Auszeichnungen

Reich-Ranicki lehnt Deutschen Fernsehpreis ab

Der Literatur-Kritiker Marcel Reich-Ranicki wies die Ehrenauszeichnung Deutscher Fernsehpreis für seine Sendung "Das Literarische Quartett" am Samstagabend zurück. "Bei dem vielen Blödsinn, den ich heute Abend gesehen habe, glaube ich nicht, dass ich dazu gehöre", sagte Reich-Ranicki bei der Preisverleihung in Köln.

"Wäre der Preis mit Geld verbunden, hätte ich das Geld zurückgegeben. Aber er ist ja nicht mit Geld verbunden. Ich kann nur diesen Gegenstand, der hier verschiedenen Leute überreicht wurde, von mir werfen oder jemanden vor die Füße werfen", sagte Reich-Ranicki. Moderator Thomas Gottschalk bot Reich-Ranicki eine gemeinsame Sendung über die Qualität des deutschen Fernsehens an. Der Kritiker habe zugestimmt, sagte Gottschalk der "Süddeutschen Zeitung". Gottschalk äußerte in der "SZ" Verständnis für Reich-Ranicki: "Wenn er eine halbe Stunde lang eine wild gewordene Horde Teenager sieht, Atze Schröder in einer weißen Paradeuniform, Richterin Salesch und zwei Köche mit idiotischen Texten erleben muss, ist es für ihn in der Tat konsequent zu entscheiden: Ich habe hier nichts verloren." „Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten. Von mir aus schmeißt mich jetzt raus, ich bin des Kampfes eh müde. Ich schäme mich, ich entschuldige mich stellvertretend für alle Leidenden an diesen Zuständen, und derer sind auch in diesen verlotterten Sendern noch viele, bei Marcel Reich-Ranicki für diesen unwürdigen Abend“, schreibt Reich-Ranickis Kollegin und "Lesen!"-Moderatorin Elke Heidenreich. Den Deutschen Fernsehpreis vergeben die Sender ARD, ZDF, RTL und SAT1 seit 1999. Das Literarische Quartett lief von März 1988 bis Dezember 2001 im ZDF.

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19 Kommentar/e

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  • Pardatscher Herbert

    Pardatscher Herbert

    Habe vollstes Verständnis für die Ablehnung des Preises durch Marcel Reich-Ranicki! Was deutschprachige Fernsehsender ihren Sehern zumuten, ist oft jenseits von gut und böse. Die Amerikanisierung erfasst alle Lebensbereiche, das Fernsehen leistet mit seinen zahlreichen geist- und inhaltlslosen, schwachsinnigen und abgrundtief dummen Sendungen Vorschub. Auch wenn es vor allem beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen löbliche Ausnahmen mit anspruchsvollen und gehaltvollen Angeboten gibt, ist die Kritik Reich-Ranickis dennoch mehr als berechtigt. Zur Preisverleihung in Köln: Das nervige Gelabbere dieses Herrn Moderators Thomas Gottschalk setzte dem Abend der sich selbst beweihräuchernden Seitenblicke-Gesellschaft die Krone auf: Konsequenz für jeden seriösen Sender müsste eigentlich sein: Weg mit all diesen Dummschwätzern und Ignoranten! Es geht auch anders!
    Mit besten Grüßen,
    Herbert Pardatscher-Bestle
    Vorderrain 11
    A-6432 Sautens/Tirol
    Mobile +43(0)676/6702006
    herbert.pardatscher@aon.at

  • Dr. Wolfgang Bittner

    Dr. Wolfgang Bittner

    Mit Marcel Reich-Ranicki übereinzustimmen, gelingt zwar nicht immer, aber hier hat er zweifellos Recht. Das Fernsehen - und leider nicht nur das private - entwickelt sich für denkende Menschen immer mehr zu einem uninteressanten oder auch ärgerlichen Medium. Das Rattenrennen nach Quoten trägt erheblich zur Verdummung und Entpolitisierung der Gesellschaft bei.
    Dr. Wolfgang Bittner
    http://www.wolfgangbittner.de

  • saguenay

    saguenay

    So sehr RR manchmal selbst eine Belastungsprobe für das Nervenkostüm darstellt, kann ich ihm hier nur begeistert zustimmen. Die Diktatur des geistigen Proletariats im deutschen Fernsehen wird dadurch zwar auch nicht gestürzt, aber die Tatsache, dass jemand in der Welt der filmfilm-Idiotien und modelshows für geistige Einzeller einmal ungeschminkt die Wahrheit sagt, ist ebenso unterhaltsam wie befreiend.

    Letztlich dient ein derartiger Preis nur zur Selbstbeweihräucherung einer Branche, deren televisionäre Demenz durch die Verleihung des Titels "Beste Schauspielerin" an eine Person mit dem Talent eines Zementsacks wunderschön illustriert wird.

    Dass hier jemand öffentlich Sand ins Getriebe streut, freut ungemein und sollte durch das Entstehen möglichst vieler Nachahmungstäter belohnt werden (was aber nur ein frommer Wunsch bleiben wird).

  • katja splichal

    katja splichal

    waaaau - gut gebrüllt, Löwe.
    Meinetwegen kann RR zurückgeben und kritisieren was und wen er will - aber den begeisterten Jawoll-Rufern mal folgendes: Vielfalt muss bezahlt werden und zwar auf einem freien Makrt durch Werbeeinnahmen und die kommen nicht von Produktanpreisungen für die Oberschicht, sondern vom krietschigen roten KIK-TShirt und den Mediamarkttrotteln...
    Dummes Fernsehen für dumme Leute - logisch, nicht?

    Das egalitär-privilegierte Gelaber egalität-privilegierter Boersenblattleser, die dem bösen Fernsehen den Bildungsauftrag eines menschenverdummenden Schul- und Sozialsystems zuschustern will viel wertfreier als so manche "Amerikanisierung".

    Und bei Forderungen wie "Wie mit den Dummschwätzern und Ignoranten" würde ich den Griff an die eigene Nase erstmal für löblicher halten.

  • Thomas Bernhardt

    Thomas Bernhardt

    Marcel Reich-Ranicki ist und bleibt ein Meister des wirkungsvollen öffentlichen Auftritts. Es bleibt mir nur meinen Respekt und meine Hochachtung für diesen Schritt zu bekunden. Das Fernsehprogramm wird tatsächlich immmer dümmlicher. Vor Mitternacht wird nur noch das unterste Niveau bedient. Leider kann man wohl annehmen, daß die Verantwortlichen in den Sendeanstalten so weiter machen wie bisher.

    Thomas Bernhardt
    Buchhandlung Graff
    Braunschweig

  • Uwe Metz

    Uwe Metz

    Wirkungsvoller Auftritt, gar keine Frage. Und ich kann ihm auch nicht nicht zustimmen. Aber die Einsichten des Herrn Marcel R. kamen ihm seltsam spät.

    Wie auch immer man Herrn Marcels Auftritt bewertet, eines weiß jetzt die Nation: Öfter mal zum Buch greifen und die Mattscheibe matt lassen. HIlft gegen geistige Trägheit.

  • O.G

    O.G

    Frau Splichal,

    Sie wissen um die Meinungsbildenden Mächte der Medien oder?
    Denn Quark den die Sender verbreiten soll eine Meinung bzw. den Menschen die dafür empfänglich sind beeinflussen. Deshalb auch setzt sich das in China gefertigte "Blei" T-Shirt von KIK durch bei dem unzählige Minderjährige Ihre Fingerkuppen verätzt haben.

    MediaMarkt hat der Billigheimer Spirale erst so richtig in Fahrt gebracht.

    Den Film "Free Reiner" sei Ihnen ans Herz gelegt. Mich wundert was man Ihnen Bei der HTWK so alles (nicht) beibringt.

    Ach und RR mag ich gar nicht. Durch Zufall hat er einen Volltreffer gelandet, ansonsten ein sehr penetranter Zeitgenosse.

  • Kristina Schultze-Stau

    Kristina Schultze-Stau

    Respekt, RR - und vielen Menschen aus der Seele gesprochen. Zwar haben unsere Buchhändler-Nerven unter ihm viel gelitten, aber dieser Schritt, vor allem vor laufenden Kameras, wurde bei uns mit viel Beifall zur Kenntnis genommen.

  • Ute Maria Lerner

    Ute Maria Lerner

    Ich als zweifach Betroffene finde die Wahrheit von Herrn M. Reich Ran. , den ich sehr schätze,- in der Mitte liegend.
    Den Film Contergan hat er ja schon gar nicht mehr miterlebt, von dem man -und der Auszeichnung für diesen- nicht behaupten kann, dass es Blödsinn ist, Formate wie DSDS sind allerdings in meinen Augen eine wahre Zumutung. Ich arbeite ja auch nach Anfrage als Schauspielerin fürs Fernsehen, eben weil ich mit meinem Beruf auch Geld verdienen muss, und produziere auf der anderen Seite meine eigenen anspruchsvollen literarischen Projekte, nicht immer hat man das Glück im Fernsehen etwas Gehaltvolles angeboten zu bekommen, und hat es dann trotzdem gemacht, aus besagten Gründen...
    Was ich allerdings überfällig und wichtig fand, ist die Diskussion darüber die Herr R. damit ausgelöst hat, er selbst ist und bleibt bewundernswert für seine Authenzität und entwaffnende Ehrlichkeit und Direktheit.
    Das Fernsehen hat natürlich seinen Auftrag eher in der Massentauglichkeit, und vermutlich nicht den Anspruch , den Herr R. Ran. hat, aber da ingsgesamt Handlungsbedarf herrscht, das Niveau des Fernsehens zu überprüfen, ist Herrn R. für seinen Beitrag sehr zu danken.
    http://www.maria-lerner.de

  • Sonja Lehmann

    Sonja Lehmann

    Ich fand den Schritt von RR sehr mutig und dem ZDF danke ich auch für die Ausstrahlung dieser "Preisverleihung an RR". Wir leben nun mal in einem Land , wo es eine grosse Meinungsvielfalt gibt. ("Der liebe Gott hat einen großen Tiergarten") Jeder Mensch soll auf seine Art unterhalten werden. Wem es nicht gefällt, kann den "Ausschalteknopf " betätigen.

  • krämer

    krämer

    Die öffentlich-rechtlichen sind doch erst seit der privaten Konkurrenz in die Schwierigkeit gekommen, Niveau und Quote/Werbeeinnahmen in Einklang zu bringen, das funktioniert nur unvollkommen. Die gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen haben ja einen ähnlichen "Kultur"-Auftrag, wie der Buchhandel, GEZ dort, Preisbindung hier, und angesichts der Gebührenmilliarden müssen ARD und ZDF auch schon mal berechtigte Kritik einstecken.
    Auch Bourdieu, ein schlimmer Kritiker des Fernsehens, war bereit, in einer Fernsehsendung, zum Fernsehen kritisch Stellung zu nehmen. Das Leben ist nun mal paradox, aber es gibt auch ein Buch von ihm: Pierre-Bourdieu: Über das Fernsehen, und von Herrn Reich-Raniki könnte es auch noch so ein Buch geben: Über das Fernsehen, wo er seine vollen Bulldoggen-Qualitäten spielen läßt.

  • Daniela Möhrke

    Daniela Möhrke

    Zuerst einmal finde ich es auch einen mutigen Schritt von RR, egal wie ich nun persönlich zu seinen sonstigen Ansichten stehe.

    Was ich jedoch gar nicht gutheißen kann, ist die elitäre Stimmung hier. Viele reden von der Verdummung der Menschen bzw. verdummenden Formaten im TV. Nun bevor man davon spricht, sollte man das vielleicht erstmal definieren und begründen können. Einige scheinen sich hier ganz schön etwas auf Ihr breites Wissensspketrum (natürlich nur höchst wertvoller Art) und ihre Meinung einzubilden. Vielleicht sollte man auch mal etwas weitsichtiger sein und über seinen eigenen Horizont hinausblicken.

    Ich persönlich schaue mir nur äußerst selten Sendungen im TV an, wenn dann gern Dokumentationen, Nachrichten, mal einen Film und hin und wieder durchaus auch die hier verdammten Formate à la Popstars und Co. Sicher muss man das nicht jeden Tag tun, aber wenn es der Entspannung dienlich ist, wieso nicht? Vielleicht ist es ja manchmal ganz hilfreich für einen persönlich (und auch für die Menschen, mit denen man zu tun hat), wenn man nicht immer alles so extrem ernst nimmt (besonders sich selbst) und einfach mal aus einem anderen Blickwinkel auf solche Dinge sieht!?
    Sind sie noch nie auf die Idee gekommen, dass durchaus viele sehr gebildete Menschen sich solche Sendungen ansehen? Warum tun diese es denn? Weil sie meinen, dass sie dadurch verdummen und das ganz toll finden? Ich bitte Sie! Heutzutage muss man sich ja schon schämen, wenn man öffentlich erwähnt, dass man sich solche Sendungen ansieht. Diese Heuchelei, dass man sich ja selbst soetwas niemals ansehen würde, obwohl die Einschaltquoten etwas ganz anderes sagen, finde ich jedenfalls nicht sehr erbaulich.

    Meine Fragen also: Was ist für Sie Verdummung? Worauf begründen Sie ihre Vorstellungen, dass bestimmte Formate ihre Zuschauer verdummen lassen? Erklären Sie sich die hohen Einschaltquoten damit, dass ja sowieso der Großteil der Menschen ungebildet und verdummt ist?
    Ich finde eine solch extrem einseitige Sichtweise sehr anmaßend.

    Über das Niveau der unterschiedlichen Sendungen kann man sicher streiten, aber das ist eben Geschmackssache und das Fernsehen lebt auch nur von der Nachfrage und den Kunden. Gerade diesem Punkt sollten doch hier eigentlich alle zustimmen können. Vielleicht kann man einen ganz guten Vergleich zum Buchhandel ziehen: Nehmen wir an, im Fernsehen würden ab sofort nur noch Dokumentationen, Wirtschaftsmagazine usw. gezeigt. Ist es nicht mit der Vorstellung zu vergleichen, dass eine Buchhandlung ausschließlich Klassiker und Poetisches verkaufen würde? Wäre das rentabel? Muss nicht heute jeder zusehen wo er bleibt? Wie auch immer Sie das Fernsehprogramm gestalten würden, meinen Sie, dass dies umsetzbar wäre?

    Im übrigen zeugt es für mich nicht gerade von hoher Intelligenz (die ja einige meinen zu besitzen), wenn dafür andere beleidigt werden und man nicht vernünftig miteinander umzugehen weiß. Für mich gehört eben auch soziale Intelligenz zu wirklicher Intelligenz und nicht nur Wissensanhäufung und - es tut mir leid dies sagen zu müssen - Selbstverliebtheit bzw. das Gefühl etwas Besseres zu sein.

    Noch als Zusatz: Ich studiere ebenfalls an der HTWK, allerdings erst seit einer Woche. Seien Sie also beruhigt, dass meine Meinung komplett meinem eigenen Geist entspringt. Einer Gehirnwäsche wurden wir hier nämlich nicht unterzogen. Man sollte einfach nicht vorschnell über Dinge urteilen, von denen man selbst keine Ahnung hat. Auch dies wäre mal wieder ein gutes Beispiel für diese Diskussion.
    Wie Sie sehen bin ich durchaus in der Lage mir eine eigene Meinung zu bilden und habe schon immer alles kritisch betrachtet, was mir von TV, Radio, Zeitschriften, Büchern etc. geliefert wurde. Und mal ehrlich: Wenn man sich die meistverkauften Bücher zur Zeit und in den letzten Monaten ansieht, kann man dann davon sprechen, dass es besser ist zu lesen, als Fernzusehen? Genau da liegt nämlich das Problem - viele hier betrachten die eine Seite bis in die "dunkelsten Tiefen" hinein, bei der anderen kann man aber getrost über Mankos hinwegsehen. sagte doch jemand "Öfter mal zum Buch greifen und die Mattscheibe matt lassen." Ist das tatsächlich bei jedem Buch sinnvoller? Denn der Begriff des Lesens umfasst ja so einiges. Vielleicht ist es besser zu sagen, dass Lesen in einigen Fällen durchaus dazu führen kann, die Dummheit zu gefährden. (Wenn der Leser oder Fernsehzuschauer jedoch alles kritisch betrachtet, sollte nichts davon ein Problem darstellen!)

    Vielleicht noch als Nachtrag: Ich habe vor in den Buchhandel zu gehen und vertrete trotzdem diese Meinung! Und nun lade ich herzlich dazu ein mich "zu terren und zu federen".

  • Daniela Möhrke

    Daniela Möhrke

    PS: Für den Tippfehler in der letzten Zeile bitte ich um Entschuldigung.

  • Wolfgang Bittner

    Wolfgang Bittner

    Dass uns die reale Idiotie umgibt (700 Milliarden für die Banken, weltweit ca. 15 Kriege, Klimakatastrophe, die Hälfte der Menschheit hungert usw. usw.) scheint bei vielen Zeitgenossen noch nicht angekommen zu sein. Auch nicht, dass Fernsehen als zurzeit beliebtestes Medium natürlich prägt, insbesondere Kinder und Jugendliche. Wenn ein großer Teil der Filme, und zwar nicht nur der in den USA produzierten, Konfliktlösungen allein mit Gewalt anbietet, wenn am späten Abend in zahlreichen Sendern nur noch Horror, Porno und Gewalt läuft - worüber soll man dann mit den dafür Verantwortlichen und unseren wohlmeinenden Mitbürgern noch diskutieren? Ob es nicht ab und zu doch einen netten Spiel- oder Dokumentarfilm gibt? Ob es nicht auch schlechte Bücher gibt? Ich bin es wirklich leid. Uns umgibt leider nicht nur die reale Idiotie, sondern auch die Habgier auf der einen und die Einfalt auf der anderen Seite, die zu solchen Verhältnissen führen.
    Wolfgang Bittner

  • Daniela Möhrke

    Daniela Möhrke

    Sie haben natürlich Recht damit, dass von Gewaltverherrlichung, Pornografie und Horror im normalen Fernsehprogramm nichts zu halten ist. Darauf bezog ich mich in meinem obigen Beitrag auch nicht und mir erschien es zumindest so, dass dies auch nicht die Gründe für RR waren den Preis nicht anzunehmen. Das wäre mal ein Grund mit Klasse gewesen.

    Ansonsten sollte man gerade an Eltern appelieren, dass sie sehr auf die Fernseh- bzw. allgemeinen Konsumgewohnheiten ihrer Kinder achten und diese in dieser Hinsicht aufklären sollten. Auch Schulen sollten Aufklärungsarbeit leisten. Natürlich sind Kinder und Jugendliche leichter zu beeinflussen. Wie gesagt ging es mir nicht um diesen Punkt! Das Gewalt usw. dumm ist, muss hier sicher nicht diskutiert werden.
    Ich denke, dass wir da alle einer Meinung sind und solche Sendungen/Filme/ etc. nichts im öffentlichen Fernsehen zu suchen haben. Mich würde in dem Zusammenhang noch interessieren, wie Sie zum Lesen von Krimis/Thrillern stehen! Sind diese ähnlich schädlich wie gewaltverherrlichende Filme? Oder setzt schon allein die Buchform ein gewisses höheres Maß an Kritikfähigkeit voraus? Meinungen hierzu würde ich wirklich gern lesen.

    Allerdings stimmt es nicht, dass keine netten Spielfilme mehr laufen. Nur hat man die wahrscheinlich alle schonmal gesehen. Sehr gefreut habe ich mich z.B. als "Die Kinder des Monsieur Mathieu" im TV ausgestrahlt wurde.

  • Jörg Jahn-Meyer

    Jörg Jahn-Meyer

    JJM hält sich diesmal sogar kurz:

    Die Entscheidung von Herrn Reich-Ranicki kündet von einer gewissen Größe. Schauen wir nur in die Reihe der zu den diversesten Literaturpreisen hingeiernden Debüt- und Dauerschriftstellern. Die greifen gerne zu und die dazugehörigen Verlage schunkeln als "Wirtstiere" im Dreivierteltakt mit.
    Die Entscheidung ist kein Skandal und auch keine Undankbarkeit, sondern ein Fingerzeig!

  • Hübel

    Hübel

    Konsequenterweise müsste man dann natürlich auch jegliche Literaturpreise ablehnen, liebe Freunde des guten Geschmacks. Seien wir doch mal ehrlich: Was heutzutage (natürlich auch schon früher) zwischen zwei Buchdeckeln Platz findet, ist doch genauso bescheuert. Dummheit muß nicht zwangsläufig flimmern. Mitunter ist doch der Buchmarkt ein regelrechtes Feuchtgebiet., nur noch über Bohlenwege passierbar. Und nun noch mal ehrlich sein, liebe Sortimentsbuchhändler: Wenn ich iIhre Buchhandlung betrete - muß ich dann lange nach den betreffenden Titeln suchen?
    Trotzdem ein schöner Auftritt des zornigen alten Mannes...
    Shaw, ein anderer komischer alter Zausel, lehnte übriges Kunst-Preise rundweg ab. "Sie verschlingen Geld, provozieren eine Menge dummes Geschwätz und gehen unweigerlich an irgendein zweitbestes Machwerk. Kunstwerke kann man nicht benoten. "
    Trotzdem nahm er den Nobelpreis entgegen - mit der Bemerkung: "Ich habe im Jahre 1925 nichts veröffentlicht. Wahrscheinlich hat man mich dafür ausgezeichnet."

  • g. talinski

    g. talinski

    da fällt mir noch ein satz von brecht ein:
    die dummheit macht sich unsichtbar,
    indem sie große ausmaße annimmt.
    es gruselt mich....

  • paul meniere

    paul meniere

    Reich-Ranicki über Elfriede Jelinek, als die den Nobelpreis bekam (2004): „Meine Bewunderung für ihr Werk hält sich in Grenzen“.
    Reich-Ranicki über Le Clezio (2008) : Er habe noch keines seiner Bücher gelesen. „Er soll ein seriöser Autor sein“. Eine tolle Literaturkritikerbemerkung !!! Nach den Gebrüdern Goncourt (Zeitgenossen von Beckmesser und Reich-Ranicki des 19ten Jhts in Doppelpack) soll Baudelaire ein braver Bursche trotz Alkohol probleme gewesen sein...
    Reich-Ranicki über Grass : der ganze Tag würde nicht reichen, um zu erwähnen, was der angebliche Kritiker für Unsinn erzählt hat...
    Ein ist sicher, ein Literaturkritiker, der Shakespeare und Brecht für das Fernseh „entdenkt“, ist ein Clown... und das Literarische Quartett war auf dieses Zirkusniveau...

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