Thalia zieht Bilanz

Wachstum aus dem Web

Zehn neue Buchhandlungen und zehn Prozent mehr Umsatz im E-Commerce – beides hilft Thalia dabei, Kurs zu halten: Für das Geschäftsjahr 2016/17 meldet der Filialist ein leichtes Plus. Flächenbereinigt und nur die Läden im Blick ist die Lage allerdings anders: Hier steht ein Minus von knapp zwei Prozent in der Bilanz.  

Thalia-Filialgeschäft

Thalia-Filialgeschäft © Thalia

Michael Busch

Michael Busch © John M. John / Thalia

Das erste Jahr nach dem Eigentümerwechsel (siehe Archiv: Herder steigt bei Thalia ein) ist vergangen – und es ist gut gegangen. Thalia sieht sich als Marktführer und Wachstumstreiber, CEO und Mitgesellschafter Michael Busch betont, man investiere stark in den stationären Buchhandel. "Mit der Nähe zum Kunden und einer kompetenten persönlichen Beratung, über alle Kanäle hinweg, bieten wir den reinen Online-Anbietern erfolgreich die Stirn."

Konkrete Zahlen dazu sind in der Pressemitteilung, die das Unternehmen heute verschickt hat, nicht zu finden. Die Kernpunkte aus dem Rückblick im Überblick:  

  • Thalia schließt das Geschäftsjahr 2016/17 beim Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau ab. 

  • Zehn Buchhandlungen eröffnete das Unternehmen zwischen Juli 2016 und Juni 2017 in Deutschland und Österreich neu. "Die flächendeckende Präsenz vor Ort ein wichtiger Bestandteil der Omni-Channel-Strategie des Unternehmens", heißt es. Insgesamt betreibt Thalia derzeit rund 280 Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum (Deutschland: 219). 
  • Als Wachstumstreiber gelten aber auch die Webhops: Im E-Commerce ging es laut Mitteilung das dritte Jahr in Folge aufwärts – in Deutschland um knapp 10 Prozent, in Österreich um 7 Prozent. Jedes 5. Buch, das bei thalia.de bestellt werde, werde mittlerweile vor Ort abgeholt.  
  • Stabil bleibt der Marktanteil, den Thalia im deutschen E-Book-Markt erreicht – er liegt bei rund 22 Prozent. Das entspricht dem Vorjahresniveau. 
  • Thalia investiert nach eigenen Angaben weiterhin mehrere Millionen Euro „in ein gesundes Wachstum und den Ausbau von Omni-Channel“. 
  • Dazu gehören auch: Der Buchhändler verkauft jetzt auch Zeitschriften-Abonnements (das Sortiment umfasst mehr als 300 Titel) – und das Video-Sprachlernportals Papagei.com, an dem sich Thalia beteiligt hat.  
  • Künftig sollen neue Partnerschaften und Beteiligungen für mehr Zusammenarbeit in der Branche sorgen – Thalia, Förderer des Accelerator-Programms CONTENTshift, denkt dabei sowohl an Autoren und Verlage als auch an Händler und Kunden. Als Beispielt nennt der Filialist die Papego-App (sie ermöglicht, wie berichtet, das kostenlose mobile Weiterlesen gedruckter Bücher). In Kooperation mit Thalia seien neue Verlagskontakte geknüpft und die Reichweite deutlich gesteigert worden. 
  • Der Filialist setzt zudem auf eigene Apps, die den Komfort beim Einkaufen verbessern sollen. Seit einem Jahr testet das Unternehmen in elf Städten eine sogenannte Guided-Selling-Anwendung, die die Mitarbeiter in den Buchhandlungen im Beratungsgespräch einsetzen. "So können Bücher gemeinsam mit dem Kunden recherchiert und die Verfügbarkeit in Filialen oder bei thalia.de geprüft werden." Zudem erlaube die App den Zugriff auf alle verfügbaren Buchempfehlungen von Mitarbeitern und Kunden aus dem Online-Shop und aus der Empfehlungsdatenbank Thalia next

Michael Busch: „Leichtes Wachstum in einem herausfordernden Marktumfeld“  

Frequenzverluste sind für Thalia Alltag, mit den zu erwartenden Folgen. „Der deutsche Buchmarkt ändert sich radikal und hat mit Herausforderungen zu kämpfen, die nicht zuletzt den gesamten Einzelhandel betreffen“, erklärt Michael Busch. Aufgrund der herausfordernden Marktsituation und einer damit einhergehenden rückläufigen Kundenfrequenz, hat auch Thalia länderübergreifend im stationären Geschäft, einen Umsatzrückgang von knapp 2 Prozent zum Vorjahr auf vergleichbarer Fläche zu verzeichnen.“ 

Durch eine verbesserte Kundengewinnungsquote, sowie einen deutlichen Anstieg beim Kauf pro Kunde, habe der stationäre Frequenzrückgang jedoch weitgehend ausgeglichen werden können. "Unsere Jahresbilanz 2016/2017 zeigt deutlich, dass es richtig war, auf Omni-Channel und noch mehr Service für die Kunden zu setzen – nur so war kanalübergreifend ein leichtes Wachstum in diesem herausfordernden Marktumfeld möglich." 

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