Verlinkung der "Spiegel"-Bestsellerlisten

"Alternativen zu Amazon aufzeigen"

Die stationären Sortimenter sprechen sich für eine prominente und provisionsfreie Verlinkung der "Spiegel"-Online-Bestsellerlisten auf buchhandel.de aus.

Ausführlich hat der Sortimenter-Ausschuss (SoA) am gestrigen Mittwoch über die Verlinkungspraxis des "Spiegels" bei den Bestsellern diskutiert. Die Weiterleitung der kaufinteressierten Kunden von Spiegel Online zu Amazon stößt bei den Buchhändlern auf harsche Kritik.

Diese wurde, wie berichtet, auch schon in Hamburg in einer Gesprächsrunde mit dem "Spiegel" vorgetragen. Ein nächstes Gespräch mit den Verantwortlichen von Spiegel Online stehe in Kürze an, sagte Kyra Dreher, Geschäftsführerin des SoA.

Dabei wolle man weiter darauf hinwirken, "dass aus den Bestsellerlisten heraus prominent auf buchhandel.de als einzige neutrale Branchenplattform provisionsfrei verlinkt werden soll", heißt es in einem Beschluss des SoA. Außerdem solle der "Spiegel" von einer Auflistung weiterer Verkaufsplattformen absehen.

Börsenvereins-Vorsteher Heinrich Riethmüller sagte, man wolle damit Alternativen zu Amazon aufzeigen. Der Lüneburger Buchhändler Jan Orthey betonte, dass der Buchhandel vor Ort werblichen Aufwand für die Liste betreibe und die Relevanz der Liste schließlich selbst erarbeitet habe. Mayersche-Chef Hartmut Falter bezeichnete die Buchhändler als "Steigbügelhalter" der Liste, ohne deren Einsatz sie nie die Bedeutung erreicht hätte, die sie hat.

Der Ärger mancher Buchhändler reicht so weit, dass sie ihre Datenlieferungen an den "Spiegel" mittlerweile gestoppt haben. Der Rostocker Buchhändler Manfred Keiper ist einer von ihnen: "Die Weiterverwertung der Daten ist nicht geregelt und der "Spiegel" verdient damit Geld – das halte ich für unlauter."

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1 Kommentar/e

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  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Offenbar wurde beim Bericht aus Hamburg dem SOA nicht berichtet, daß größere Sortimentergruppen keineswegs dafür sind, buchhandel.de als 'einzig neutrale Plattform' prominent und provisionsfrei zu verlinken - mit dieser Forderung hat sich der Vorsteher in Hamburg auch ordentlich blamiert.

    Die Reaktion der SPIEGEL-Redakteure war einmütig: Zum einen erlöst der SPIEGEL einen sehr hohen Betrag aus der Verlinkung mit amazon, was man nicht einfach ignorieren darf. Man trennt (wie übrigens auch bei der ZEIT, wie wir aus Gesprächen wissen) sehr genau zwischen dem Wirtschaftsbetrieb und dem journalistischen Teil, d.h.: Kritische artikel über amazon: JA. Generierung von Einahmen - auch JA. Wie ein großer Fernsehjournalist mal sagte: Man mache sich niemals gemein, auch nicht mit einer guten Sache. Das muss man respektieren.

    (Was die 'Neutralität' anbelangt: da müsste buchhandel.de *allen* Marktteilnehmern offenstehen, auch vereinsfremden, auch amazon. Ist das wirklich gewollt? Alles andere ist nicht neutral.)

    Zum anderen wurde vom SPIEGEL wurde die 'usability' von buchhandel.de moniert. Der geneigte Leser möge einfach mal "Junge" in die Suchzeile eingeben. In renommierten und weit verbreiteten Shops kommt logischerweise als erstes Hape Kerkelings "Der Junge muss mal an die frische Luft". Probieren Sie das mal bei buchhandel.de - viele Treffer auf Goethes Werther, auf der ersten Seite aber keiner auf Kerkeling (screenshot liegt vor ;-)

    Und die PLZ-suche funktioniert nur korrekt mit 5-stelligen PLZ, alles andere ergibt nichts oder Murks (bei z.B. "6911" wird Bitterfeld angezeigt statt Heidelberg, Bitterfeld hat aber "0674..").

    Insofern kann man die Reaktion des SPIEGEL leider sehr gut verstehen, denn wer verlinkt, gibt eine Empfehlung - mit der Konsequenz, daß er die allfällige und berechtigte Kritik daran mit auf sich nehmen muss.

    Das will der SPIEGEL nicht, und das muss man als Kaufmann auch verstehen. Es wäre schön, wenn kaufmännisches Denken auch im Hauptamt einen gewissen Stellenwert hätte.

    LG LB

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