Buchhandel

Chance durch Notenverkauf

Der Verkauf von Musikalien können dem Buchhandel willkommene Zusatzumsätze bringen – wenn die Voraussetzungen stimmen, sagte Unternehmensberater Jochen Hillesheim bei der Buchmesse.

Die Krise des Musikalieneinzelhandels könnte eine Chance für den Buchhandel sein. Während immer mehr Fachgeschäfte aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen Nachfolgeproblemen schließen müssen, steigt die Zahl derer, die ein Instrument spielen oder im Chor singen. „Durch die mangelnde Versorgung und weitere Geschäftsaufgaben schwappt ein Teil des Notengeschäfts automatisch auf den Buchhandel über“, sagte Hillesheim bei seinem Vortrag zum Thema "Noten im Buchhandel" bei der Frankfurter Buchmesse. Das Sortiment könne dies entweder als Besorgungsgeschäft mitnehmen oder aber als Chance begreifen: „Die Investitionen in ein übersichtliches, schnell drehendes Notensortiment sind gering“, so Hillesheim. Buchhändler, die Interesse an diesem Geschäft haben, sollten jedoch zunächst die Wettbewerbssituation vor Ort, das Marktvolumen und das –potenzial genau analysieren. Hilfestellungen bieten Musik-Grossisten wie MGS Loib (www.mgs.de) oder Grahl & Nicklas (www.grahl-ffm.de) , aber auch die Barsortimente: Während KNV und Libri lediglich ein Grundsortiment an Noten bietet, steigt Umbreit stärker in das Geschäft ein. Zur Frankfurter Buchmesse stellt der Zwischenbuchhändler eine Musikalien-Bibliografie unter www.ubitweb.de zur Verfügung, die die Daten von MGS Loib nutzt und mit der rund 300.000 Musikalien-Titel erschlossen werden können. Die 3.000 bestgängigen Musikalientitel werden durch ständigen Abgleich mit dem Kooperationspartner MGS Loib ermittelt und sind bei Umbreit über Nacht verfügbar.

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1 Kommentar/e

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  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Eine leise Warnung sollte hier ausgesprochen werden. Mein kleineres Schwesterlein betreibt in Wien seit 40 Jahren Musik, sehr professionell. Ich selbst spiele Klavier, plage mich seit langer Zeit mit der schier unlösbaren Frage der Noten in meinem verstaubten Antiquariat herum - kurz, ich mußte mich nolens volens einarbeiten in die neuesten Musik-, Notensatz- und Notendruckentwicklungen im EDV-Sektor.

    Die Einzelheiten dürften Ihnen so gut vertraut sein wie mir, deshalb fasse ich einfach nur zusammen, was sich als Entwicklung abzeichnet. Eine Vorbemerkung dazu darf nicht fehlen: Neue, kommende Tendenzen im Internetbereich setzen sich heute in Monaten um. Das ist brandgefährlich - wer falsch plant, kann dafür in ganz kurzer Zeit erbärmlich abgewatscht werden. Es ist anders als noch vor einigen Jahren, als wir vemeintlicher EDV-"Panikmache" mit großväterlicher Gelassenheit gegenübertreten konnten.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Der buchhändlerische Notendruck geht seinem baldigen Ende entgegen. Wir drucken demnächst Noten mit der gleichen Selbstverständlichkeit zuhause am Arbeitstisch aus, mit der wir heute Landkarten- und Stadtteilauschnitte oder Teile alter Bücher via Google herunterladen und ausdrucken. Sonderformen werden überleben, aber selbst der Urheberrechtsschutz wird sehr bald unterhöhlt oder fast bedeutungslos sein.

    Ich weiß, daß alles sehr viel komplizierter begründet werden müßte. twa müßte erwähnt werden: Ich kann bald ein Brahms-Quartett via Kammermusik aufnehmen und mir werden, mit einiger Nachhilfe, fehlerfreie Noten ausgedruckt. An die Stelle geschützter Bearbeitungen, mit denen selbst aus Bach und Händel noch Honig zu saugen war für den Musikalienverleger, treten weltweit standardisierte, gute Normfassungen der ganzen alten Musik, mit denen auch Experten gern arbeiten.

    Wenn sich aber dann der Musikalienhändler, in unserem Fall der Buchhändler als sein Nachfolger, nur noch mit urheberrechtsgeschützten Noten abzugeben hat, dann lohnt sich das Ganze wirklich nicht mehr - schlimmer, es wird igendwie k o m i s c h.

    Noch haben wir technische Hürden - nicht für den Musik-Profi, wohl aber für Otto Normalverbraucher. Aber der Standard-Laserdrucker setzt sich mehr und mehr durch, die pfiffigen, teils gratis herunterladbaren Umsetzungsprogramme auch. Wie will ich es sagen:

    Falls sich eine Musikhochschule am Ort befinden sollte, lieber Buchhändler, dann machen Sie sich das Vergnügen, setzen sie sich in die Cafeteria und plaudern sie dort mit den oft recht hübschen Musikstudentinnen.

    Von Stund an, glauben Sie mir, sind Sie vom Gedanken, Musikalien in Ihre Buchhandlung aufzunehmen, geheilt.

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