#akep15

Kuratierter E-Book-Verkauf in der Buchhandlung

Die von René Kohl moderierte und bis auf den letzten Platz besetzte Veranstaltung auf den BuchTagen zeigte überdeutlich, dass für die E-Book-Präsentation und deren Verkauf in Buchhandlungen zeitnah noch eine überzeugende Lösung gefunden werden muss.

Bevor Kai Wels und Frank Maleu ihre Projekte rebookr bzw. booktree vorstellten, skizzierte René Kohl einige Voraussetzungen, die beim E-Book-Verkauf im Buchhandel zu bedenken sind. Gesichert werden müsse die Auffindbarkeit und Sichtbarkeit digitaler Werke im Laden sowie deren sofortige Freischaltung für Kunden nach dem Bezahlvorgang. Auch müsse die Frage beantwortet werden, wer bei technischen Problemen beim Käufer den entsprechenden Support zu leisten hat.

Nach diesen einführenden Gedanken präsentierte zunächst Kai Wels seine Idee rebookr, die tatsächlich zunächst nichts anderes als ein Gedankenexperiment ist, dass zur Diskussion anregen soll. Sein Ansatz ist die Sichtbarmachung digitaler Werke auf einem Display in der Buchhandlung und die Übertragung von E-Books auf die Smartphones der Kunden, da diese immer zur Hand sind. Er setzt beim Bezahlvorgang auf die NFC-Technologie (Near Field Communication) und plädiert dafür, den Verkauf von E-Books nicht nur während der Ladenöffnungszeiten, sondern 24/7 über das Schaufenster zu organisieren. Kai Wels hat dabei auch den öffentlichen Raum im Fokus, denn die Werbevermittler Wall und Ströer, so seine Vermutung, könnten auch auf die Idee kommen, ihre Werbeflächen demnächst zu Shops auszubauen.

Frank Maleu will mit booktree einen ähnlichen Weg gehen. Allerdings möchte er kein Display in der Buchhandlung installieren, sondern E-Books bzw. Leseproben, Rezensionen usw. auf den mobilen Divices der Kunden sichtbar machen, nachdem diese sich bei booktree eingeloggt haben. Dort könnten die Kunden dann auch den Weg zu Kasse des stationären Händlers finden. Booktree soll so ausgebaut werden, dass das Programm für jede Buchhandlung komplett individualisiert werden kann.

Die auf die beiden Präsentationen folgende Diskussion zeigte eindrucksvoll, welche Priorität die Branche auf eine Lösung des Problems wartet.

Nicht vor Ort war der Buchhändler Klaus Finke, der bereits vor zwei Jahren sein VirtualShelf für einen Wissenschaftsverlag entwickelt hat. Auf einem großen Display konnten dort (beispielsweise auf Messen) Volltexte eingesehen werden. Zum Kauf musste man allerdings über die Homepage des Verlages gehen. Inzwischen ist Klaus Finke von der Buchhandlung Pfister in Bad Krozingen dabei, sein VirtualShelf weiter zu entwickeln. Mit einer Bibliothek und einer Kurklinik vor Ort möchte er ein Ausleih- bzw. Kaufmodell entwickeln und es auch in seiner Buchhandlung anbieten.  Klaus Finke setzt dabei ebenfalls auf NFC.

Man darf also gespannt sein, ob und wie sich die Möglichkeiten des Kaufs von E-Books in Buchhandlungen entwickeln werden.

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8 Kommentar/e

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  • ebooker

    ebooker

    Der übliche unverstandene Unfug.
    Solange der Kunde sein Buch irgendwo freischalten muß und nicht direkt auf einer Speicherkarte mit nach Hause nehmen kann, ist das alles Mumpiz.
    Wie kommt der Referent übrigens darauf, daß jeder ein Smartphone hätte und daß man Bücher auf dem Telefon liest?

  • JoeBeSchu

    JoeBeSchu

    Weil man sich auf allgemein zugängliche Statistiken beruft, die man nachlesen kann.

  • ebooker

    ebooker

    @JoeBeSchu:
    Hier hätte ich gerne eine Quellenangabe und Informationen über den, der die Statistiken erhebt.
    Ich kenne nur eBook-Leser mit Lesegeräten. Schließlich ist es nicht das Kennzeichen der Unterschicht, Bücher zu lesen, wohl aber der Besitz eines Mobiltelefons/Smartphones.

  • Kai Wels

    Kai Wels

    Lieber ebooker,
    In der Bitkom Studie, die gemeinsam mit dem AKEP erstellt wurde, gibt es eine eindeutige Aussage zum meistgenutzten Gerät beim Lesen von E-Books.

    http://www.kaipiranha.de/smartphones-sind-die-beli ebtesten-geraete-fuer-ebooks/

    Der Grund liegt hier in der alltäglichen Verwendung der Smartphones und deren steigender Verbreitung. Nicht jeder möchte schließlich auf dem Weg zur Arbeit oder Schule zwei Geräte mit sich tragen. Im Zweifel bleibt der Reader eben Zuhause, aber das Smartphone ist auf jeden Fall in der Tasche. Und um die Schublade gleich wieder zu schließen: Bei dieser Tatsache spielt die gesellschaftliche Schicht keine Rolle.

  • ebooker

    ebooker

    Herr Wels,
    dachte ich mir doch, daß hier der Bitkom-Verband zitiert wird. Sie hätten nicht unterschlagen sollen, daß er die Interessensvertretung der Elektronikindustrie ist und gewiß keine Studie gegen die Interessen der Mitglieder erheben wird.

    Erwähnen müssen hätten Sie jedoch folgende Aussage der Bitkom-Studie:
    "Bei den 14- bis 29-Jährigen ist es mehr als jeder fünfte (21%), der täglich zum Lesen sein Mobiltelefon benutzt. Bei den 30- bis 49-jährigen Nutzern sind es nur noch 12%. "
    Dagegen halte ich die Zielgruppenstudie des Börsenvereins, zum Beispiel "Buchkäufer und Leser 2005 – Profile, Motive, Wünsche". Diese bescheinigt, daß die Buchleser älter als 50 Jahre sind und Jugendliche fast gar nicht lesen. Das Smartphone braucht die Buchbranche also nicht zu interessieren.

    Zur sozialen Schicht: Auch hier zitiere ich obige Studie des Börsenvereins. Smartphone-Besitzer können sicherlich den den dort so genannten „Konsum-Materialisten“ (Sinus-Milieu B3) zugerechnet werden. Diese sind die "stark materialistisch geprägte Unterschicht", die "Anschluss halten möchte an
    die Konsum-Standards des Mainstreams". Diese lesen allerdings laut Studie fast gar keine Bücher.
    Es gilt also wieder: Das Smartphone interessiert nicht.

  • René Kohl

    René Kohl

    Sehr geehrter Herr oder sehr geehrte Frau ebooker,

    wenn ich Herrn Wels in der Veranstaltung richtig verstanden habe, hob er gar nicht so sehr auf die Frage ab, mit welchem Gerät die eBooks am Ende mehr oder weniger gelesen werden.

    Die Frage war vielmehr, ob der Umstand, dass mittlerweile fast jeder Besucher einer Buchhandlung ein Smartphone bei sich führt, das entweder schon heute oder ansonsten erst morgen direkt mit der Datencloud verbunden bzw. verbindbar ist, nicht der einfachste Weg sein könnte, zwei wichtige Aufgaben zu erledigen, die beim stationären Verkauf eine Rolle spielen könnten.

    Wie bekomme ich die Daten an den Kunden (in die Tüte könnte ich ja nur etwas packen, das auf einem physischen Datenträger gespeichert wäre), und wie bekomme ich das Geld auf mein Buchhändler-Konto (das könnte bar gehen - oder auf eine andere, möglichst schlanke Weise).

    Und da wir auch über Verkauf nach Ladenschluß nachgedacht haben, sind bargeldlose Bezahlmodelle interessant geworden, die sich besser mit dem Smartphone realisieren lassen als mit dem Tolino-Reader.

  • ebooker

    ebooker

    Sehr geehrter Herr Kohl,
    1. Smartphone als Datenträger:
    Nochmals: Die Annahme, daß "jedermann" mit dem Smartphone in die Buchhandlung ginge, ist nicht haltbar, weil nicht "jedermann" eines besitzt, und schon gar nicht die Hauptzielgruppe der Buchhandlungen.
    Dennoch ein paar Überlegungen.
    Wenn das Smartphone (ein reduzierter Kleinstcomputer mit Telefonfunktion) das Übertragungsmedium sein soll: Wie stellen Sie sich vor, daß die ebook-Datei zuhause auf den eReader kommt -- abgesehen von der ganzen DRM-Problematik? Soll jemand seinen eReader als USB-Gerät mit entsprechender Hard- und Software an das Telefon anschließen? Das glauben Sie doch selbst nicht. Ohne Android-Kurs geht das keinesfalls.
    2. Bezahlen mit dem Computer:
    Die Akzeptanz insbesondere bei der Kernzielgruppe ist sehr niedrig, und Gründe gegen das Bezahlen über das Telefonkonto gibt es gerade genügend. Das würden vielleicht noch Jugendliche machen, aber die lesen nichts und müssen ihr Geld für SMS ausgeben.
    Überlegen Sie sich lieber, wie am Geschäft jeder partizipieren kann, ohne daß Händler und Käufer einen Sack mit teuerer und nutzloser Technik mitbringen müssen.

  • it is always the same

    it is always the same

    Hallo ebooker,
    es ist wie üblich. Ihre Position ermüdet. Es taucht der Eindruck auf, dass Sie zwar verstehen könn(t)en aber nicht verstehen wollen.
    Mir bleibt nur, Ihren ersten Satz (s.o.) in Erinnerung zu rufen; Schade!
    Vielleicht gehen Sie ja einmal in sich?
    Freundliche Grüße
    Captain Nemo

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