Windham-Campbell-Preise vergeben

Unter den Gewinnern: Cole, De Waal, Habila und Vladislavić

Die Universität Yale in New Haven (US-Bundesstaat Connecticut) hat die neun Gewinner des mit je 150.000 US-Dollar (rund 132.000 Euro) dotierten Windham-Campbell-Literaturpreises bekanntgegeben − darunter sind die Autoren Teju Cole (Foto), Edmund de Waal, Helon Habila, Ivan Vladislavić.

Der Windham-Campbell-Literaturpreis wird in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Drama vergeben − 2015 an je drei Autoren je Kategorie.

Teju Coles Romane "erweitern unser Verständnis von Diaspora und Entwurzelung im einundzwanzigsten Jahrhundert radikal", heißt es in der Jurybegründung. Sein Roman "Jeder Tag gehört dem Dieb" (zuerst 2007 in Nigeria erschienen) ist soeben in deutscher Übersetzung bei Hanser Berlin herausgekommen. Cole wird in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet.

Ebenfalls in der Kategorie Belletristik wird Helon Habila ausgezeichnet. Habila "hat die seltene Gabe eines Geschichtenerzählers und Stilisten, der den Leser herausfordert und gleichzeitig unser Mitgefühl für Menschen schärft, die sich mit außergwöhnlichen Situationen konfrontiert sehen", heißt es in der Jurybegründung.

Helon Habila, 1967 in Nigeria, geboren, studierte Literatur und lehrte an der Universität bevor er nach Lagos ging, um dort als Journalist zu arbeiten. Sein dritter Roman "Oil on Water" (2010) erschien 2012 auf Deutsch als "Öl auf Wasser" im Verlag Das Wunderhorn und wurde unter anderem mit dem Deutschen Krimipreis 2013 ausgezeichnet. Habila lehrt kreatives Schreiben an der George Mason University und war 2013 DAAD Stipendiat in Berlin.

Dritter Belletristik-Preisträger ist der Südafrikaner Ivan Vladislavić. Auf Deutsch liegt sein Buch "Johannesburg. Insel aus Zufall" (A1 Verlag, 2008) vor. 

In der Kategorie Sachbuch wird Edmund de Waal geehrt, dessen Welterfolg "Der Hase mit den Bernsteinaugen" 2011 bei Zsolnay auf Deutsch erschien. Im Herbst 2015 kommt de Waals neues Buch "The White Road" heraus, dessen deutschsprachige Ausgabe 2016 bei Zsolnay erscheint. De Waals "sicheres erzählerisches Gespür und seine lyrische Phantasie zeigen sein tief empfundenes Verständnis vom Einfluss, den Dinge auf unser persönliches und kollektives Gedächtnis haben", meint die Jury.

Insgesamt gibt es in diesem Jahr neun Preisträger, neben den oben Genannten:

  • Geoff Dyer (Großbritannien; Sachbuch)
  • John Jeremiah Sullivan (USA; Sachbuch). Auf Deutsch liegt "Pulphead. Vom Ende Amerikas" (Suhrkamp) vor.
  • Jackie Sibblies Drury (USA; Drama)
  • Debbie Tucker Green (Großbritannien; Drama)
  • Helen Edmundson (Großbritannien; Drama)

Alle Preisträger werden auf der Website des Windham-Campbell-Literaturpreises vorgestellt.

Zum Preis
Der Windham-Campbell-Preis gehört zu den am höchsten dotierten internationalen Literaturauszeichnungen. Er wird seit 2013 jährlich in den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch und Drama an Schriftsteller vergeben, die in englischer Sprache schreiben.

Schlagworte:

0 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • ...

    Informationen zum Kommentieren

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

  • ...
    Mein Kommentar

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

    (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
    CAPTCHA image
    Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

    * Pflichtfeld

nach oben