Weltempfänger 31 - Sommer 2016

Gesänge einer iranischen Lyrikerin auf Platz Eins

Den ersten Platz der Sommerausgabe des Weltempfängers belegt die iranische Lyrikerin Granaz Moussavi mit dem zweisprachigen Gedichtband "Gesänge einer verbotenen Frau" (Leipziger Literaturverlag). Ihre Texte haben die Jury der Bestenliste mit "ihrer Stärke und Expressivität" überzeugt, teilt die Litprom mit.

© Leipziger Literaturverlag

"'Spätnachmittag, ich komme vom Kitten der Tage nach Haus" – so klingen die Gedichte von Granaz Moussavi. In ihnen verwebt sie Politisches und Privates, Körper und Geist, Drinnen und Draußen, Tag und Nacht. Es sind Gedichte, die am Faktischen rütteln. Fordernd-fühlende Texte voll präziser Sensibilität. Zweisprachig ediert. Kraftvoll und elektrisierend", schreibt die Jurorin Katharina Borchardt über den Gedichtband.

Die Bestenliste Weltempfänger ist eine Initiative der Litprom − Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Platziert sind jeweils sieben Titel. In der Sommerausgabe 2016 sind dies − neben Granaz Moussavi:

Aus Indien kommen gleich zwei Romane: "In anderen Herzen" (Kunstmann; Platz 2) von Neel Mukherjee − "eine packende Familiengeschichte im Kalkutta der 1960er Jahre, elegant geschrieben und meisterhaft komponiert", so Litprom-Geschäftsführerin Anita Djafari. Meena Kandasamy nähert sich in ihrem Roman "Reis & Asche" (Verlag Das Wunderhorn; Platz 5) einem historischen Massaker in Indien an, lege dabei "mit unterschiedlichen Erzählarten spielend ein literarisches Gegenstück zu Mukherjee" vor.

Die vier anderen Werke der Bestenliste stammen aus Lateinamerika, so Djafari weiter: Tomás González aus Kolumbien schildere in "Was das Meer ihnen vorschlug" (Mare Verlag; Platz 3) auf spannende Art und Weise die Gewissensfrage zweier Söhne im Kampf mit ihrem despotischen Vater. Rodrigo Rey Rosa nehme den Leser in "Die Gehörlosen" (Septime Verlag; Platz 4) mit auf eine mysteriöse Reise in die Berge Guatemalas. "Eternauta" (Avant Verlag; Platz 6) von Héctor G. Oesterheld (Text) und Francisco Solano López (Zeichnungen) werde als Meilenstein der argentinischen Comic-Geschichte gewürdigt. Auf den siebten Rang wählte die Jury den Roman "La Oculta" (Berenberg Verlag) des Kolumbianers Héctor Abad. Der Autor erzähle darin mit Wärme, aber auch Bitterkeit vom Verfall einer Familie, deren Schicksal eng mit der Geschichte Kolumbiens verknüpft ist.

Die komplette Liste mit weiteren Informationen und Jury-Urteilen findet sich auf der Litprom-Website.

Übersetzungswunsch

Für eine Übersetzung ins Deutsche empfiehlt Jurorin Katharina Borchardt "The Sympathizer" (Grove Atlantic 2015) von Viet Thanh Nguyen: "Der Erzähler sitzt irgendwo gefangen: ein südvietnamesischer Ex-Kommandant, der für die kommunistischen Brüder spionierte und nach dem Vietnamkrieg mit den abziehenden Amerikanern in die USA gelangte. Doch wo und warum? Ein politisch, historisch und psychologisch komplexer Spionagethriller. Hochspannend erzählt und 2016 mit dem Pulitzer Prize for Fiction ausgezeichnet."

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