Medien

28.08.2007Umfragen

Open Access in Fachverlagen noch kein Thema

Nur 7,5 Prozent der von der Deutschen Fachpresse befragten Fachverlage glauben, dass Open Access bereits jetzt unmittelbare Auswirkungen auf ihre Umsätze und Geschäftsmodelle hat. 40 Prozent der Verleger scheinen sich noch nicht im Klaren zu sein, wie sie das Thema Open Access bewerten sollen, rechnen aber ebenfalls mit Auswirkungen auf ihre Geschäftsmodelle.

Für 72,5 Prozent der befragten Fachverlage kann Open Access die Kernaufgaben des Publizierens wie die lesergerechte Aufbereitung von Inhalten und deren qualitative Bewertung nicht ersetzen. Gut zwei Drittel der Befragten (67,5 Prozent) sind der Meinung, dass die verlegerischen Kerndisziplinen auch in die digitale Welt übertragen werden müssen.

Für die Umfrage wurden die Fragebögen an 300 Online-Beauftragte/Geschäftsführer von Mitgliedsverlagen gesandt; die Rücklaufquote lag bei nur 13 Prozent.

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4 Kommentar/e

1. Mathias Schindler 28.08.2007 13:38h <a href="http://isbn.mathias-schindler.de"& gt;www.mathias-schindler.de</a>

Von "nur 13%" Rücklaufquote zu sprechen, ist durchaus interessant, vergleicht man das mit einer - nach meinen Zahlen - niedrigeren Quote beim letztjährigen AKEP Branchenbarometer, das OA völlig ignoriert und statt dessen um Zustimmung für die Aussage fragt, die Zeiten des "kostenlosen Internet" seien nun vorbei.

Anders lesen kann man die <a href="http://www.deutsche-fachpresse.de/media base/documents/39_Ergebnis_kurz_08-2007_Open_Acces s.pdf">Zusammenfassung der Umfrageergebnisse</a> auch so:

"Für zwei Drittel der antwortenden Verlage (67,5%) ist Open Access ein Thema. Nur 27,5% der Verlage gehen davon aus, daß OS keine Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell hat."

2. Ralf Pioch 28.08.2007 16:36h

ich denke auch, dass die gesamte open access Bewegung in der Form,.wie diese sich jetzt darstellt, sicher nicht der Weisheit letzter Schluss sein wird. Die Rücklaufquote allein zeigt, wie uninteressant dieses Thema für Fachverlage ist und wie wenig bedrohlich. Hier wird eine Menge Geld verpulvert, das an anderer Stelle nützlicher eingesetzt werden könnte. Dabei gibt es durchaus brauchbare Ansätze für neue Publikationsformen, die aber im open access wahn untergehen.
Und warum sollten Wissenschaftler ihre Erkenntnisse kostenfrei zur Verfügung stellen - dafür gibt es keinen vernünftigen Grund.

3. Mathias Schindler 28.08.2007 18:03h <a href="http://isbn.mathias-schindler.de"& gt;www.mathias-schindler.de</a>

@Ralf: Wenn wir schon bei Plattitüden sind: Warum sollte der Staat geförderte Forschungsergebnisse zurückkaufen müssen, nur damit sie einsehbar sind?

4. Dr. Klaus Graf 29.08.2007 20:16h http://archiv.twoday.net

Entschuldigung, aber bis auf wenige Disziplinen stellen alle Wissenschaftler bei Zeitschriftenveröffentlichungen und vielen Fachbüchern den Verlagen ihre Erkenntnisse kostenlos zur Verfügung. Wenn ich einen historischen Aufsatz verfasse, kann ich froh sein, wenn ich ein paar Sonderdrucke bekomme.

Bei Nachschlagewerken sind die Honorare der Verlage eine reine Frechheit, vermutlich werden sie nur gezahlt, damit § 38 UrhG nicht gilt. Für einen Beitrag für die Enzyklopädie der Neuzeit bekomme ich ein paar Euro, 20 oder so, muss aber mindestens 10 Stunden recherchieren (in der Regel mehr). Besonders schäbig: es gibt kein Freiexemplar des Bandes, der ist für einen normalen Wissenschaftleretat schlichtweg unbezahlbar, und es wird noch nicht einmal eine Kopie des Beitrags zur Verfügung gestellt, man muss ihn sich also selbst in einer Bibliothek organisieren. Die Verlage demütigen und knechten Wissenschaftler ohne vernünftigen Grund - warum lassen wir uns das gefallen? Weil es uns um eine andere Währung geht: um die Reputation und die Freude, Erkenntnisse mitzuteilen. Das geht mit Open Access schneller und für alle Beteiligten angenehmer.

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