04.04.2008
Autor: Alexander Melzer
Rubrik: Menschenrechte
 

Ökonomische Erfolge und politische Freiheiten

Die Ereignisse in Tibet werfen in den westlichen Demokratien wieder alte Fragen nach der Menschenrechtssituation in China auf. Der wirtschaftliche Aufschwung und die rasante Modernisierung des offiziell kommunistischen Landes täuschten in den letzten Jahren darüber hinweg, dass sich politisch in China wenig getan hat. Wie ist die Situation vor Ort tatsächlich? Wie stehen die Chancen, dass sich die politische Situation in China in der Zukunft verändert?

Die Menschenrechtslage in China wird von Amnesty International als beschämend bezeichnet. Die Lage in Tibet habe sich dramatisch verschlechtert, ebenso die Situation von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten. Die chinesische Regierung versucht jegliche oppositionellen Aktivitäten im Vorfeld der ...

25.03.2008
Autor: Alexander Melzer
Rubrik: Zensur
 

Zensur oder Selbstzensur?

Das aktuelle Mediensystem in China ist ohne Zensur nicht denkbar. Seit der Machtergreifung der Kommunisten im Jahr 1949 gibt es in China faktisch keine Meinungs- und Pressefreiheit mehr.

Es existieren zwei Aspekte der staatlichen Kontrolle. Zum einen wird jede Publikation direkt von staatlichen Zensoren überwacht, und bei Bedarf aus dem Verkehr gezogen. Zum anderen findet eine indirekte Zensur statt, da die Produktion von politisch relevanten Inhalten bislang in der Hand von staatli ...

12.02.2008
Autor: Alexander Melzer
Rubrik: Andere Medien
 

Über den Buchrand geschaut - Andere Medien in China

Wie in anderen Ländern auch ist das Buch in China schon lange nicht mehr das Leitmedium. Diese Funktion hat das Fernsehen übernommen, das in China mittlerweile in fast jedem Haushalt und noch den entlegensten Winkeln des großen Landes zu finden ist. Das Medium wird laut einer Studie von CNPIT Tom Culture aus dem Jahr 2003 von mehr als 93 Prozent aller Chinesen genutzt.


An zweiter Stelle folgt die Zeitung als Informationsmedium mit einer fast 60-prozentigen Kontaktrate. Die großen Tageszeitungen wie die Renmin Ribao (Volkszeitung) sind zwar weitgehend staatlich kontrolliert, werden aber mangels Alternativen trotzdem von den Chinesen gelesen.

Das Buch ...

24.01.2008
Autor: Alexander Melzer
Rubrik: Lesegewohnheiten
 

Von Analphabeten und Viellesern – Lesegewohnheiten in China

In China wird dem Buch und der Literatur seit jeher viel Respekt entgegengebracht. Die Chinesen lesen gerne und stillen gerne ihren Wissensdurst.

Allerdings können von den 1,3 Milliarden Einwohnern Chinas fast 10 Prozent nicht lesen und schreiben. Als lese- und schreibfähig gilt in China, wer mehr als 1500 Schriftzeichen beherrscht. Nachdem die Analphabetenrate zwischen 1990 und 2000 von 15,9 Prozent auf 6,7 Prozent gefallen war, ist die Zahl ...

12.11.2007
Autor: Alexander Melzer
Rubrik: Die Themen
 

Zwischen Pop und Propaganda – Das Buch in China. Die Themen

Schulbücher stellen fast die Hälfte des Marktes Das Angebot an Computerliteratur ist riesig
Die Zeiten, als in China nur Maos Schriften und wenige ideologische Werke auf dem Nachttisch liegen durften sind seit langem vorbei. Zweifelhaft ob die Menschen sich früher dafür interessierten – heute spielt Propagandaliteratur keine bedeutende Rolle mehr im Alltag der Chinesen.

Das Themenspektrum ist in China mittlerweile bis auf wenige sensible Ausnahmen annähernd so breit gefächert wie in anderen Industrienationen. Klassische chinesische Literatur oder internationale Belletristik – Reiseführer oder Fitnessratgeber – Populärwissenschaftliche Sachbücher oder Bücher zur Wei ...

30.10.2007
Autor: Alexander Melzer
Rubrik: Einleitung
 

Zwischen Pop und Propaganda – das Buch in China. Die Anfänge

Bücher haben in China eine lange Tradition. Experten schätzen die Anfänge erster literarischer Erzeugnisse in China auf ein Alter von circa 3.000 Jahren. Vor ungefähr 2.200 Jahren entdeckten die Chinesen die Möglichkeiten zur Herstellung von Papier. Vor mehr als 1.800 Jahren wurden die ersten Drucke mit Hilfe von Steinplatten hergestellt. Eine lange Geschichte im Vergleich zu Europa.

Darüber hinaus beherrschte in China über Jahrhunderte hinweg eine Beamtenkaste das politische System, deren Eignung aufgrund von literarischen Prüfungen festgestellt wurde. Literatur war in China nie nur ein Spiegel von Politik und Gesellschaft, sondern immer selbst ein Politikum.

Ums ...

24.10.2007
Autor: Alexander Melzer
Rubrik: Einleitung
 

Der chinesische Buchmarkt – Was ist das eigentlich?

Der chinesische Buchmarkt ist seit mehreren Jahren in aller Munde. Traumhafte Wachstumsraten, riesige Märkte und ein bildungshungriges Volk von 1,3 Milliarden Menschen lassen nur einen Schluss zu: wer jetzt keine Lizenzen nach China verkauft, ist selbst schuld.

Im Gespräch mit Lizenzmitarbeitern namhafter deutscher Verlage bietet sich jedoch ein anderes Bild: Klagen über geringe Lizenzerlöse, langatmige Verhandlungen, ausbleibende Zahlungen und immense Probleme mit Raubdrucken scheinen tatsächlich das Lizenzgeschäft mit China zu bestimmen. Irgendwo dazwisc ...

05.09.2007
Autor: Sabrina Gab: Redakteurin beim BÖRSENBLATT
Rubrik: Wieder zurück
 

Müde, aber zufrieden

Sabrina Gab© Ralf Dinse
Seit Montag bin ich wieder zurück aus Peking, seit gestern in der Redaktion. Der Bericht über die Messe und den Buchmarkt China, den ich gestern gleich fürs Blatt geschrieben habe, hat mich wohl von größeren Jetlag-Anfällen ferngehalten. Heute, gääähn, ist meine Umwelt eher in schummriges Licht getaucht. Ein schönes Gefühl, mit so vielen Eindrücken und Erlebnissen angefüllt wieder zurück zu sein.

Was von meiner Reise und dem Besuch auf der Pekinger Buchmesse bleibt, sind vor allem die Erinnerungen an ein äußerst begeiterungsfähiges Lesepublikum, an ein ständiges Gewimmel am deutschen Gemeinschaftsstand, an Chinesen, die jedes Buch zur Hand nehmen, neugierig darin blättern und gleich am Stand ...

30.08.2007
Autor: Sabrina Gab: Redakteurin beim BÖRSENBLATT
Rubrik: Zum Verwechseln aehnlich
 

Was Sprachbarrieren anrichten koennen

Gestern bei der Eroeffnung des deutschen Gastlandauftritts in einer grossen chinesischen Buchhandlung. Petra Roth haelt gerade ihre Rede,

da entdeckt sie Volker Hage im Publikum, der neben mir steht. Roth ist sichtlich ueberracht, eine weitere Frankfurter Persoenlichkeit in Peking zu treffen. Sie zeigt auf Hage, sagt, dass sie sich freut ihn hier zu sehen. Prompt dreht sich ein chinesicher Fotograf um, da er mitbekommen hat, dass sich ...

30.08.2007
Autor: Sabrina Gab: Redakteurin beim BÖRSENBLATT
Rubrik: Independent Verlage in China
 

Zu Besuch bei Zito

Es gibt rund 570 staatliche Verlage in China, doch immer mehr kleinere Verlage (schaetzungsweise mehr als 10.000) drängen auf den expandierenden Buchmarkt. Wir haben einen davon in Peking besucht. Und es scheint gar nicht so einfach, sich in diesem Umfeld zu behaupten.

Zito heisst einer dieser chinesischen Independentverlage, die es geschafft haben. Der Verlag gehoert zu einem der zehn groessten Auslieferer von Bertelsmann. Zito hat bereits einige Rechte aus den USA und Grossbritannien eingekauft, jetzt hoffen sie auf mehr Lizenzen aus Deutschland.

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29.08.2007
Autor: Sabrina Gab: Redakteurin beim BÖRSENBLATT
Rubrik: Unser Reisebegleiter sagt ...
 

Herr Wuang erklaert uns China

Wussten Sie, dass in Peking Rentner als Verkehrspolizisten eingesetzt werden, oder was als chinesisches Viagra gilt? Unser Reisebegleiter - ein lustiger Kerl - weiss tausend wichtige und unwichtige Dinge zu berichten.

Opa und Oma-Polizei: Um die Unmengen an Fussgaengern in Zaum zu halten werden in Peking aeltere Leute als Verkehrspolizisten eingesetzt. Das klingt schon etwas seltsam, kann man aber noch irgendwie nachvollziehen. Angeblich - sagt unsere Reisebegleiter - werden Fussgaenger die zum Verkehrssuender we ...

28.08.2007
Autor: Sabrina Gab: Redakteurin beim BÖRSENBLATT
Rubrik: Zensur
 

Volker Hage ohne Anschluss

Erst dachte "Spiegel"-Redakteur Volker Hage, sein Internetanschluss im Hotelzimmer wuerde nicht richtig funktionieren.

Beim Versuch, auf die Online-Seiten seiner Bank zu kommen, funktionierte jedoch alles reibungslos. Die chinesische Regierung scheint sich weniger fuer Hages finanzielle Verhaeltnisse als fuer die Berichterstattung der "Spiegel"-Mannschaft zu interessieren. "Spiege"-Online faellt hier unter die Zensu ...

28.08.2007
Autor: Sabrina Gab: Redakteurin beim BÖRSENBLATT
Rubrik: Geruechtekueche
 

Kommt Aufbau in Peking unter den Hammer?

Anfang Juli bestaetigte Aufbau-Geschäftsführer René Strien dem "Spiegel", dass es verschiedene Verhandlungen gegeben habe und es nicht ausgeschlossen sei, dass "einige Anteile (des Aufbau Verlags) den Besitzer wechseln". Zur Buchmesse in Peking sind nun neben Strien auch Verleger Bernd F. Lunkewitz und Rechtsanwalt Markus Frank - spezialisiert auf Investitionen auslaendischer Verlage in Deutschland!! - angereist. Denkbar, dass es hier in Peking auch um den Verkauf von Aufbau gehen soll.

Genaueres war noch nicht rauszufinden, aber Frank wies bereits bei einem Gespraech darauf hin, dass "die Chinesen in den kommenden Jahren in Europa investieren wollen" und deutsche Verlage nicht so teuer seien. Man darf also gespannt sein!

27.08.2007
Autor: Sabrina Gab: Redakteurin beim BÖRSENBLATT
Rubrik: Ein Tag in Shanghai
 

Bund, Altstadt und Yu-Garten

In Shanghai sind wir auf Claudia Kaiser, Leiterin der Internationalen Abteilung der Buchmesse, getroffen. Ein wahrer Gluecksfall, dass sie mit uns den Tag verbringt - sie spricht perfekt Chinesisch, was sowohl uns zum Staunen bringt, als auch ueberlebenswichtig sein kann - wenn man zum Beispiel mit dem Taxi von A nach B will.

Auf dem heutigen Tagesprogramm stand eine Stadtrundfahrt mit Besuch der Altstadt, des Bunds (wunderbarer Blick auf die Shanghaier Skyline) und des Yu-Gartens, wo wir kurzzeitig Gabriele Schink verloren hatten. Waehrend zwei aus unserer Gruppe auf die Suche gingen, wurden wir von Strassenverkaeufern ...

26.08.2007
Autor: Sabrina Gab: Redakteurin beim BÖRSENBLATT
Rubrik: Flug nach Shanghai und erste Eindruecke
 

Ni hao

Gestern um 15.30 Uhr war Treffpunkt in Terminal 1 Halle A des Frankfurter Flughafens. Jetzt ist es 12.30 Uhr in Shanghai (in Frankfurt 6.30 Uhr morgens) und wir sind gerade im Hotel angekommen - ein langer Flug liegt hinter uns.

Zwei Stunden vor Treffpunkt hatte ich endlich mit meinen Reisevorbereitungen angefangen. Und die Zeit hat gereicht. Knapp, aber ich bin puenktlich angekommen. Mit mir flogen aus Frankfurt mit der gleichen Maschine: Stefan Baumgarth von Kubon & Sagner in Muenchen, Volker Hage vom "Spiegel", Ruthard S ...

24.08.2007
Autor: Sabrina Gab: Redakteurin beim BÖRSENBLATT
Rubrik: Reisevorbereitungen
 

Es geht bald los :-)

Deutschland ist in diesem Jahr Gastland auf der Beijing International Book Fair und ich darf dabei sein! Morgen geht es los - am 3. September wieder zurück. Neben dem Besuch der Messe in Peking, Fachveranstaltungen und Sightseeing, steht ein Tag Shanghai auf dem Programm. Vielleicht haben Sie ja Lust, zusammen mit mir, Bernd F. Lunkewitz und René Strien (beide vom Aufbau Verlag), dem Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, Ulrich Janetzki (Literarisches Colloquium Berlin) und weiteren Teilnehmern zehn Tage lang auf Reisen zu gehen.

Alles ist gut vorbereitet. In den vergangenen Wochen trudelten nach und nach immer mehr Infos der Frankfurter Buchmesse bei mir ein. Ein toller Service. Die Messe hat das Visum organisiert, die elektronischen Flugtickets verschickt, unheimlich viele Infos über den chinesischen Buchmarkt und über Lan ...