
22.03.2010
Film ab!
Boersenblatt.net war auf der Leipziger Buchmesse für Sie mit Kamera und Mikro unterwegs. Wie war´s? Und welche Filme sind entstanden?
Vom Plan, Cory Doctorow direkt am Lesetreff in Halle 2 zu interviewen, nehme ich schnell wieder Abstand. Zu laut, zu rummelig. Also im Restaurant nebenan. Ja, die Ecke vorm Fenster ist gut. Cory, der US-Autor und Netz-Aktivist, hat gerade aus seinem neuen Buch "Little Brother" vorgelesen. ... [ weiter... ]
21.03.2010
Das Überbuch
Während die Propheten des Gutenberg-Untergangs an vielen Orten der Messe ihre düsteren Szenarien entwickeln (und manch einer, wie der Autor Jürgen Neffe, nicht mehr vom Buch, sondern lieber vom "Libroid" sprechen will), liegt da, am Stand der Arno-Schmidt-Stiftung, dieses Trumm vor uns.
Ein Buch, ohne Zweifel, wenn auch noch als Blindband. Es ist "Zettel's Traum", Arno Schmidts "Überbuch" auf 1334 DIN-A3-Seiten, von dem er, als er es 1968 vollendet hatte, befürchtete: "Es wird sich wohl nicht mehr setzen lassen." Vor 40 Jahren wurde das Werk ... [ weiter... ]
Kreatives Klassen-Treffen© Nils Kahlefendt
21.03.2010
Bühne für Bücher
Wer auffallen will, muss trommeln - wenn das alle gleichzeitig tun, kann man schon mal Ohrenschmerzen bekommen. Manchmal ist die Messe an ihren Rändern spannender: So wie beim Treffen "It's a Book, It's a Stage, It's a Public Place", das im Leipziger Centraltheater rund 15 Independent-Verlage aus Kunst und Kultur vereint.
Während Cosplayer und Publikums-Massen draußen auf dem Messegelände das Vorwärtskommen nur noch in Extrem-Zeitlupe ermöglichen, die Buchmesse zum Karneval wird, dem die wichtigeren unter den Profis (wenn sie nicht schon weg sind) rasch zu entkommen suchen, herrscht im Foyer ... [ weiter... ]
20.03.2010
Happy Birthday, Alida!
Geburtstag ist schön, wenn nur die vielen Entscheidungen nicht wären, die es zu treffen gilt: Zu Hause feiern oder ausgehen? Und wen einladen? Beim Geburtstag auf der Buchmesse klärt sich vieles von ganz allein.
Die Literaturwissenschaftlerin, Übersetzerin, Herausgeberin und professionelle Netzwerkerin Alida Bremer ist so etwas wie die personifizierte Ost-West-Drehscheibe der Leipziger Buchmesse. Aus einem "Seitentrieb" des Slowenien-Programms 2007 wuchs der von ihr gemeinsam mit György ... [ weiter... ]
Ja, mach' nur einen Plan...© nk
20.03.2010
Plan B
Kleine Problemchen, Folge II: Bei über 2000 Veranstaltungen mit mehr als 1500 Mitwirkenden kann auch mal was dazwischenkommen...
Ob Geistesblitze planbar sind, wird zumindest auf dieser Buchmesse nicht mehr in Erfahrung zu bringen sein - der Teufel der Programmplanung steckt im Detail. Bert Brecht wusste in seiner "Dreigroschenoper" ein Lied davon zu singen. [ weiter... ]
Jens Schönefeld blättert auf Wunsch.
20.03.2010
Umblättern ist sein Job
Es ist vermutlich eins der ältesten Bücher auf der Leipziger Buchmesse: Die Nürnberger Kurfürsten-Bibel aus dem Jahr 1736. So viel Wert braucht einen persönlichen Betreuer.
274 Jahre hat der Bibel-Schmöker auf dem Buckel. Fleckig an manchen Stellen, aber dennoch ganz gut in Schuss. Besucher, die sich gerade noch über E-Books unterhalten haben, bleiben interessiert stehen, wenn Jens Schönefeld vom Bibelmobil die Seiten auf Wunsch umblättert. Natü ... [ weiter... ]
Schweben sollen sie, die Ballons.
20.03.2010
Kleine Problemchen
Am Stand der Brandenburgischen Buchverlage sollen zwei riesige blaue Ballons in die Luft. Allerdings hat es nicht geklappt, die vom letzten Jahr wieder aufzublasen. In der Halle 5 ist die Wasserleitung auf den Toiletten geplatzt. Kleine Problemchen am Rande.
Verlage wissen mit ihrem Geld zu wirtschaften. Einen Gasballon zweimal verwenden? Wieso nicht, dachte sich die Standbesetzung bei den Brandenburgischen Buchverlagen in Halle 5. "So ein großer Ballon ist teuer", sagt Klaus-Peter Anders, der mit dem Merkischen Verlag am Stand vertreten ... [ weiter... ]
20.03.2010
Slow Book
Wer ein neues Buch hat, kommt nach Leipzig. Nicht alle, aber doch viele. Die anderen, die mit den ältern Büchern, bleiben zu Hause. Das es auch anders sein könnte, darüber denkt im Halbjahreszyklus im Geschäft mit der Literatur kaum jemand nach. Der Markt und die Messe – sie leben vom Neuen. Die Neugier treibt uns an.
Die Verlegerin Brigitte Ebersbach unternimmt gerade den Versuch, dies zu ändern. Sie hat eine Postkarte drucken lassen, auf der eine Schnecke zu sehen ist, darüber steht Slow-Book. Drei Backlist-Titel hat sie neu aufgelegt und neben „echten“ Novitäten ins Frühjahrprog ... [ weiter... ]
20.03.2010
Jugend-Stil
Gemeinsam lesen, gemeinsam feiern: 13 unabhängige Verlage erobern mit dem Lindenfels Westflügel den wahrscheinlich zauberhaftesten Veranstaltungsort der Stadt.
Der gemeinsame Anspruch, der auf der "Leseinsel junge Verlage" so unterschiedliche Namen wie Luxbooks, Luftschacht, Mairisch, Salis, Bilger, die Verbrecher oder die Lokalmatadoren vom Poetenladen zusammenführt, wird vom Messegelände in die Stadt getragen. "UV - Die Lesung de ... [ weiter... ]
19.03.2010
Ein Lebenswerk
Das Berliner Zimmer war knickeknackevoll. Die Gäste standen auch außerhalb der Messebauwände und schauten durch die Öffnungen. Wer trotzdem nichts sehen konnte, drängte sich beherzt zu Rainer Nitsche und Ruth Klinkenberg hinter die Theke: Die Verleihung des Kurt-Wolff-Preises für sein Lebenswerk an Klaus Wagenbach war ein Highlight am zweiten Messetag.
Klaus Wagenbachs setzte in seiner Dankesrede zum Kurt-Wolff-Preis ein Statement zur Notwendigkeit unabhängiger Verlage: 1. In unabhängigen Verlagen können sich Personen besser bilden, austoben, inszenieren. 2. Unabhängige Verlage sind auf die Demokratie nicht nur angewiesen, sond ... [ weiter... ]
19.03.2010
Straßenbahnfahren
Das Leipziger Messegelände liegt ein gutes Stück außerhalb, dorthin fährt man (sofern man nicht im VIP-Shuttle über die Straße braust) in der Tram Nr. 16. Und zu jeder Straßenbahn gehört im Allgemeinen ein Straßenbahnfahrer. Vorne im Häuschen zumindest. Diesmal allerdings:
Ein weiterer Fahrer sitzt hinten zwischen Fahrgästen, unter den Verlegern, Autoren, Journalisten, die von der Messe wieder in die Innenstadt kutschern. Ralf Müller, Historiker, Verleger und eben auch Straßenbahnfahrer, hat sich beizeiten damit ein zweites Standbein geschaffen. Sein 2 ... [ weiter... ]
19.03.2010
Lesen im Untergrund
Vor der Moritzbastei wurde schon mal die Grillsaison eingeläutet, im Kellergewölbe wartete ein leicht mißmutiger Clemens Meyer auf seinen Auftritt. Was sonst noch geschah bei der Langen Leipziger Lesenacht lesen Sie hier:
Vor dem Eingang wurde gegrillt. Wer am Feuer vorbei in die Kellergewölbe der Moritzbastei wollte, nahm somit eine Duftnote von scharf gebratenen Steaks mit. Hitze auch drinnen, die jungen Wilden des Literaturbetriebs kamen offensichtlich alle. Am engsten wurde es im Oberkeller, im Nadelöhr ... [ weiter... ]
Blexbolex im "Paris Syndrom"© Nils Kahlefendt
19.03.2010
Familien-Politik
Mit Bilderbüchern wächst man besser: Im "Paris Syndrom" stellt Blexbolex sein neues Wunderwerk "Jahreszeiten" vor - ein Buch, mit dem in seiner Heimat Frankreich Familien-Sponsoring der besonderen Art geprobt wird.
Sein Buch "Leute" wurde 2009 als "Schönstes Buch der Welt" gekürt, was vielleicht etwas voreilig war, denn die soeben erschienenen "Jahreszeiten" sind womöglich noch schöner. Andreas Platthaus, Comic-Experte der FAZ, hat den Wahl-Leipziger Blexbolex ... [ weiter... ]
Roman Pliske (links) und Helmut Stabe© Nils Kahlefendt
18.03.2010
Im Bleistiftgebirge
Sie meinen, ihr Messestand ist nicht auffällig genug? Dann verbauen Sie doch einfach mal 15.000 Bleistifte!
Im Kampf um die knappe Ressource Aufmerksamkeit muss man sich einiges einfallen lassen - das gilt wohl gerade fürs Getümmel einer Buchmesse. Der Mitteldeutsche Verlag aus Halle (mdv) hat sich zu einer kreativen Lösung hinreißen lassen, bei der rund 15.000 Bleistifte eine im Wort ... [ weiter... ]
Andreas Schäfer und Jo Lendle© pg
18.03.2010
Der Feuerwehrmann in der neueren deutschen Literatur
Was tun bei inneren und äußeren Notfällen? Man ruft die Feuerwehr. Neue Bücher beim DuMont-Abend.
Im Club wars dunkelbunt, einzig das Tischtuch auf dem Lesetisch leuchtete weiß heraus wie eine Oase der Reinheit in dem Tragödientrauma, das Andreas Schäfer mit seinem Roman "Wir vier" beschreibt. Die fein geschriebene Geschichte einer durch einen Mord traumatisierten ... [ weiter... ]
18.03.2010
Warm-up zur Buchmesse
Leipzig liest - vor allem das Programmheft zum Lesefest. Es ist ein bisschen wie Telefonbuchlesen, wenn man sich durch die Seiten arbeitet, wo typografisch demokratisch Nobelpreisträger neben Debütant gelistet wird.
Das literarische Feld ist weitläufig abgesteckt und bietet am Mittwoch abend (unter anderen, natürlich) folgende Sehenswürdigkeiten: György Dalos nimmt im Gewandhaus den Buchpreis zur Europäischen Verständigung entgegen. Dumont lädt zum Verlagsabend in den Telegrap ... [ weiter... ]
17.03.2010
Leipziger Lässigkeit
In Leipzig ist es entspannter als in Frankfurt. Das erzählen alle immer wieder. Dass es tatsächlich stimmt, lässt sich manchmal schon bei der Ankunft feststellen.
Vorm Bahnhof ist ein Punktreff – zumindest am Mittwochabend ist das so. Einer mit grell-roten Haaren ruft quer über den Platz hinüber zu einer jungen Frau in grüner Polizeiuniform: „Na, haste schon wieder Dienst?“ Die Frau, die mit ihrem Kollegen hier offenbar hä ... [ weiter... ]
17.03.2010
Schlaflos in Leipzig
Same procedure as every year: Für die Branche ist die Buchmesse im Frühjahr Stimmungsbarometer, während ganz Leipzig im Takt der Literatur swingt. Ideales Terrain für uns Messe-Blogger.
Leipzig ist Musik- und Kunststadt, Festivals werden gleich im Dutzend gefeiert: Bachfest, Jazztage, Dokfilmwoche, selbst eine Lachmesse gibt es in der Stadt mit Europas höchster Kabarettdichte. Die Leipziger lieben diese Superlative und waren entsprechend amused, sich vor einigen Wochen in der ... [ weiter... ]
17.03.2009
Buchmesseimpressionen, die Zweite
Ich hatte einen Plan. Ich hatte einen Plan was ich alles auf der Messe sehen wollte und was lieber nicht. Diesen Plan gegen die 147.000 anderen Besucher durchzusetzen war nicht ganz einfach, um nicht zu sagen nicht zu machen. Aber treiben lassen war wahrscheinlich noch viel schöner.
Einen ersten Vorgeschmack auf die Messe bekam ich bereits am Donnerstag, als ich (voll bepackt) aus den Semesterferien wieder gen Leipzig fuhr. Bereits auf dem Fußboden des ICE sitzend schloss ich erste Bekanntschaften mit anderen Messebesuchern. Ein vollbesetzter ICE ist allerdings nichts geg ... [ weiter... ]
17.03.2009
Buchmesseimpressionen , die Erste
Und da ist sie schon wieder vorbei – die Leipziger Buchmesse 2009. Zeit zum Durchatmen, bevor es Schlag auf Schlag weiter geht. Nehmen wir uns ruhig den Moment um kurz zurück zu schauen.
Gut besucht war sie, diese Buchmesse. In Zahlen heißt das 147.000 Besucher, 14% mehr als im Vorjahr. Ein Rekord. Im realen Erleben heißt das: Ein Hauen und Stechen, Gedränge aller Ortens und nicht zu vergessen, die Staus vor Halle 2. All die bunten, jungen Menschen in (für mich ... [ weiter... ]
13.03.2009
Hinter den Kulissen
Es ist kalt, es zieht und wo überhaupt gibt es hier Kaffee? – Zwei Tage vor Beginn der Leipziger Buchmesse 2009 mache ich mich auf den Weg zum Messegelände. Motiviert und voller guter Erinnerungen an das vergangene Jahr arbeite ich auch in diesem Jahr wieder in der Kinder- und Jugendbuchhandlung. Und das heißt sieben Tage lang mehr oder weniger nur zum Essen und Schlafen zu Hause zu sein. Aber wir haben es nicht anders gewollt. So versuchen viele, viele Studenten aus nicht immer unbedingt stabilen Systembauregalen so etwas wie eine Buchhandlung zu erschaffen.
Als erste gute Tat in diesem Jahr habe ich den Rat „die Hallen sind an den Aufbautagen nicht geheizt“ von Anfang an berücksichtigt – man lernt ja aus Anfängerfehlern und unterschätzt zugige Messehallen nun nicht mehr. In der eigentlichen Messebuchhandlung angek ... [ weiter... ]
16.03.2008
Menschenmassen auf der Buchmesse
Wow! Buchmesse! Menschenmassen!
Als Buchhandel und Verlagswirtschaftstudent ist es ja quasi Pflicht sich auf der Buchmesse zu tummeln. Ich, als Buchhändlerín in der Messebuchhandlung, habe mir das ja ganz nett und gemütlich vorgstellt. Vielleicht ein bisschen trubelig... Das war dann doch etwas naiv. Das ganze ging am Donnerst ... [ weiter... ]
13.03.2008
Mein geheimes Tagebuch?
Blogs bieten Platz für persönliche Erinnerungen an das vollbrachte Tagwerk, Anekdötchen auf dem Gemeinschaftsbüro der Teilzeitmitarbeiterinnen im Buchhaltungs- und Schreibbüro Rukzio an der Eckenfelderstraße 17 und die tagesaktuellen Ereignisse von Fußballern der Regionallige, stolzen Vätern in spe die ab der ersten Schwangerschaftswoche das Bauchwachstum ihrer Frau dokumentieren und alternden Schlagerstars die Ihre Tingeltour-Eroberungen nach geographischen und terminologischen Gesichtspunkten sortiert ihrer schrumpfenden Fangemeinde präsentieren wollen.
Private goes Public [PgP] sind die derzeit meisten der im Internet auffindbaren Blogs und ebenso spezifisch wie ihre Themen sind auch ihre Nutzer- das heißt Lesergruppen - und spezifisch heißt in der Regel KLEIN. Wie macht mans also richtig? Die Blogs von wissenschaftlichen Instituten, Universitäte ... [ weiter... ]
13.03.2008
Ich bin in der Zukunft
"Komm mit in die Zukunft!" und "Ich war in der Zukunft." lauten die verheißungsvollen Slogans auf kleinen bunten Klappkarten des Forum Zukunft und ich bin ganz hingerissen der Einladung gefolgt, noch einmal ein paar Einträge zur Buchmesse beizutragen. Bin ich also in der Zukunft.
Zunächst bin ich hier erstmal auf dem Präsentierteller, der sich heute Forum Zukunft des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nennt, Halle 5, Stand B 500, am ersten Tag der Leipziger Buchmesse. Sabrina Gab, Blog-aktive Börsenblattsredakteurin, nimmt gerade ACC-akut-gedopt und voll verkabelt (kein ... [ weiter... ]
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