentalente nominiert

Sechs junge Kinderbuch-Illustratoren wurden von der Jury für die Serafina 2017, Nachwuchspreis Illustration, nominiert. Der Preisträger wird am 11. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse gekürt.

Die sechs Nominierten für die Serafina 2017 sind der Mitteilung der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zufolge:

© Kunstanstifter

Mareike Engelke mit

Mareike Engelke, Annette Feldmann: "Vor den 7 Bergen. Davon, wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und alles schiefgeht" (Mannheim: Kunstanstifter 2017)

Die Jury schreibt: "Wo gibt es denn so was? Alleinerziehende Mama mit sieben Kindern kuriert liebevoll deren Windpocken, verkauft Äpfel auf dem Markt, verliebt sich glück-lich und ermöglicht endlich ihren Zwergen samt Hund die ersehnte Reise zu Oma in den Schnee? Im Bilderbuch 'Vor den 7 Bergen". Großes Drama ohne Pathos. Zack, geht es hier durch vier Jahreszeiten. Nichts läuft nach Plan. Das Leben ist trotzdem schön! Mareike En-gelke hat all das in erfreulich unkonventioneller und verspielter Gesamtgestaltung glaubwürdig inszeniert. Ein Märchen und doch wahr!"

© Reprodukt

Ferdinand Lutz mit

Ferdinand Lutz: "Q-R-T: Flummi allein zu Haus" (Berlin: Reprodukt 2016)

Die Jury schreibt: "Im zweiten Kindercomic-Band über die Forschungsreise des Außerirdischen Q-R-T auf der Erde entfaltet Ferdinand Lutz wieder Geschichten, in denen es lauter schöne Einfälle und originelle Typen zu entdecken gibt. Stilsicher und mit souveränem Strich lässt er die quicklebendigen Darsteller durch pointierte Episoden wirbeln. Es macht einfach großen Spaß, sich beim Lesen und Anschauen zu wundern und überraschen zu lassen. Dabei sind wir alle selbst irgendwo in den herrlich schrulligen Figuren versteckt."

© Bohem Press

Catherine Kuhlmann mit

Catherine Kuhlmann: "Der Club der Mutigen" (Münster: Bohem Press 2017)

Die Jury schreibt: "Kuhlmann kombiniert zarteste Bleistiftstriche mit breiten pastosen Strichen, nutzt warme Erdtöne, Vogelperspektiven und Untersichten und lässt so in ihrer Geschichte Traumszenen und Wirklichkeit miteinander verschmelzen und die Phantasie Blüten treiben. Sie erzählt über den Mut, die eigene Dummheit einzugestehen: Hannes nötigt seiner Schwester Janna immer wieder Mutproben ab, verleitet sie zum gemeinsamen nächtlichen Besuch im Zoo, wo sie auf den roten Elefanten stoßen. Auch der wird mutig, bricht aus, sie reiten auf ihm, bis er müde wird und im Etagenbett der Kinder schläft. Kuhlmann schafft poetische Landschaften, die aber zugleich beunruhigend wirken, geheimnisvolle Objekte, die sich einer Entschlüsselung entziehen. Wirklich mutig ist es dann, den Elefanten wieder in den Zoo zurück zu bringen – aber die Geschwister wagen es."

© TintenTrinker

Lukas Kummer mit

Alexander Hogh, Lukas Kummer: "Gotteskrieger. Eine wahre Geschichte aus der Zeit der Reformation" (Köln: TintenTrinker Verlag 2017)

Die Jury schreibt: "Ein historischer Sachcomic verlangt einiges ab: Der Zeichner kann nicht frei fabulieren, sondern muss alte Dokumente studieren und sich an die Gegebenheiten halten. Lukas Kummer gelingt der Spagat, in gelungenen dramaturgischen Bögen erzählt er die Geschichte der Stadt Münster zur Zeit der Wiedertäufer. Mit raschen Perspektivwechseln schafft er Spannung und macht deutlich, wie eine Stadt zunehmend religiös fanatisiert wird, wie im Namen des Glaubens Andersdenkende radikal bekämpft werden, wie aus einer Stadt in Windeseile eine Diktatur wird. Handlungsstränge macht Kummer durch unterschiedlich dominierende Farbmodi kenntlich, modelliert seine auf wesentliche Gesten und Mimiken konturierten Figuren mit lavierten Flächen und lässt die Zeichnung eines Mikrokosmos zu einer Parabel gerinnen, die heute aktueller denn je ist."

© Mixtvision

Lena Schall mit

Italo Calvino, Lena Schall: "Das schwarze Schaf" (München: Mixtvision 2017)

Die Jury schreibt: "Es war einmal eine Stadt voller Diebe; jede Nacht beklauten sie sich gegenseitig, bis ein ehrlicher Mann Bewohner dieser Stadt wurde. Da geriet das Gleichgewicht ins Wanken: Die Reichen wurden immer reicher, die Armen ärmer – und der Ehrliche starb ohnehin den Hungertod. Atektonisch, skurril, von dunklem Zynismus und Kolorit geprägt, erzählt Schall Italo Calvinos Geschichtenklassiker vom schwarzen Schaf einer missglückten Gesellschaft neu. Ein aharmonischer Stilmix aus Collage, Paper Art und modellierten Figuren in 3D-Optik greift Calvinos Kapitalismuskritik auf und rüttelt mächtig an den Prinzipien einer Konsumgesellschaft, auch im Bilderbuch."

© Kunstanstifter

Mirjam Zels mit

Mirjam Zels: "Fast wie Freunde" (Mannheim: Kunstanstifter 2017)

Die Jury schreibt: "Schwarze Schatten, mal, kleiner, mal größer, drücken auf die Schultern der Menschen; die Heldin des Buchs, ein kleines Mädchen, wirkt bedrückt. Selbst die Ärzte finden nichts. 'Man schaute lieber nicht so genau hin', lautet der Schlüsselsatz, aber die Blei- und Buntstiftbilder zwingen den Betrachter zum Blick auf die Details, verleiten zum Hin- und Herblättern. Auf sich allein gestellt, entdeckt das Mädchen seinen Schatten, setzt sich mit ihm auseinander, ringt mit ihm wie Jakob mit dem Engel – bis sie die personifizierte Angst als Gegner ausgemacht hat. Nicht durch Text, sondern durch die klar strukturierten Bilder in Pastelltönen macht Zels die Lösung augenscheinlich: Indem das Mädchen die Angst annimmt, wandelt sie den Gegner zum Freund um. Vor teils nostalgisch anmutenden, aus verschiedenen Papieren zusammengesetzten Hintergründen entdeckt der Betrachter die Angst auch bei den Anderen, schwarze biegsame, fast knuffige Kerlchen – und die Erkenntnis ist wichtig: Alle haben Angst, die durchaus auch hilfreich sein kann."

Das Logo

Das Logo © Akademie

Der Jury gehören an: Birgit Fricke (Frankfurter Buchmesse), Stefan Hauck (Börsenblatt), Anke Kuhl (Illustratorin, Labor, Frankfurt am Main) und Claudia Maria Pecher (Präsidentin der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur).

Zum Preis

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur vergibt die Serafina in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse, dem Börsenblatt und der Animationssoftware TigerCreate. Der Nachwuchspreis Illustration, gestiftet von der Mediengruppe Pressedruck in Augsburg und der Porzellan Manufaktur Nymphenburg (Porzellanfigur Giraffe "Serafina"), ist mit 2.500 Euro dotiert.

Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse

Der Preisträger wird auf der Frankfurter Buchmesse am 11. Oktober bekanntgegeben: Der Preis wird ab 16:30 Uhr auf der Kids Stage im Kinderbuchzentrum Halle 3.0 (K 139) mit anschließendem Empfang verliehen.

  • Ein Grußwort spricht Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie Mitglied des erweiterten Präsidiums der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.
  • Tilman Spreckelsen berichtet über Perspektiven der künstlerischen Nachwuchsförderung.

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