Recht

Booklooker-Abmahnungen: wer ist Privatanbieter?

Von der neuesten Abmahnwelle, über die wir seit Donnerstag berichten, sind auch zahlreiche Privatanbieter auf der Booklooker-Plattform betroffen.

Aber wer ist eigentlich Privatanbieter? Und wer ist nur als solcher registriert, aus welchen Gründen auch immer? Wir dokumentieren hier einen vor wenigen Minuten im Booklooker-Forum eingestellten Beitrag, der, wenn er authentisch sein sollte, eine neue, erweiterte Dimension des Problems aufzeigt: „Hallo, Ich verfolge seit letzter Woche die Beitrage u.a. in diesem Forum. Was mich jetzt mal interessieren würde, ist : Wieviel der abgemahnten Privatanbieter haben mehr als ca. 50 -100 Bücher in ihrem Angebot?? Ich bin selbst Privater - Anbieter und habe letzten Donnerstag auch einen dieser Abmahnungen bekommen. Da ich seit der Schulzeit sehr viel gelesen habe, hatten sich bei mir in den letzten gut 30 Jahren entsprechend viele Bücher angesammelt. Ich gehöre auch zu den Leuten, die keine Bücher in der Mülltonne entsorgen können. Als ich vor einiger Zeit booklooker entdeckte, war ich froh, ein Teil meiner Bücher aussortieren und Platz in der Wohnung schaffen zu können und habe dementsprechend ca. 1700 Bücher im Angebot (ein kleiner Teil dessen, was sonst noch rumsteht). Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob nicht so viele Privatanbieter von dem Rechtsanwalts-Trio abgemahnt wurden, um bei der anscheinend etwas unsicheren Rechtslage noch ein weiteres Druckmittel gegen uns zu haben. (mit etwaigen falsche Formulierungen bitte nachsichtig umgehen, bin juristisch leider mit wenig Sachkenntnis ausgestattet). Über Rückmeldungen würde ich mich freuen.“

Schlagworte:

Mehr zum Thema

9 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Gerhard M. Schönitz

    Gerhard M. Schönitz

    Daß man auch privat keine Pornos an Minderjährige abgeben darf?

  • Redaktion Antiquariat

    Redaktion Antiquariat

    Ein abgemahnter bücherliebender Booklooker-Privatanbieter mit aktuell 1.713 Büchern (und drei Filmen) im Angebot? Wir finden das zumindest sehr bemerkenswert; vielleicht sagt es etwas über den gegenwärtigen Zustand des Gebrauchtbuchmarkts aus?

  • Hartmut Gießler

    Hartmut Gießler

    Liebe Redaktion, liebe Leser/innen,
    da lese ich von Händlern die über Privatverkäufer meckern, da diese keine Ahnung von Büchern haben, den Markt und die Preise verderben usw. usf.
    Warum?
    Klar der Händler muß sein Geld verdienen und der Private bessert sich sein Taschengeld auf.
    Ich meldete mich bei Booklooker als Privatverkäufer an.
    Ich hatte bis gestern noch 126 Bücher-, Video- und Schallplattenangebote bei Booklooker.
    In knapp 4 Jahren hatte ich 162 Verkäufe. Nebenbei erwähnt, bei mir kauften auch einige Buchhändler.
    Was soll ich mit irgendwann einmal gekauften und gelesenen Büchern, Videos, Platten machen, Sachen von den Großeltern und Eltern geerbt, Kinderbücher die Tochter ist Teenager und liest das nie mehr -
    wegwerfen? Papiertonne? Altpapier? Da blutet mir das Herz!
    Bücher die einmal 20.-- gekostet haben, einmal gelesen wurden, also gebraucht/neuwertig konnte ich bei BL wegen einem Überangebot für 1.-- Euro einstellen und es wird nicht gekauft.
    Woran mag das liegen? Es gibt ganz einfach zuviele Bücher und es kommen immer mehr auf den Markt!
    Also, was soll der Privatverkäufer mit seinen Büchern machen?
    Stellt man Bücher ein und freut sich diese verkaufen zu können, je nachdem wie ein Abmahner oder Richter drauf ist, ist man plötzlich Händler
    und dann?
    Dann wird es immer mehr Händler geben, die immer mehr Bücher, an immer weniger und ärmere Kunden verkaufen wollen.
    Übrigens wurde ich auch abgemahnt, bei mir wurde Das erotische Rowolth Lesebuch, Erscheinungsjahr 1984, für 50 Cent plus 1,10 Porto gekauft.
    In der heutigen Zeit, durch H4 oder weil man plötzlich eine kleinere Wohnung braucht oder ins Pflege- oder Altersheim muß und kann nur noch einen kleinen Teil seiner liebgewonnenen Sachen mitnehmen.
    Es ist traurig in unserem Land!
    Was soll man dann machen? Es riskieren? Am Schluß zu irgendwas verurteilt zu werden was man oder die Mehrheit der Bevölkerung nicht versteht. Glück gehabt? Die Sachen verschenken? Oder in den Abfall damit!
    Es gibt keine Alternativen.
    Ich finde das ganze nur noch traurig - und wo bleiben unsere Politiker. Politiker ich vergaß, viele unserer Volksvertreter sind ja von Beruf Rechtsanwälte ........

  • Gerhard M. Schönitz

    Gerhard M. Schönitz

    Tja, Herr Gießler, Ihre Abmahnerin IST Politikerin (FDP).

  • bergziege

    bergziege

    Was die unliebsame Konkurrenz der Privaten betrifft, so haben sich das die "seriösen" Antiquariate selbst zuzuschreiben, denn diese Konkurrenz ist ein Resultat gewisser Ankaufspraxis. Offenbar ist es viel lohnender für private geworden, die Bücher selber zu vertickern, als von "seriösen" Antiquariaten Preise zu akzeptieren, die den Wert der Bücher nicht spiegeln, sondern, "Abzocke" sind, hier nicht die Rechtsanwälte, sondern die ehrenwerten AntiquarInnen.

  • H.-J. Lange

    H.-J. Lange

    Lieber Herr Gießler,
    Bücher kann man nach wie vor einem Antiquariat zum Ankauf anbieten! Ein fairer Händler wid Ihnen für interessante Bücher auch ein gutes und faires Angebot machen.
    Wenn Sie keine interessanten Bücher zu verkaufen haben, sondern nur "1-Euro-Titel", wird der Händler diese natürlich nicht haben wollen. Es wird sich allerdings auch für Sie kaum lohnen, diese bei Booklooker oder Ebay einzustellen. Besser an eine soziale Einrichtung verschenken, falls die sie nehmen. Wenn Sie solche Bücher dennoch lieber bei Booklooker anbieten, wird sich aber kein Antiquar wirklich daran stossen (ausser wenn er dumm ist).
    Und wenn Sie Ihre Bücher, wertvoll oder nicht, auf keinem Fall einen Antiquar anbieten wollen, sondern selber verkaufen, dann sollten Sie ab einer bestimmten Anzahl so fair sein und ein kleines Gewerbe anmelden. Das machen aber viele Leute nicht und darüber ärgern sich zu Recht die Händler. Händler müssen den Kunden bestimmte Rechte einräumen, Steuern zahlen etc. Der "Privatanbieter" muss das alles nicht, er braucht nur kassieren. Bei einer kleinen Artikel-Anzahl gut und richtig, wird es aber mit mehreren Hundert oder gar Tausend Büchern professioneller (und das ist nicht selten!), dann wird es unfair und Sie nehmen den Händlern einen Teil der Lebensgrundlage. Zudem solche Anbieter zumeist etwas günstiger sind als die "ehrlich Professionellen". An Ihren gerade 130 Büchern wird sich allerdings gewiss auch niemand stören!
    Allerdings ist es in der Tat schade, dass viele Leute heutzutage Ihre Bücher selbst zu verkaufen suchen, anstatt sie zumindest mal testweise einem Antiquar anzubieten. Die Preise, die wir zahlen, liegen in der Regel nur geringfügig, wenn überhaupt, unter dem potentiellen Ebay-Preis. Dafür ist der Aufwand um ein Vielfaches geringer und die Abwicklung garantiert problemlos.
    Im übrigen finde ich es auch schade, dass die Redaktion hier so oft so angepöbelt wird, machen Sie doch erstmal selber so eine Seite auf - niemand zwingt Sie, hier zu lesen!
    Mit aufrichtigen Grüssen,
    Hans-Jürgen Lange

  • Roky Lugosi

    Roky Lugosi

    Das nun die Gewerblichen auf die Privaten losgehen zeigt, dass der Kern des Problems nicht begriffen wurde. Ab wann man gewerblich tätig ist, dazu gibt es hinreichend Urteile (die die Privaten aber zumeist gar nicht kennen) und ich selbst habe durchaus Verständnis für diejenigen, die sich Hartz IV oder die schmale Rente aufbessern wollen. Ich bin selbst Gewerblicher und auch von der Aktion betroffen.
    Aus Spaß habe ich mir mal das Programm von Antiquariat Lange angesehen und entdeckt, dass ebenda unter der Rubrik Erotika viele Titel angeboten werden, die von vorn herein schon unter das Jugendschutzgesetz fallen, und auch einige Titel, die indiziert sind. Dieses Antiquariat hatte eben Glück. Wir aber nicht. Künftige Abmahnaktionen dieser Art können jeden treffen, ein wenig Solidarität wäre daher unter den Händlern angebracht. Konkurieren und aufeinander einhacken können wir an anderer Stelle (wieder).

  • bergziege

    bergziege

    Die gerichtlichen Urteile, was Privat-Verkauf ist, und was gewerblich, die sind nicht wirklich der Sache entsprechend, sondern Rumpfuscherei, das ist meine private Meinung.
    Was mich bei den gewerblichen besonders stört, ist die scheinheilige Steuerbravheit, wo doch in Wirklichkeit mit Hilfe von Beratung der pekunuäre Nachteil gegenüber Privatanbietern minimal ist, und, wieder besseren Wissens (Wissen: was eigentlich korrekt wäre), falls die Gesetze die Lücke bieten, der Staat tüchtig beschissen wird.

  • manfred kessler

    manfred kessler

    es ist unglaublich, da mahnen irgendwelche sch(ein)-anwälte menschen ab, die irgendwie ehrlich oder so ein paar oder ein paar tausend bücher verticken, und unter die leute bringen, es soll antiquare geben, die selbst bücher die marktwert 200,- sind für 20,- aufkaufen wollen, und es sind doch im endeffekt alles arme schlucker, die sich die brosamen, die thalia, weltbild und co, übriglassen, teilen. und da kommt so eine obertussie von anwältin und will kasse machen(ich lach mich wegen jugendschutz und so tot, solche typen haben doch echt ein rad ab.)
    wie gesagt die scheinanwälte zogen doch nur ab und es ist eine schande für den ganzen berufsstand dass sich studierte menschen für die rechtsverdreherei hergeben.und das beste, früher gab es den amtstfrieden gell frau anwältin oder ist das lange vor Ihrer zeit.von 6.12 bis 6.1. hat das amt keine belastenden bescheide verschickt, aber die moral ist halt lange her,ich hör jetzt auf, ich red mich da in rage bei soviel quatsch. danke fürs lesen und allen ehrlichen menschen frohe weihnachten, (ein buchhändler der weiß wovon er spricht.) für alle abemahnten, zahlt den leuten nichts aber auch gar nichts, es gibt hoffentlich noch ein paar richter in deutschland, die echt ekel empfinden bei der berufsauffassung.

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.


      Sie haben noch kein Login oder Passwort ? Hier können Sie sich registrieren