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Eva Herman im O-Ton

Zur aktuellen Diskussion um Eva Hermans umstrittener Nazi-Äußerungen auf ihrer Buchvorstellung am 6. September in Berlin schickt der Pendo Verlag boersenblatt.net heute ein Transkript des Wortlauts. »Wie jemand aus diesem Text entnehmen kann, Frau Herman würde Hitlers Familienpolitik gut heißen, ist mir ein Rätsel«, erklärt hierzu Verleger Christian Strasser.

Hier das Transkript: "Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen Kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehenbleiben. Ich hab’ neulich mit einem Musikprofessor zusammengesessen, ein Linksintellektueller, früher fast ein Linksradikaler ein bißchen gewesen, ähm, der versucht, den Chorgesang wieder zu beleben in Hamburg. Und er sagt, das ist verlorengegangen, das ist garnicht mehr, äh, das ist garnicht mehr anwesend…"

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11 Kommentar/e

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  • T. Wolf

    T. Wolf

    Netter Versuch, aber ziemlich kontraproduktiv. Die "Autorin" beklagt ja gerade, dass die hehren Werte, die der NS noch hochgehalten habe, den 68ern angeblich abhanden gekommen wären. Das ist so durchsichtig, wie es dämlich ist. Aber nicht die "Nazi"-Äußerungen sind empörend, sondern die Tatsache, dass sich Dummheit nicht nur in den Medien, sondern auch in Politik (Oettinger) und Kirche (Meissner) durchsetzt.

  • Karin Hergl

    Karin Hergl

    Es wird leider nicht besser. Der Verlag unternimmt den Versuch einer Rettung. Selbst wenn ausgewiesene Textanalyseexperten sich nun an diesen Text machen wollten, werden sie Probleme haben, der nachgeschobenen Interpretation des Verlages zu folgen. Die nächste Frage ist: Wie blöd kann es denn noch kommen?

  • Mathias Schindler

    Mathias Schindler

    Mal sehen, wann die erste argumentative Verteidigungslinie kommt, mit "völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker" sei Helmut Schmidt gemeint oder Joschka Fischer.

  • Herbert Huber

    Herbert Huber

    Jetzt wird's ja noch schlimmer. Zum Nazi-Werte-Lob kommt noch, dass Frau Herman bei jedem Deutschtest arge Probleme hätte. Oder hat sie Migrationshintergrund? Sie soll ja angeblich mal im Fernsehen als Nachrichtensprecherin tätig gewesen sein ;-) ; behauptet zumindest Wikipedia.

  • Mathias Schindler

    Mathias Schindler

    @Herbert: So gut wie edes unredigierte Transscript einer frei gehaltenen Rede wird solche Passagen enthalten, sich darüber lustig zu machen, sagt mehr über den Kommentator als über den oder die Kommentierte(n)...

  • Gabi Wötzel

    Gabi Wötzel

    Da bin ich anderer Meinung. Einen derart kaotischen Satz sagt kein klar denkender Mensch, auch nicht in freier Rede. Genau das scheint das Problem der Autorin Hermann zu sein. Der Mund ist schneller als der Kopf.

  • Jörg Jahn-Meyer

    Jörg Jahn-Meyer

    Deswegen habe ich die Publikationen von Frau H. auch aus meiner Buchhandlung "rausremittiert".

  • Florian Dambeck

    Florian Dambeck

    Vollkommen geschichtsfälschend ist auch der Satz "das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat.". Der völlig durchgeknallte, hochgefährliche Politiker hat mit Hilfe des deutschen Volkes 6 Millionen Juden ins Verderben geführt. Die Deutschen waren nicht die Opfer, sondern die Täter, liebe Frau H.

  • Hartmut Schultes

    Hartmut Schultes

    Klein Eva erklärt die Welt!
    Und sie sitzt auch mit einem veritablen (Musik-)Professor zusammen, dem auch etwas abhanden gekommen ist, was jetzt nicht mehr anwesend .... Aha!
    Bei all dem pseudo-historischen Gestammel und dem untauglichen Versuch, Nazis und 68er gemeinsam in den großen Anti-Mutter-Topf zu werfen, kommt das eigentliche Thema, nämlich eine Neubestimmung der Rolle der Mutter in der Gesellschaft (Stichworte: Entlohnung, Anerkennung, "Glück", Last, Hilfe, Chancen et.) völlig zu kurz. Das Thema ist aber auch viel zu komplex (und wichtig!), um es der Deutungshoheit der Stammtische, der Politik oder gar selbsternannter Koniferen ;-) zu überlassen. Weiß jemand, ob sich Alice im Emmaland schon dazu geäußert hat?

  • B. Wagner

    B. Wagner

    Das ist schon "fast ein bißchen" rechtsradikal, Hitler (er ist wohl gemeint?) als "völlig durchgeknallten, hochgefährlichen Politiker" zu bezeichnen! Politiker??? Frau Herman hat wohl den Geschichtsunterricht geschwänzt. Früher oder später kommt es doch raus...

  • Ralph Patzig

    Ralph Patzig

    Es wäre eine Untersuchung wert, dank welcher Konstellationen das blattablesende Personal diverser Nachrichtensendungen mit auffälliger Regelmäßig- und Häufigkeit zum Viertel-Promistatus in Medien gelangt. Talkshows sind bevorzugt, gern nimmt man aber auch mal eine Volksmusiksendung oder schreibt ein altkluges Buch, um am endlosen Palaver teilzuhaben. Eva Herrman bemerkt wohl gerade, dass sie einen Fehler gemacht hat. Sie hat so etwas wie eine Meinung zu einem relevanten politischen Thema geäußert, obwohl sie doch eigentlich nur nett sein wollte. Da sie sich nicht ausdrücken kann, kann sie auch nicht missverstanden werden. Die Gefahr die von Frau Herman für die Demokratie ausgeht, kann vernachlässigt werden. Widmen wir unsere Aufmerksamkeit wieder den Flugzeugabschießern, Gesichtsscannern und Hindukuschverteidigern.

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