Forum Zukunft - Bildung 2.0

Medienkompetenz und Kundenansprache

Im Forum Zukunft des Börsenvereins, zum zweiten Mal Gast auf den Buchhändlertagen, ging es heute um den Erwerb von Medienkompetenz und die Herausforderungen der Neuen Medien für die Branche und ihre Player.

Stefan Aufenanger, Professor an der Universität Mainz, sprach von Medienkompetenz als einer wichtigen Bildungsaufgabe. Der Begriff des lebenslangen Lernens sei nicht neu, werde aber immer wichtiger in Zeiten der Digitalisierung. "Medienkompetenz bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur den technischen Umgang mit den Neuen Medien zu lernen, sondern meint vor allem auch die Kompetenz, Medien und das, was mit ihnen möglich ist, bewerten zu können", so Aufenanger. Aus dem vielfach zitierten "Lernen mit neuen Medien" machte Aufenanger kurzerhand ein "Neues Lernen mit Medien". Es sei nämlich vor allem wichtig, dass sich Lernprozesse den neuen Möglichkeiten anpassen. Verdrängen die Neuen Medien das Buch und das Lesen? "Nein!", betonte Aufenanger. Für den Medienpädagogen ist das Lesen die wichtigste Voraussetzung, um die Neuen Medien sinnvoll nutzen zu können. An die Buchbranche formulierte Aufenanger die klare Aufforderung, sich den neuen Medienentwicklungen anzunehmen. Am Beispiel der Schulen des Deutschen Buchhandels stellte Monika Kolb-Klausch, Bildungsdirektorin des Börsenvereins, E-Learning Anwendungen vor. "Natürlich wird es an den Schulen weiter auch starke Präsenzphasen geben, aber in der Vor- und Nachbereitung wird E-Learning eine immer größere Rolle spielen", so Kolb-Klausch. In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es darum, wie weit Verleger und Buchhändler in Sachen Web 2.0 im Vergleich zu ihren Kunden eigentlich sind. Miriam Hofheinz (ehemals Pabel Moewig, jetzt libri.de) meinte dazu: "Verlage und Buchhändler müssen mit ihren Kunden Schritt halten. Vor Jahren reichte ein gewöhnliches Gehen, heute müssen sie ihre Laufschuhe anziehen." "Verlage müssen offen sein, über den Tellerrand schauen und von anderen Branchen lernen", betonte auch Markus Langer (Oetinger Media). Wieland Giebel, Berlin Story, stellte ganz selbstbewusst fest: "Wir sind mit unseren Internetangeboten und unserem Web-Shop genau die Richtigen." Jedes Buch, das bei Berlin Story erscheint, hat eine eigene Homepage. Insgesamt kommuniziert der Verlag auf 100.000 Webseiten mit seinen Kunden. Wichtig sei es für Verlage und Buchhändler außerdem, nicht mehr in Formaten sondern in Themen zu denken. "Unsere Kunden interessiert vorrangig nicht das Format, in dem wir ihm Inhalte präsentieren, sondern in erster Linie der Inhalt selbst.", so Langer. Auf die Frage, ob wir denn schon bereit seien für all diese neuen Medienentwicklungen antwortete Aufenanger: "Wir lernen relativ schnell mit der Technik umzugehen. Aber wir müssen auch nach den Stärken und Schwächen der neuen Technologien fragen und die sozialen Aspekte beachten." Lesen Sie dazu auch das Interview mit Stefan Aufenanger zum Thema Medienkompetenz im BÖRSENBLATT Plus Buchhändlertage.

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